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BN zieht positive „Grüne Bilanz 2021“: Rückenwind durch Mitgliederzuwachs – BN verstärkt Druck auf Ampelkoalition und Staatsregierung - Klimaschutzversprechen umzusetzen

Ampel-Koalition stimmt hoffnungsvoll für Energie- und Agrarwende. Forderung nach Straßenbaumoratorium, Nachschärfen des Bayerischen Klimaschutzgesetzes und Landesentwicklungsprogramms. BN freut sich besonders über Erfolge beim Streuobstpakt, beim Schutz von Fischotter- und Feuersalamander sowie über die Erweiterung des Grünen Bandes. Höchststand bei BN-Mitgliederzahlen.

28.12.2021

Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. zieht eine positive Jahresbilanz für 2021. „Konsequenter Umwelt- und Klimaschutz haben im Jahr 2021 durch die schlimmen Flutkatastrophen und Auseinandersetzungen um Flächenverbrauch und Straßenbauprojekte in Bayern eine zentrale Rolle gespielt und auch die Bundestagswahl beeinflusst“, erklärt der BN-Vorsitzende Richard Mergner. „Das wachsende Interesse in der Bevölkerung belegt auch das Mitgliederwachstum im BUND Naturschutz um 6.000 Personen auf den Höchststand von 261.000 Mitgliedern. Wir sehen dies als enormen Rückenwind und werden im Jahr 2022 verstärkt Druck machen, damit die Versprechen der bayerischen Staatsregierung und der neuen Ampelkoalition zu konsequenterem Klima-, Wald-, und Flächenschutz auch umgesetzt werden.

Wir werden uns im kommenden Jahr von der Bundes- bis hin zur Gemeindeebene mit unseren 650 Orts- und Kreisgruppen für die Rettung bäuerlicher Familienbetriebe, gegen weitere industrielle Tierfabriken sowie eine echte Mobilitätswende einsetzen. Rückwärtsgewandte Entwicklungen werden wir weiter als Dinosaurier-Politik kritisieren, so fordern wir weiterhin einen Stopp aller geplanten Staats- und Bundesfernstraßen im Freistaat!“

Die Novelle des Bayerischen Klimaschutzgesetzes, welche monatelang unter Verschluss gehalten wurde, ist zum Jahresende nicht zuletzt durch den Druck des BN doch noch veröffentlicht worden. „Sie ist aber leider nicht dazu geeignet, das 1,5-Grad-Ziel von Paris für den Freistaat einzuhalten. Nach den vollmundigen Klima-Ankündigungen von Ministerpräsident Markus Söder stimmt uns das ärgerlich“, so Mergner. „Wir werden auch im kommenden Jahr den Finger in die Wunde legen und das Gesetz sehr kritisch begleiten, wenn es seinen Weg durch den bayerischen Landtag nimmt.“ Mergner betont in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung des aufsehenerregenden Klima-Urteils des Bundesverfassungsgerichts. Unter anderem der BUND Bundesverband hatte erfolgreich für mehr Klimaschutz geklagt, der BN aus Bayern hatte sich der Klage angeschlossen. „Diesem Urteil kann sich auch Bayern nicht entziehen“, so Mergner.

Im Hinblick auf das kommende Jahr hat sich der BUND Naturschutz in Bayern neben zentralen Fortschritten bei Klima- und Artenschutz zahlreiche Einzelziele gesetzt: die weitere Sensibilisierung für einen Nationalpark Steigerwald, der spätestens 2023 Realität werden soll, ein naturverträglicher Umgang mit den Alpen statt einem weiterem Rummelzirkusausbau wie am Grünten oder den Stopp zahlreicher Straßenbauprojekten wie z.B. der geplante Ausbau der B 12 und die Ortsumfahrungen Dinkelsbühl oder Erding. „Die vielen Aspekte einer natur- und klimaverträglichen Entwicklung Bayerns müssen 2022 auch in das Bayerische Landesentwicklungsprogramm eingehen. Die anstehende Überarbeitung ist eine große Chance, alle Regionen Bayern gleichwertig und zukunftsfähig zu entwickeln“, so Mergner.

