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BAUMSCHUTZSPRECHSTUNDE – EIN VOLLER ERFOLG!

Stadtbäume machen die Klimaveränderung erträglicher – der BUND Naturschutz stellt sein Bürgertelefon zum Schutz der grünen Klimaanlage vor. Seit einem halben Jahr stehen kostenfreie Beratungsleistungen rund um das Thema Stadtbäume zur Verfügung und sind ein voller Erfolg.

Bäume spenden Schatten und kühlen das Klima in der Stadt (Foto: Horst Schunk).

30.05.2018

"In Zeiten des Klimawandels mit steigender Hitzebelastung in den Stadtzentren sind Stadtbäume und innerstädtische Grünflächen als natürliche Klimaanlagen überlebensnotwenig für die Bevölkerung. In vielen bayerischen Städten und Gemeinden schwindet die Zahl der Bäume dennoch rasant. Das wollen wir ändern!" so Richard Mergner, Vorsitzender des BUND Naturschutz. Im Zeitraum von 2010 bis 2015 hat z.B. allein die Stadt München trotz Ersatzpflanzungen einen Nettoverlust von ca. 10.000 Bäumen zu verzeichnen.

Von Seiten der Stadtbewohner ist in den letzten Jahren jedoch ein stark steigendes Bewusstsein und großes Engagement für ihre Stadtbäume zu erkennen. Landesweit formt sich zunehmend Protest bei geplanten Fällungen. Deshalb startete der BUND Naturschutz mit Förderung des Bayerischen Naturschutzfonds das bayernweite Projekt "Neue Chancen für alte Bäume" mit der Koordinationsstelle in Nürnberg. Es soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Situation und die positiven Wirkungen der Bäume im Siedlungsbereich zu schärfen und nachhaltig ihren Schutz zu gewährleisten. Über den Zeitraum von drei Jahren wird neben der neuen Beratungsleistung die Wirksamkeit bisheriger Instrumente zum Stadtbaumschutz (hier v.a. Baumschutzverordnungen) untersucht und Möglichkeiten der Weiterentwicklung geprüft. Es soll eine Argumentationshilfe zu gesundheitlichen Wirkungen von Stadtnatur erstellt werden und eine Wanderausstellung zur Bedeutung und Funktion von innerstädtischem Grün entstehen. Da Eichhörnchen aufgrund ihrer Lebensweise auf Bäume angewiesen sind, wird außerdem ein Citizen-Science-Projekt durchgeführt, in dessen Rahmen Naturfreunde mithilfe einer einfachen Handy-App erfassen können, wann und wo sie die flinken Nager gesehen haben.

Aktionsleitfaden für Stadtbäume

Schon jetzt hat der BN einen einzigartigen Ratgeber zum Baumerhalt erarbeitet. Im Aktionsleitfaden "Freund Baum" finden interessierte Bürger, Kommunen und Politiker auf rund 170 Seiten neben stichhaltigen Argumenten für Bäume wertvolle Basisinformationen, Handlungsempfehlungen und Aktionsvorschläge für die Erhaltung, Pflege und Neupflanzung von Bäumen im Siedlungsbereich.

"Die Sommermonate waren in den letzten Jahren gekennzeichnet von immer neuen Hitzerekorden. Studien prognostizierten bis zum Ende des Jahrhunderts eine rapide Zunahme der Hitzetage mit Tagestemperaturen über 30° C und auch die Zahl der Tropennächte, in denen es nicht unter 20° C abkühlt, steigt an, was bei vielen Personen zu einer fehlenden Regeneration in der Nacht führen kann. Und auch der April dieses Jahres war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881", mahnt Mergner.

Bäume kühlen das Stadtklima

"In Städten verschlechtert die hohe Wärmespeicherfähigkeit von Beton und Asphalt und der hohe Versiegelungsgrad die Situation zusätzlich und führt zu einer Stauung der Hitze. Grünflächen spielen daher für die Klimatisierung einer Stadt eine sehr wichtige Rolle", ergänzt Christian Hierneis, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe München. "Bäume haben den größten Einfluss auf das urbane Mikroklima, sie kühlen durch Verdunstung und verschatten Höfe, Straßen und Plätze. Sie sind für den Erhalt der Biodiversität von großer Bedeutung", zitiert er den gerade erschienenen "Leitfaden für klimaorientierte Kommunen in Bayern".

Ein ausgewachsener Laubbaum verdunstet an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser und kühlt somit seine Umgebung ab. Außerdem sind sie effektive Schattenspender: Mit gerade einmal 15 m Kronendurchmesser schafft es ein einziger Laubbaum, eine Fläche von 160 m² mit seinem Schatten zu kühlen. Vor diesem Hintergrund ist es umso dramatischer, dass in den meisten Städten Bayerns jedes Jahr eine große Zahl an Bäumen unwiederbringlich verloren geht. Zum Schutz der Bäume haben nur ca. 100 von insgesamt 2.056 Kommunen eine Baumschutzverordnung erlassen.

Baumschutz-Telefon hilft Bürgern

"Angesichts der positiven Effekte der Bäume auf die Luft- und Lebensqualität, Biodiversität und ihrer gesundheitlichen Wirkung, haben die Bürger natürlich ein starkes Interesse am Wohlergehen ihrer Stadtbäume. Doch es herrschen häufig Unsicherheiten, sei es bei rechtlichen Unklarheiten, Fragen zum Naturschutz oder der Verkehrssicherheit. Genau an dieser Stelle helfen wir mit unserem Bürgertelefon", erklärt Dr. Daniel Mühlleitner von der Landesfachgeschäftsstelle des BN.

Ob bei Fragen zur Verkehrssicherheit von Bäumen, Baumschutz auf Baustellen, bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder wenn eine Fällung ohne Genehmigung vermutet wird - seit Anfang des Jahres finden interessierte Bürger für ihre Fragen und Anliegen rund um das Thema Stadtbäume Ansprechpartner. Auf der Webseite des BUND Naturschutz gibt es zudem eine FAQ-Sektion, in der man Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Stadtbäume erhält.

Für das Stadtgebiet München gibt es bei der BN-Kreisgruppe München seit Jahren eine Baumschutz-Sprechstunde, die Dienstag und Mittwoch von 14 Uhr bis 16 Uhr unter der Nummer 089 / 51 56 76 64 erreichbar ist.

Alles über Stadtbäume

Baumschutztelefon

  • Rufen Sie uns an unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/STADTBAUM (0800 / 78 23 822)
  • Montag bis Donnerstag von 9 Uhr bis 13 Uhr
  • Oder schreiben Sie uns an stadtbaum@bund-naturschutz.de 

 

Für Rückfragen

Dr. Daniel Mühlleitner
Tel. 09 11 / 57 52 94 -18
daniel.muehlleitner@bund-naturschutz.de 

Christopher Busch
Tel. 09 11 / 57 52 94 -17
christopher.busch@bund-naturschutz.de