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Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann und Prof. Hubert Weiger vom BUND Naturschutz zu Amphibienschutzmaßnahmen im Straßenbau: Bayerisches Amphibienschutzprogramm sichert 39 bedeutendste Amphibienquerungen an Bundes- und Staatsstraßen

Der Freistaat Bayern rüstet die 39 bedeutendsten Amphibienquerungen an Bundes- und Staatsstraßen mit stationären Schutzsystemen für die gefähr-deten Tiergruppen nach. "Durch den Bau der Amphibientunnel und Leiteinrichtungen erhöhen wir nicht nur die Überlebensquote der Amphibien, sondern tragen auch wesentlich zur Sicherheit der freiwilligen Helfer und der Verkehrsteilnehmer bei", erläuterte Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Amphibienschutzanlage an der Bundesstraße 13 für den Amphibienweg 'Sigwartskeller - Erlweiher' im Bereich der Stadt Weißenburg in Bayern. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger würdigte das Schutzprogramm: "Das gemeinsame Programm für die überregionalen Straßen hat Vorbildfunktion. Wir appellieren an Gemeinden und Landkreise, Tunnelanlagen nun auch an 50 ebenfalls landesweit wichtigen Amphibienwanderwegen an Kreis- und Gemeindestraßen zu bauen!" Für die Umsetzung des im Jahr 2010 in Zusammenarbeit von Oberster Baube-hörde im Bayerischen Innenministerium, Umweltministerium und Bund Naturschutz aufgestellten Programms investiert der Freistaat Bayern rund 11,9 Millionen Euro. Das Amphibienschutzprogramm der Bayerischen Staatsbauverwaltung ist Teil des ressortübergreifenden Programms 'Natur-Vielfalt Bayern - Biodiversitätsprogramm Bayern 2030' der Bayerischen Staatsregierung.

01.06.2015

Bis Ende 2014 konnten schon 25 Maßnahmen des Amphibienschutzprogramms umgesetzt werden. Die Nachrüstung der Schutzeinrichtungen erfolgte in den meisten Fällen im Zuge von Erneuerungen des Fahrbahnbelags, Straßenverbreiterungen oder mit dem Bau neuer Geh- und Radwege. Bis Ende 2016 sollen alle 39 Maßnahmen abgeschlossen sein.

Am Amphibienweg 'Sigwartskeller - Erlweiher' hatte die Straßenmeisterei des Staatlichen Bauamts Ansbach seit den 80er Jahren jedes Frühjahr beidseits der Bundesstraße Fangzäune aufgestellt. Die Mitglieder der Ortsgruppe Weißenburg des BUND Naturschutz Bayern e.V. sammelten die Tiere dort ein und brachten sie auf ihren Wanderungen zu ihren Laichgewässern und zurück sicher über die Straße. 1989 ließ der örtliche Rotary Club einen Holzzaun für den Amphibienschutz errichten. Die Straßenbauverwaltung baute Durchlässe in Form von Kastenrinnen an neuralgischen Stellen ein. Im Abschnitt vom Ortsausgang Weißenburg zum Abzweig nach Burgsalach entlang den alten Linden konnten keine Durchlässe gebaut werden. Deshalb entstanden auf einer Länge von 750 Metern stählerne Leiteinrichtungen mit Auffangeinrichtungen im 30 Meter Abstand. Hier können die Amphibien die Straße nur mit den Helfern queren. Im Abschnitt zwischen Burgsalach und dem Parkplatz am Sigwartskeller entstanden im Abstand von je 30 Metern 19 Amphibiendurchlässe. Außerdem wurden 600 Meter Betonleiteinrichtungen eingebaut. Umkehreinrichtungen an den Enden der Leiteinrichtungen und Stopprinnen an den Zufahrten der B 13 runden das insgesamt 1,36 Millionen Euro teure Schutzkonzept ab.

Herrmann dankte den rund 6.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des BUND Naturschutz Bayern e.V. sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Straßenbetriebsdienstes in den Straßenmeistereien für ihre unermüdlichen Einsätze beim Einsammeln und Transportieren hunderttausender heimischer Kröten und Frösche.

Für Rückfragen: Dr. Kai Frobel, Artenschutzreferent, Tel. 0171/6980056, Ulrike Geise, Tel. 0171/6127325