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BESSERES VERKEHRSKONZEPT FÜR DAS INNTAL - BUND NATURSCHUTZ FORDERT VERKEHRSWENDE

Als Reaktion auf den am 5. Februar stattgefundenen „Brenner-Gipfel“ fordert der BUND Naturschutz in Bayern durchgreifende Rahmenbedingungen zur Reduzierung des Lkw-Verkehrs.

06.02.2018

„Der Alpen-Transitverkehr hat sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Brenner-Trasse verlagert – zu Lasten der betroffenen Anwohner. Für eine langfristige Lösung braucht es zeitnah wirksame Instrumente statt Versprechungen und kurzfristigen Maßnahmen wie die Blockabfertigung“, kritisiert BUND Naturschutz Landesbeauftragter Richard Mergner.
Der vom BN abgelehnte sechsspurige Ausbau der Autobahn A8 und der von Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt durchgesetzte Einsatz von „Monster-Trucks“ verschärfe die schlechte Luftsituation im Inntal und am Brenner.


„Es muss für das sensible Inntal eine zukunftsfähige Verkehrsstrategie mit der Priorität für Verkehrsvermeidung geben“, so BUND Naturschutz Kreisvorsitzender Peter Kasperczyk. „Bisher gab es kaum Erfolge bei der Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Es reicht nicht, lediglich neue Kapazitäten auf der Schiene zu schaffen, ohne verkehrsmindernde Maßnahmen zu setzen.“ Eine Verlagerung müsse dabei zu einer echten Entlastung und nicht zu neuem Transitverkehr auf der Straße führen. Nur so könne es zur Verbesserung der Lebensqualität durch Lärmminderung und gesünderer Luft in den belasteten Alpen-Tälern kommen.
„Die Belastung der Anwohner an den Zulaufstrecken hat untragbare Maße angenommen. Es müssen geeignete Infrastrukturen geschaffen werden, welche den Lkw Verkehr nicht weiter in diesem Maße begünstigen“, ergänzt BN-Regionalreferentin Agnes Grasberger.

Der BUND Naturschutz fordert daher von der Bundes- und Landesregierung folgende verkehrspolitische Weichenstellungen:

Die Steuersätze für Benzin und Diesel müssen in den beteiligten EU-Staaten auf ein gleichmäßig hohes Niveau gebracht werden. Dafür ist eine Beschränkung der „Lkw-Billig-Tankstellen“ in Tirol, die als billigste Tankstellen Europas gelten, erforderlich. Der "Tanktourismus“ - Lastkraftwagen die für den billigen Kraftstoff Umwege von hunderten Kilometern in Kauf nehmen - muss vermieden werden.

Wettbewerbsverzerrungen durch Dumpinglöhne für LKW-Fahrer, Überschreitung der Lenkzeiten, Überladung, stillgelegte Abgasnachbehandlung und die massive Missachtung der gesetzlichen Vorschriften verbilligen den Lkw-Verkehr und bringen die Schiene wieder ins Hintertreffen. Europaweit sind faire Arbeitsbedingungen im Transportsektor sowie rigorose Kontrollen und Überwachung der Sozialvorschriften durchzusetzen.

Eine flächendeckende LKW-Maut, die auch Umwelt- und Gesundheitskosten einschließt, muss eingeführt werden. So kann der Umwegverkehr über den Brenner - der wegen der günstigeren Maut in Deutschland bevorzugten Transitstrecke - reduziert werden.

Mit der Einführung einer Alpentransitbörse wird eine begrenzte Zahl von Lkw-Durchfahrtsrechten für einen bestimmten Zeitraum vergeben, die auch handelbar sind. Für die Gesamtzahl der Fahrten wird somit eine verträgliche Obergrenze auf jeder Transitstrecke festgelegt. Dies würde eine faire Verteilung ohne Benachteiligung von Teilstrecken bedeuten.

Die bereits zugesagten Verbesserungen des Lärmschutzes müssen realisiert sowie regelmäßig überprüft und an die Verkehrsentwicklung angepasst werden.

Für Rückfragen:

Richard Mergner
BUND Naturschutz Landesbeauftragter
Tel. 0911-8187825 | Mobil. 0171-6394370

Agnes Grasberger
BN Regionalreferentin für die Regionen Oberland und Südostoberbayern
agnes.grasberger@bund-naturschutz.de | Tel. 089-54829888