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BN fordert Elektrifizierung der BOB

Ministerin Aigner muss endlich handeln

16.07.2018

Im Herbst 2017 war die Diskussion um die Problematik der Dieselabgase in vollem Gange. Dabei versprach die jetzige Verkehrsministerin Ilse Aigner sich um eine Lösung zum Ende des Dieselbetriebs bei der Bayerischen Oberlandbahn zu kümmern. Die alten Dieseltriebwagen kommen an ihr Lebensende. Die langen Vorlauffristen bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge und der Ausschreibung des Betriebs dulden keinen Aufschub mehr. Die BOB hat jetzt angekündigt wieder Dieseltriebwagen beschaffen zu wollen. Dies wäre ein vollständiger Rückschritt.

Der fossile Brennstoff Diesel hat seine beste Zeit hinter sich. Der Verkehr ist der Sektor mit der schlechtesten CO2-Bilanz. Schon beim heutigen Strommix (über 45 % der Erzeugung in Bayern erneuerbar) ist eine Elektrifizierung ein großer Schritt zu weniger Treibhausgas. Der Unterhalt der Elektrotriebwagen ist mindestens um ein Drittel billiger. Weitere Vorteile: die Züge sind leiser und produzieren lokal keine Abgase. Elektro-Hybrid-Triebwagen werden seit 2016 mit Mitteln des Bundesverkehrsministeriums neu entwickelt.

Bayern muss jetzt klare Signale setzen:

  • Einerseits für die nächste Ausschreibung jetzt schon deutlich machen, dass nur noch CO2-ärmste Fahrzeuge in Frage kommen.
  • Andererseits mit dem Bundesverkehrsminister baldigst die Finanzierung der Elektrifizierung klären. Die Bundesverkehrsminister kommen seit 2009 auch aus Bayern.


„Schon vor über 100 Jahren war Bayern führend bei der Elektrifizierung der Eisenbahn“, so Richard Mergner, 1.Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern. „Jetzt ist es höchste Zeit, dass Bayern hier nicht länger hinterherhinkt“. Das Nachbarland Baden-Württemberg arbeite bereits kräftig daran landesweit alle Eisenbahnstrecken zu elektrifizieren, während in Bayern bisher nur geredet werde.
„Das beliebte ‚Schwarze-Peter-Spiel‘ um die Zuständigkeit muss jetzt ein Ende haben“ so Manfred Burger, Vorsitzender der Kreisgruppe Miesbach. „Jetzt geht es um die Weichenstellung und dazu muss Bayern auch eigene Gelder beisteuern. Wir brauchen keine Lufttaxi-Träume, sondern einen soliden Schritt zur Dekarbonisierung des Verkehrs.“

„Eine Wiederbeschaffung von Dieselzügen ist völlig indiskutabel. Sie würde die untragbaren Zustände auf den Strecken der Oberlandbahn auf Jahrzehnte zementieren“ so Friedl Krönauer, Vorsitzender der Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen. „Wir wollen aber eine spürbare Verbesserung und mehr Züge in Zeiten hochausgelasteter Strecken, sowohl werktags wie wochenends.“
Es wäre ein Armutszeugnis, wenn Bayern dies gerade auf dieser hoch frequentierten Bahnstrecke nicht schaffe. Der Abschnitt von München bis Holzkirchen ist bereits seit 1968 elektrifiziert.


Für Rückfragen:

Agnes Grasberger
Regionalreferentin – Oberland und Südostoberbayern
Tel. 089/54 82 98?88
E-Mail: agnes.grasberger@bund-naturschutz.de