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Bund Naturschutz zieht Grüne Bilanz 2001

Lichtblicke und Erfolge mit Natur- und Umweltschutz für die Bewahrung der Lebensqualität in der Oberpfalz und in Bayern

06.02.2002

Der Widerstand gegen neue Atommüllzwischenlager mit mehr als 160.000 Einwendungen, neue Allianzen für den Bürgerwald oder ein attraktives Bayernnetz mit Bahn und Bus zeigen das ungebrochene Engagement des Bundes Naturschutz für die Umwelt im vergangenen Jahr. Trotz mancher nicht erreichter Ziele ist seine Bilanz für das Jahr 2001 insgesamt positiv.Die erfolgreiche, von Geldern aus Politik und Wirtschaft völlig unabhängige Arbeit des Bundes Naturschutz wird v.a. durch die Unterstützung von 170 000 Mitgliedern und Förderern sowie durch das große Engagement der 77 Kreis- und 770 Ortsgruppen ermöglicht.Der auf Landesebene größte Natur- und Umweltschutzverband Deutschlands hat deshalb auch im vergangenen Jahr in vielen zentralen Bereichen wichtige Beiträge für ein lebenswertes Bayern leisten können.Bei den anstehenden Kommunal- und Bundestagswahlen will sich der Bund Naturschutz verstärkt für ökologische Weichenstellungen in der Landwirtschafts-, Verkehrs- und Energiepolitik einsetzen.Als größte Erfolge in der Oberpfalz stuft der Bund Naturschutz die Beteiligung an der Landesgartenschau Cham, den erfolgreichen Start des Modellprojektes "Sandlebensräume" in der Kreisgruppe Neumarkt und die endgültige Sicherung des Naturschutzgebietes Brandlberg (Lkr. Regensburg) ein.Ende 2001 hatte der BN in der Oberpfalz 14.526 Mitglieder und Förderer.Obwohl menschengemachte Katastrophen wie die BSE-Krise aber auch Terror und Krieg im vergangenen Jahr beherrschende Themen waren, gab es doch viele Lichtblicke, von der Rückkehr der Wildkatze auf leisen Pfoten, über innovative Modellprojekte im Biotop- und Artenschutz, neue Bündnisse mit dem Einzelhandel zum Schutz der Innenstädte oder 160.000 Einwendungen gegen die drei in Bayern geplanten Atommüllzwischenlager.Gleich zu Jahresbeginn konnte der Bund Naturschutz durch Mitwirken bei der Agrarwendekampagne seine jahrzehntelangen Forderungen nach einer sozial und ökologisch ausgerichteten Agrarpolitik ein gutes Stück voranbringen. Erfolge sind die endgültige Abschaffung der Legebatterien von Hühnern ab 2007, verbesserte Tierschutzvorschriften beim Neubau von Stallungen für z.B. Kälber und Schweine, das angekündigte Verbot von Antibiotika als Leistungsförderer in Futtermitteln ab 2003, ein eigenes Bundesprogramm ökologischer Landbau und das neue Biosiegel. Über 200 Veranstaltungen zu BSE und Agrarwende wurden in allen Regionen Bayerns durchgeführt. Das BN-Agrarprogramm mit der Kernidee der flächen- und arbeitskraftbezogenen Prämien mit Obergrenzen bei der Beachtung von Umweltstandards wurden erfolgreich in eine bundesweite Initiative eingebracht und mit dem Partnerverband Euronatur auf europäischer Ebene vertreten. Auch auf der größten bayerischen Verbrauchermesse, der Consumenta in Nürnberg und am Tag der Regionen in Bayern fanden die Aktionen zur Agrarwende großes Publikumsinteresse. Dass eine wachsende Mehrheit in der Bevölkerung nach wie vor die "grüne Gentechnik" auf dem Acker und in Lebensmitteln ablehnt, ist auch auf diese geleistete Arbeit zurückzuführen. Beim geplanten Ausbau der Donau im letzten freifließenden Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen stehen dagegen die Zeichen auf Sturm. Der 10. Internationale Donaukongress in Niederalteich hat eindrucksvoll klar gestellt, dass nur ein sanfter, flussbaulicher Ausbau ohne jegliche Staustufen ein Kompromiss zwischen