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BN begrüßt Kurswechsel für Staatswald

Waldsterben 2.0 durch Klimakrise - Gemeinwohl muss Vorrang bekommen

Sterbende Fichtenwälder bei Dietmannsried im Oberallgäu Fotograf: Ralf Straußberger, BN

11.07.2019

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) begrüßt den von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Kurswechsel für den Staatswald, der ökologischer ausgerichtet werden soll. "Wir haben immer betont, dass die Hauptaufgabe für die Staatswälder darin liegen muss, vorrangig dem Gemeinwohl zu dienen, d.h. dem Klimaschutz für die Städte, dem Schutz vor Lawinen und Hochwasser im Gebirge oder dem Natur- und Artenschutz", so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN. Die Klimakrise macht eine Neuausrichtung der Bayerischen Staatsforsten notwendig, wofür der BN bereits viele Maßnahmen vorgeschlagen hat. Dazu gehören eine naturverträglichere Waldnutzung, eine waldverträgliche Jagdpolitik und mehr Naturwälder inklusive eines Nationalparks mit erster Priorität im Steigerwald. Mehr naturnahe Wälder mit vielen alten Bäume und intakten Waldböden sind bessere Kohlenstoffspeicher.

Entscheidend für den Klimaschutz ist es, ein Klimaschutzgesetz zu verabschieden, das dafür sorgt, dass die Ziele der Pariser Klimakonferenz erreicht werden. "Die Staatsregierung muss sich für schnell wirksame Klimaschutzmaßnahmen einsetzen", so Mergner, "für eine konsequente Energieeinsparung, für mehr erneuerbare Energien, für ein Tempolimit und einen besseren ÖPNV sowie für eine Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene." Der BN warnt davor, dass das Klima und die Wälder sich nicht dadurch retten lassen, dass in Bayern junge Bäume millionenfach nachgepflanzt werden. "Wir fordern die Staatsregierung auf, sich auch auf nationaler und internationaler Ebene dafür einzusetzen, das Sterben der Wälder durch aktive Klimaschutzmaßnahmen zu stoppen", so Ralf Straußberger, Wald- und Jagdreferent des BN. Ansonsten droht eine weitere Klimaerwärmung auf 4 bis 5 Grad, was ein flächiges Sterben der heimischen Wälder bedeuten würde, weil diese ein derartiges Mittelmeerklima nicht überleben würden.

Für Rückfragen:

Martin Geilhufe, Landesbeauftragter, mobil 0172-795 4607

Dr. Ralf Straußberger, BN-Waldreferent, mobil 0171-738 17 24