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B 15 neu: BUND Naturschutz fordert Abbruch der Planfeststellung

Der BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) und seine Kreisgruppe Landshut haben mit einer Einwendung auf den neuen Planfeststellungsentwurf des Staatl. Bauamtes Landshut zur B15 neu reagiert und fordert den Abbruch der Planung. Der Abschnitt Essenbach bis Dirnau, also die Brücke über die Isar, würde einen ersten Schritt für den Weiterbau Richtung Süden bedeuten. Der BUND Naturschutz bleibt bei seiner Forderung: Die B15 neu muss an der A92 enden.

17.06.2020

„Es fehlt ein Gesamtkonzept. Dieser Brückenschlag wird keine Verbesserung für Landshut bringen. Im Gegenteil, die nachgeordneten Straßen werden überflutet und Landshut wird über viele Jahre unzumutbaren Zuständen ausgesetzt.“, erläutert Reinhold König, Vorstandsmitglied und Vertreter der BN-Kreisgruppe im Dialogforum zur Süd-Ost-Umfahrung von Landshut.

Der BUND Naturschutz sieht zur Verbesserung des Verkehrsflusses im östlichen Stadtgebiet in einer stadtnahen Osttangente eine kostengünstigere Alternative mit einem deutlich geringeren Eingriff in den Naturhaushalt. 

Der BN hat zudem bisher in sämtlichen Schritten des Verfahrens gefordert, den Fernverkehr über die A92 abzuleiten. „Der Verkehr einer autobahnähnlichen B15 neu von Regensburg kommend kann nur von einer Autobahn aufgefangen werden“, so König.

Ein weiterer großer Kritikpunkt für den BN ist die Abschnittsbildung. Der aktuell zu planende Abschnitt ist lediglich 1,8 km lang und endet genau vor dem Flora-Fauna-Habitat „Leiten der unteren Isar“, das nach EU-Recht geschützt ist. 

Der nächste Abschnitt würde durch das Schutzgebiet führen. Ob dies rechtlich möglich sein wird – ist äußerst fraglich. Die nötige positive Stellungnahme der EU-Kommission liegt bisher nicht vor.

„Kritische Fragen der Umweltauswirkungen werden so systematisch ausgeblendet. Wir befürchten massive Eingriffe in das FFH-Gebiet, die Zerschneidung der Isarauen und der Isarhangleiten“, sagt Kathy Mühlebach-Sturm, Vorsitzende der Kreisgruppe Landshut und zugleich Mitglied des Landesvorstands des BUND Naturschutz.

„Wir müssen schützen, was wir haben. Und das ist in diesem Fall die Landschaft der Isarauen mit selten gewordenen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Ein Gebiet das auch von vielen Menschen zur Naherholung genutzt wird“, sagt Kathy Mühlebach-Sturm.

Der BN vertritt die Position, dass in Zeiten anhaltender Diskussionen über Klimakrise und Flächenverbrauch auch bisherige Straßenbauprojekte auf den Prüfstand müssen.

„Das Projekt ist nicht mehr zeitgemäß. Das Geld gehört in den öffentlichen Nahverkehr – etwa den Ausbau der Schiene – und nicht in überdimensionierte Straßenprojekte, deren Fortführung sehr ungewiss ist“, so Kathy Mühlebach-Sturm.

Der BUND Naturschutz kündigt bei fortschreitenden Planungen bereits jetzt massiven Widerstand auf breiter Basis an. Er wird sich mit aller Kraft und legalen Mitteln für das Bauende der B15 neu an der A92 einsetzen.

Für Rückfragen:
Rita Rott
Regionalreferentin für Niederbayern
Tel. 089/54 83 01 12
rita.rott@bund-naturschutz.de