Schifffahrt und Natur sein kann. Das Jahr 2002 wird für die bayerische wie die rot-grüne Umweltpolitik zur Nagelprobe bei der Entscheidung zwischen den Interessen der Kanalbaulobby und der Bewahrung der Donau als Juwel europäischen Naturerbes. Nicht zuletzt auch aufgrund der Initiativen des BN findet am 20. Februar eine Expertenanhörung im Deutschen Bundestag statt. Die überwältigende Spendenbereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger für diese Auseinandersetzung sichert den Weiterbetrieb des BN-Aktionsbootes Takatuka ebenso wie Lobbyarbeit und Aktionen sowie einen Schwerpunkt für Ankaufprojekte des Bundes Naturschutz im Jahr 2002.Im Jahr 2001 waren auch strategische Bündnisse mit anderen Organisationen ein wichtiger Baustein der Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit. So hat das Bürgerwaldforum unter Federführung des BN den ersten Bürgerwaldbericht herausgegeben. In Gesprächen mit den beiden großen Fraktionen des bayerischen Landtages wurden gute Ergebnisse zur Sicherung der vorbildlichen Bewirtschaftung im Staatsforst erzielt. Auch die Zusammenarbeit mit Einzelhändlern und HeimatpflegerInnen zur Erhaltung der Innenstädte statt Ansiedlung von Einkaufszentren auf der grünen Wiese und der Widerstand gegen Factory Outlet Center war in mehreren Fällen erfolgreich - u.a. beim geplanten Großeinkaufszentrum der Fa. Höffner in Fürth. Die Gemeinschaftsaktion von Bund Naturschutz, VCD und Pro Bahn für "ein modernes Bayernnetz mit Bahn und Bus" hat prominente Erstunterzeichner und Unterstützer gefunden.Neue Wege beschreitet auch die Bund Naturschutz Service GmbH als Betreiberin des Nationalparkladens im Nationalpark Bayerischer Wald. Die 100prozentige Tochter des Bund Naturschutz hat sich auch erfolgreich am Markt für ökologische Reisen im Bereich der Umweltbildung etabliert. Dass Alternativen für ein ökologisch verträgliches Wirtschaften auf fruchtbaren Boden fallen, zeigt auch der anhaltende Boom bei Solaranlagen und rationeller Energieeffizienztechnik in Bayern. Dank der Aktionen des Bundes Naturschutz kommen mittlerweile mehr als 40 Prozent der Förderanträge für Solarstromanträge aus Bayern.Im Arten- und Landschaftsschutz ist unter dem Motto "auf zu neuen Ufern" das Biberprojekt zum Katalysator für die Renaturierung bayerischer Talauen geworden. Mit einer fundierten Konfliktberatung und -vorbeugung durch die Biberberater konnte die Akzeptanz des urbayerischen Baumeisters gesichert werden. Nach einer aktuellen Untersuchung wurde auch die Wildkatze in Niederbayern und Mittelfranken, im Jura und im Vorland des Thüringer Waldes wieder häufiger gesichtet. Der Bund Naturschutz hatte den scheuen Mäusejäger nach seiner Ausrottung in Bayern im Spessart, Steigerwald und Bayerischen Wald wieder eingebürgert. Die "längste" Bestandserfassung in der Geschichte des Naturschutzes wurde beim "Grünen Band" von Bayern bis zu Ostsee vorgenommen und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als zentrale Vorraussetzung für den langfristigen Schutz des längsten Biotops quer durch Deutschland gewürdigt. In dem 2001 herausgegebenen Sonderheft Artenschutz wird ein kleiner Teil aus der weiteren Vielfalt an modellhaften Umsetzungs- und Forschungsprojekten vorgestellt, die allein im Jahr 2001 ein Projektvolumen von 1,5 Mio. Euro ausmachten. Mit dem größten Naturschutz-Umsetzungsprojekt Bayerns, der "SandAchse Franken" gelang es dem Bund Naturschutz zusammen mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege und dem Landesbund für Vogelschutz sowie allen Landkreisen und Städten zwischen Bamberg und Weißenburg, das