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BN PRAXISTAG ZUR MECHANISCHEN BEIKRAUTREGULIERUNG MIT HACKMASCHINE UND STRIEGEL IM LANDKREIS AICHACH EIN VOLLER ERFOLG

BUND NATURSCHUTZ FORDERT KOMPLETTEN HERBIZIDVERZICHT BIS 2025

Landwirte im Gespräch - Foto: Marion Ruppaner

17.05.2018

- 150 Teilnehmer -

Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, insbesondere auch das wegen möglicherweise krebserregender Wirkung in die Kritik geratene Totalherbizid Glyphosat, hat zu einem mangelnden Nahrungsangebot in der Feldflur und damit zum Rückgang von Wildpflanzen und zur Gefährdung von Insekten, Vögeln, und anderen Tierarten bzw. Wasserorganismen geführt.

Der BUND Naturschutz hält eine Umorientierung der landwirtschaftlichen Anbauverfahren in Richtung Pestizidvermeidung für äußerst dringlich. Aktuell fordert der BN neben einem stufenweisen Ausstieg aus der Glyphosatanwendung innerhalb von 3 Jahren auch den Komplettverzicht der Anwendung von Herbiziden zur Beikrautregulierung bis zum Jahr 2025.

Stephan Kreppold, Sprecher des BN Arbeitskreis Landwirtschaft des BN, betonte angesichts des großen Interesses vor allem junger Landwirte an dem Praxistag: "Die Zeit der von Chemiekonzernen gesteuerten Agrarpolitik ist abgelaufen, denn die Landwirte sind bereit, Verantwortung für eine naturschonende, zukunftsorientierte Landnutzung zu übernehmen."

Für einen Herbizidverzicht gibt es bereits viele praktikable Lösungen. Diese wurden bei dem gestrigen Praxisnachmittag des BN auf dem Hof der Familie Kreppold, der in 2. Generation biologisch bewirtschaftet wird, aufgezeigt. Trotz des Regenwetters waren über 150 Interessierte gekommen, die meisten davon konventionelle Landwirte. Nach einem Einführungsvortrag von Alexander Kögel von Bioland, der neben der Technik auch auf die Voraussetzungen für einen Herbizidverzicht, wie ausgeglichene Fruchtfolge, Kleegrasmanagement, Wahl der Zwischenfrüchte, schonende Bodenbearbeitung oder Düngemanagement, einging, zeigte Landtechnikredakteur Helmut Süß Videos der neuesten Geräte zur Hacktechnik, u.a. auch kameragestützte Verfahren und Selbstfahrroboter.

Im Anschluss gab es die Gelegenheit, mit Praktikern ins Gespräch zu kommen, denn zehn Landwirte und zwei Maschinenherstellerfirmen waren mit ihren Traktoren und Geräten auf den Hof gekommen, gaben Tipps für Geräteoptimierungen und berichteten über ihre Erfahrungen im Beikrautmanagement.

Für Rückfragen:
Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin,
Tel. 0911 81878-0/20