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BN mobilisiert gegen Westspange-Freyung

Am heutigen Montag, 24.9.18 um 13 Uhr versammelten sich Aktive des BUND Naturschutzes und weitere engagierte Bürgerinnen und Bürger im Forstgarten Freyung um gegen das umstrittene Verkehrsprojekt „Westspange-Freyung“ zu mobilisieren.

BN-Aktive im alten Forstgarten v.l. Julika Selinger-Schreiber (BN-Regionalreferentin Niederbayern), Elmar Hartel (BN KG FRG), Antje Laux (2. Vorsitzende BN KG FRG), Christiane Grapentin (Geschäftsführerin BN KG FRG), Karel Kleijn (BN KG FRG), Ina Minkowski (BN Mitglied, Anliegerin)

24.09.2018

Der Stadtrat entscheidet voraussichtlich im Oktober über die innerstädtische Ortskernumfahrung, die zwischen der Grafenauer Straße (St 2630) und der Passauer Straße (St 2132) verlaufen soll. Der BUND Naturschutz lehnt dieses Verkehrsvorhaben entschieden ab, denn damit wird die wichtige Grünachse zwischen Buchberger Leite/ Saußbachau und Stadtzentrum zerschnitten und damit wertvoller Lebens- und Erholungsraum zerstört. Des Weiteren müsste der Forstgarten mit dem hohen Altbaumbestand weichen. Die bestehende Nullvariante über die B12 ist laut Verkehrserhebung völlig ausreichend und sinnvoll, da eine Westspange den Verkehr in das Stadtzentrum ziehen würde.

Grünachse und Naherholung gefährdet

Peter Mayer, Vorsitzender der Kreisgruppe Freyung-Grafenau ist überzeugt: „Der Verlust an Naherholungs- und Lebensraum für Mensch und Natur steht in keinem Verhältnis zur gewonnenen Zeit im Straßenverkehr. Durch die geplante Westspange wird die grüne Achse und damit die optimale Anbindung an das Wandergebiet am Saußbach zerstört.“ Ökologisch gesehen ist die Grünachse ein Komplex von Altbaumbeständen, Magerrasenresten, naturnahen Aubereichen, insgesamt ein sehr strukturreicher Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Naherholung des Menschen. Mayer ist empört: „Freyung hat in den Planungen zur Westspange den Verlust an Erholungsfunktion nicht einmal angedeutet, beschämend für eine Kurstadt in einem Raum, in dem Naturtourismus eines der wenigen zukunftsträchtigen Wirtschaftsfundamente bildet.“

Westspange konträr zur Landesgartenschau

Antje Laux, 2. Vorsitzende der Kreisgruppe Freyung-Grafenau fehlt ein Gesamtkonzept der Stadt für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung: „Wie können die Planer und Befürworter dieses Ausmaß an unzeitgemäßer Natur- und Landschaftszerstörung in Einklang bringen mit den Zielen einer zukünftigen Gartenschau?“ Freyung hat sich für die Bayerische Landesgartenschau 2022 beworben und den Zuschlag bekommen. Ob Freyung auch ausgewählt worden wäre, wenn die Westspange schon realisiert wären, fragen sich die Naturschützer. Laux gibt zu bedenken: „Das Motto der Gartenschau ´Natur in der Stadt´ wird mit der Planung der Westspange zu einer hohlen Hülle.“

Verkehr wird in den Ort gezogen – gesteigerter Lärm

Laut aktueller Verkehrsprognosen stagniert die Anzahl der Kraftfahrzeuge in der Grafenauer Straße seit mehreren Jahrzehnten und geht tendenziell auch aufgrund demographischer Faktoren zurück. „Die gewünschte Verkehrsentlastung im Ortskern wird mit der Westspange nicht erreicht, sondern das Gegenteil wird der Fall sein“, so Julika Selinger-Schreiber, BN-Regionalreferentin für Niederbayern. „Die Westspange wird den Verkehr in die Stadt ziehen, ganz genau nach dem Zitat ´Wer Straßen sät wird Verkehr ernten`. Die breit ausgebaute Straße wird Laster durch die Stadt lotsen, die sonst Freyung auf der B12 umfahren hätten. Ruhige Wohngebiete werden starkem Lärm und weiteren Abgasen ausgesetzt. Der Stadtplatz wird zwar leicht entlastet aber dies wäre auch mit anderen Lösungen realisierbar. Ziel des Stadt sollte sein, den ÖPNV auszubauen und Fußgängern und Fahrradfahrern wieder mehr Raum zu geben.“  Selinger-Schreiber ergänzt: „Die Allgemeinheit hat nichts von der Westspange, die Vermutung liegt nahe, dass wieder einmal Partikularinteressen Einzelner vertreten werden.“

Alte Bäume im Forstgarten müssen weichen

Nicht zuletzt sehen die Aufstellung des Bebauungs- und Grünordnungsplans „Westspange-Freyung“ und die verbundene Änderung des Flächennutzungsplans vor, den alten Forstgarten mit dem hohen Altbaumbestand massiv zu beeinträchtigen und das Stadtbild damit stark zu verändern.

Für Rückfragen:
Julika Selinger-Schreiber, Regionalreferentin Niederbayern
Tel.: 089/ 54 83 01 12; Mobil: 0175/ 355 97 06
julika.selinger@bund-naturschutz.de