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BN zum internationalen Tag des Waldes - Wälder als Grüne Lungen unersetzlich

Zum Internationalen Tag des Waldes weist der BUND Naturschutz in Bayern (BN) auf die besondere Bedeutung der Wälder beim Klimaschutz hin. „Wälder sind in Zeiten der Klimakrise unersetzlich: als natürliche Kühlanlagen und als Kohlenstoffspeicher“, so Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN. Zugleich sind Wälder hierzulande von der Klimakrise besonders betroffen. Der BN richtet zwei Hauptforderungen an die Politik. Zum einen muss die Funktionsfähigkeit der Wälder als „grüne Lungen“ durch wirksame Klimaschutzmaßnahmen erhalten werden. Zum anderen müssen die Waldböden schonender behandelt, die Wälder in der Fläche erhalten sowie naturnäher bewirtschaftet und besser geschützt werden. „Eine Forstwirtschaft, die verstärkt auf exotische Baumarten setzt und die Wälder engmaschig mit tonnenschweren Forstmaschinen befährt, ist auf dem falschen Weg“, warnt Geilhufe.

Waldsterben 2.0 durch Klimakrise; Kiefernwald stirbt und Eichen am Waldrand trotzen der Hitze; Landkreis Fürth, 2019 (Foto Straußberger, R.)

20.03.2020

Nach Ansicht des BN fehlt es bislang am politischen Willen, wirksame Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. „Es ist bekannt, welche Maßnahmen in welchen Sektoren notwendig sind, um das Klima und damit auch die Wälder zu retten“, so Geilhufe. Von den jährlichen deutschen Treibhausgas-Emissionen (805 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente) können die deutschen Wälder nur einen kleinen Teil kompensieren, d.h. binden (ca. 7 %). Im Vergleich dazu liegt die Menge des in der Vergangenheit bis heute in der Waldbiomasse und im Waldboden gespeicherten Kohlenstoffdioxids um den Faktor 150 höher. Sehr viel wichtiger ist es deshalb diesen Kohlenstoffspeicher in den Waldökosystemen zu erhalten. Das muss die oberste Richtschnur für das künftige Waldmanagement werden. Dies bedeutet in der Praxis naturnahe Wälder sehr schonend zu bewirtschaften und einen Teil auch als Naturwälder zu schützen. „Große Löcher in das Kronendach naturnaher Laubwälder zu hacken, um dort exotische Baumarten anzupflanzen oder Nadelbäume, die an die Klimakrise nicht oder weniger angepasst sind, ist völlig kontraproduktiv“, so Ralf Straußberger, Waldexperte des BN. In labilen Nadelwäldern sollte mehr auf heimische Baumarten gesetzt und auf Schadflächen mehr Totholz, mehr Holzbiomasse belassen werden.

Grundsätzlich muss der Walderhalt als solcher in der Klimakrise einen höheren Stellenwert bekommen und Rodungen vermieden werden. Jede Rodung verkleinert die Waldfläche und reduziert die Kühlleistung des verbleibenden Waldes. Die Rodung schmälert in der Klimakrise die Überlebenschancen für den „Restwald“! Zwischen Großstädten und größeren Waldgebieten kann der Temperaturunterschied an der Oberfläche im Sommer bis über 20°C betragen.

Für Rückfragen: Dr. Ralf Straußberger, BN-Waldreferent, Tel 0171-738 17 24