Bewusstsein für die typischen Sandlebensräume zu wecken. Hunderte von Exkursionen, Naturschutztage und etliche Großveranstaltungen wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Erste Flächen zur Schaffung von Sandmagerrasen konnten erworben werden. Wie phantasievoll und bestens nachgefragt das Umweltbildungsangebot des Bund Naturschutz ist, hat der Zuspruch zu den vielen Angeboten in den BN-Ökostationen und bei den Veranstaltungen des BN-Bildungswerkes gezeigt. Das große Vortrags- und Umwelterfahrungsprogramm in den Kreisgruppen und die Aktivitäten der JBN für Kinder- und Jugendgruppen, machen mit über 1000 Einzelveranstaltungen zur größten ökologischen Volkshochschule in ganz DeutschlandGrüne Bilanz 2001 für die OberpfalzDer Bund Naturschutz ist das umweltpolitische Gewissen in der Oberpfalz.Bei den sieben Kreisgruppen und 79 Ortsgruppen standen im vergangenen Jahr der Landschafts- und Artenschutz, die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, die Energie- und Agrarwende, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Betreuung zahlreicher Kindergruppen im Mittelpunkt der Naturschutzarbeit vor Ort.Besonders erfreulich: * Im Landkreis Schwandorf hat sich eine neue Ortsgruppe (Schwarzenfeld) gegründet.* Die Ortsgruppe Alteglofsheim konnte ihr 10jähriges Jubiläum feiern.* In der Kreisgruppe Regensburg wurde Frau Erika Kreuzer-Kunisch (Laaber) mit dem Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für ihr ehrenamtliches Engagement (v.a. bei der Kindergruppen- und Jugendarbeit) ausgezeichnet.* Im Regierungsbezirk ist die Zahl der Mitglieder und Förderer um über 1.500 gewachsen; Die wichtigsten Erfolge für den Bund Naturschutz in der Oberpfalz sind:* Die Beteiligung von Landesverband und Kreisgruppe an der Landesgartenschau Cham: Hierfür hat die Kreisgruppe Cham in vorbildlicher Eigenleistung eine "Ökolaube" als baubiologisches Modell - und Demonstrationsobjekt errichtet. Zusammen mit dem Artenschutzreferat wurde die Ausstellung "Rebhuhn und artenreiche Feldflur" konzipiert und dort ausgestellt. Die Besucherresonanz übertraf alle Erwartungen: an manchen Vormittagen nutzten über 400 Personen das vielfältige Informationsangebot.* Das Projektes Sandlebensräume /Sandwerkstatt im Landkreis Neumarkt:Ähnlich wie beim landesweiten Vorzeigeprojekt "Sandachse Mittelfranken" ist es auf Initiative der leider verstorbenen Vorsitzenden unserer Kreisgruppe Neumarkt, Gabi Thanner-Fritsch, auch hier gelungen, zusammen mit Naturschutzbehörden, Landschaftspflegeverband und anderen Naturschutzverbänden eine große Allianz zu bilden und ein gemeinsames Umsetzungsprojekt zum Schutz und zur Vernetzung bedrohter Sandlebensräume auf den Weg zu bringen. Auch der Bayerische Naturschutzfonds unterstützt dieses Projekt, so dass der BN dafür noch Ende 2001 eine Halbtagsstelle einrichten konnte. Erarbeitet werden dort für die "Sandwerkstatt" im ehemaligen Landesgartenschaupavillon die Ausstellung "Kleinode im Sand" sowie ein breitgefächertes Aktions- und Informationsangebot für Schulklassen und Besucher.* Die Rettung des NSG Brandlberg vor der Zerstörung durch Kalkabbau:Anfang 2001 hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Normenkontrollklage gegen das auch auf Initiative des BN ausgewiesene NSG Brandlberg am Stadtrand von Regensburg abgewiesen. Damit ist dieses vom Kalkabbau bedrohte Schutzgebiet von bayernweiter Bedeutung endgültig gesichert. Die langjährigen Bemühungen des BN und vieler Naturfreunde, den Brandlberg als Lebensraum für seltenste Arten (z.B. Regensburger Heufalter, Regensburger Geisklee) und als Erholungsgebiet