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BUND Naturschutz ehrt Peter Wohlleben mit Bayerischer Naturschutzmedaille

Seine Bücher haben bei vielen Menschen neues Interesse am Wald und dem Leben der Bäume geweckt. Er setzt sich seit vielen Jahren für eine ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Forstwirtschaft ein. Für sein Wirken verlieh der BUND Naturschutz (BN) dem Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben am 22. März in Bamberg die Bayerische Naturschutzmedaille.

Peter Wohlleben bei der Verleihung der Bayerischen Naturschutzmedaille

„Natur ist nicht Kampf, Natur ist Solidarität!“, erklärte Peter Wohlleben bei seiner Festrede in Bamberg. (Fotos: BN/Toni Mader)

BN-Ehrenvorsitzender Hubert Weiger bei seiner Laudatio auf Peter Wohlleben

Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz, hielt die Laudatio auf Peter Wohlleben.

Die BN-Vorsitzenden und das Ehepaar Wohlleben bei der Verleihung der Bayerischen Naturschutzmedaille

BN-Ehrenvorsitzender Hubert Weiger, stellvertretende BN-Vorsitzende Doris Tropper, Miriam und Peter Wohlleben, BN-Vorsitzender Richard Mergner und stellvertretender BN-Vorsitzender Sebastian Schönauer.

22.03.2019

Ganz bewusst hatte der BN als Ort für diese Ehrung Bamberg gewählt, um auf die wertvollen Buchenwälder im Steigerwald aufmerksam zu machen. Der Verband setzt sich seit langem für die Einrichtung eines Nationalparks im nördlichen Steigerwald ein.

„Wir freuen uns ganz besonders, dass der Wald durch Ihr Wirken einen neuen Stellenwert bekommen hat“, betonte BUND-Vorsitzender Hubert Weiger bei seiner Laudatio. Die Deutschen, so Weiger, hätten eine tiefe Beziehung zu ihren Wäldern. Auch die Geschichte des Naturschutzes dokumentiere dies. Doch der Einsatz für den Schutz der Wälder sei oft sehr konfliktbelastet. Nicht selten überwiege kurzfristiges Denken, so Weiger, und der Wald werde „maschinengerecht hergerichtet, um nicht zu sagen hingerichtet“.

Wohlleben habe  mit seinen Büchern eine andere Seite des Waldes bekannt gemacht, betonte Hubert Weiger: „Sie haben es meisterhaft verstanden, komplizierte Forschungsergebnisse in einer Sprache zu transportieren, die die Menschen verstehen, die sie anrührt und in die Geheimnisse des Waldes hineinführt.“ So hätte der Förster beschrieben, dass die vermeintliche Konkurrenz im Wald um Licht und Rohstoffe tatsächlich geprägt ist von Solidarität. Bäume wechseln sich beispielsweise ab, wann sie blühen oder kümmern sich um ihren Nachwuchs. Weiger bedankte sich für Peter Wohllebens „Mut machenden Einsatz für unsere Wälder und damit für die Zukunft!“

Peter Wohlleben erklärte sich den teils heftigen Widerspruch gegen seine Aussagen mit dem aufklärerischen Denken unserer Zeit, das die Welt „als große Maschine“ verstehe. In einem Ranking, in dem der Mensch im eigenen Verständnis ganz oben stehe, begreife man Bäume oft als Diener. Die gängige Auffassung vom Leben im Wald sei die eines Kampfes um Rohstoffe und Licht, so Wohlleben. Dabei gelte vielmehr: „Natur ist nicht Kampf, Natur ist Solidarität!“ Wohlleben plädierte für weitere Nationalparke, um wertvolle Wälder zu erhalten – „für uns und für unsere Kindeskinder“.

Den herzlichen Dank des BN sprach auch der Landesvorsitzende Richard Mergner aus – dafür, „dass Sie sich für den Waldnaturschutz und für einen weiteren Waldnationalpark in Bayern einsetzen und Menschen durch Ihre Bücher motivieren, über Bäume und den Wald neu nachzudenken und den Wald neu zu entdecken“. „Sie haben ein Herzensthema des BUND Naturschutz in die breite Öffentlichkeit getragen“, ergänzte Mergners Stellvertreterin Doris Tropper.

Die Bayerische Naturschutzmedaille ist eine Auszeichnung, die der BUND Naturschutz seit über 45 Jahren an Persönlichkeiten vergibt, die sich um den Umwelt- und Naturschutz verdient gemacht haben. Für die musikalische Umrahmung sorgte ein  Querflötenensemble der Städtischen Musikschule Bamberg