Für 2021 positiv hervorzuheben ist die Unterzeichnung des Streuobstpaktes. Der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe dazu: „Ein großer Erfolg, bei dem der BN maßgeblich beteiligt war. Dass die Regelungen aus dem Bienen-Volksbegehren in diesem Bereich nachgebessert wurden ist einzig den Umweltverbänden zu verdanken. Wenn die Ziele des nun mit der Staatsregierung geschlossenen Streuobstpakts umgesetzt und auch mit den nötigen Finanzen und Strukturen unterstützt werden, ist dies ein großer Beitrag zum Schutz dieser ‚Paradiese aus Menschenhand‘.“

Herausragend ist laut Geilhufe auch die Verhinderung des Personalabbaus bei den Bayerischen Staatsforsten im Rahmen der Forstreform – hier war der BN maßgeblich beteiligt. Ebenso erfreulich ist die endgültige Abschaltung des AKW Gundremmingen nach jahrzehntelangen Protesten und Aktionen, die maßgeblich vom BN initiiert waren. Der komplette Atomausstieg wird dann im kommenden Jahr vollzogen, in Bayern mit dem Abschalten von Isar II.

Ebenfalls erfolgreich war die Klage gegen die Genehmigung der Tötung von Fischottern an drei Fischteichen durch die Regierung der Oberpfalz. Das Verwaltungsgericht Regensburg hatte Ende August der BN-Klage stattgegeben und die Tötung untersagt. „Wir hoffen, dass damit auch grundsätzlich Forderungen nach dem Abschuss von Tierarten, die zum Sündenbock für grundlegende Probleme gestempelt werden, ein Ende haben“, erklärt der Landesbeauftragte Martin Geilhufe.

Neben den Fischottern konnte sich der BN auch erfolgreich für die Feuersalamander einsetzen. Das gemeinsame Artenhilfsprogramm mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), dem Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz (LARS) und dem Umweltministerium soll den Bestand des Feuersalamanders sichern. Bayern stellt 1,7 Millionen Euro für das Programm bereit. „Der Amphibienschutz ist im BUND Naturschutz seit Jahrzehnten fest verankert. Unsere Amphibienrettungs- und Schutzmaßnahmen stellen eine der größten Artenschutzanstrengungen in Bayern dar“, betont Martin Geilhufe.

Erfreuliche Nachrichten gab es in diesem Jahr auch für das Grüne Band und den Moorschutz: Am Grünen Band wird der länderübergreifende Biotopverbund durch den Flächenankauf nahe des Nationalparks Bayerischer Wald gestärkt. Bei einem Besuch von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber warb der BN zudem dafür, das Grüne Band als UNESCO-Welterbestätte vorzuschlagen. Auch im Moorschutz konnte der BN den Ankauf zahlreicher Flächen und Maßnahmen zur Renaturierung und für gefährdete Arten fortsetzen.

Der BN hat sich auch in diesem Jahr durch zahlreiche Mitmachaktionen und anderen Initiativen ausgezeichnet. So können Bürger*innen Baumpatenschaften im Steigerwald erwerben, es gibt das Hummeltelefon, die Eichhörnchen-Appund die Vogelstimmen-Hotline. Ein besonders weitreichender Erfolg ist die erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“, außerdem gab es die Petitionen „Solaroffensive“ und „Saatgut-Patente“, Amphibienaktionen, und die Wanderausstellung zum Ökolandbau, um nur einige zu nennen.
 

Für Rückfragen:

Felix Hälbich,

Pressesprecher, Referent für Medien und Kommunikation

Tel. 0 89 / 5 14 69 76 11; 01 71 / 3 37 54 59

E-Mail: felix.haelbich@bund-naturschutz.de