für Regensburg zu erhalten, haben schließlich doch den erhofften Erfolg gebracht.Bewährte Strategien im ArtenschutzMit gezielten Hilfsprogrammen für einzelne Arten, aber auch mit oft zeitaufwendigen Biotoppflegearbeiten hat der BN in der Oberpfalz auch 2001 auf mehreren hundert Hektar entscheidend zur Verbesserung und Neuschaffung von Lebensräumen und zum Artenschutz beitragen können:* In Hahnbach ist nach dreijähriger Brutpause der Weißstorch wieder zurückgekehrt. Ermöglicht wurde dieser erfreuliche Bruterfolg v.a. durch umfangreiche Renovierungsarbeiten am Horst durch Mitglieder der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach.* Im Raum Mähring hat die Kreisgruppe Tirschenreuth in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband ein großes Teichareal mit ausgedehnten Flachwasserzonen als Nahrungsbiotop für den Schwarzstorch und als Baustein für den Biotopverbund im bayrisch-böhmischen Grenzstreifen angelegt. Hiervon profitieren auch viele andere seltene Arten, wie Wachtelkönig, Bekassine, Weißstorch, Raubwürger und Moorfrosch.* Auf einem Acker bei Seligenporten wurde von der Kreisgruppe Neumarkt im Rahmen des Landschaftspflegeprogrammes ein neuer Biotop für den seltenen Laubfrosch geschaffen. Bislang konnten nur sporadische Wasserflächen zum Ablaichen genutzt werden, so dass der Nachwuchs vielfach durch Austrocknung vernichtet worden ist.Artenschutz auf neuen WegenFür einen effektiven Artenschutz müssen vielfach auch neue Wege beschritten und unkonventionelle Strategien erprobt werden.Erfolgreich gelungen ist dies im letzten Jahr gleich in mehreren Fällen:* Die Mitglieder des AK Fledermaus- und Schleiereulenschutz der Kreisgruppe Regensburg konnten eine heimatlos gewordene Mauerseglerkolonie auf das Dach der "Alten Mälzerei" umsiedeln. Nur dem mehrfachen Einsatz einer Tierstimmen-CD ist es zu verdanken, dass die fachgerecht angebrachten Nistkästen von den Vögeln auch tatsächlich angenommen wurden.* Am 21 ha großen Kammerweiher hat die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach die Lebensbedingungen für seltene Amphibien-, Enten- , Limikolen- und Libellenarten deutlich verbessern können. Gelungen ist dies v.a. durch eine zusammen mit dem Fischereiverband Auerbach organisierte Abfischaktion.* BN und Naturpark Steinwald haben zur Rettung der letzten Flussperlmuschelbestände eine gemeinsame Konzeption entwickelt. Hierdurch soll es ermöglicht werden, den Fichtenbewuchs entlang der Steinwaldbäche zu entfernen, den gefährlichen Säureeintrag zu reduzieren und so die Umweltbedingungen für die seltenen Muscheln deutlich zu verbessern.* Als beeindruckende Erfolgsstory präsentiert sich das vor Jahren von der Kreisgruppe Schwandorf im Pfreimdtal gestartete Ziegenbeweidungsprojekt. Traditionelle Entbuschungs- und Pflegemaßnahmen wären an den steilen Trockenhängen viel zu schwierig gewesen. Im vergangenen Jahr vorgelegte Begleituntersuchungen haben nachgewiesen, dass die gezielte Beweidung nicht nur für viele seltene Arten die Überlebenschancen deutlich verbessert, sondern auch die Ansiedelung neuer Arten ermöglicht haben.Naturschutz und Landwirtschaft als Partner:Die mittlerweile auch auf höchster politischer Ebene propagierte Agrarwende ist beim BN seit vielen Jahren auf Landesebene ebenso wie bei zahlreichen Veranstaltungen vor Ort ein zentrales Thema.Einen besonders erfolgreichen Beitrag dazu haben im letzten Jahr die Kreisgruppen Cham und Regensburg durch die Herausgabe eines umfassenden "Öko - Einkaufsführers" geleistet. Damit wird es VerbraucherInnen in diesen Landkreisen wesentlich erleichtert, durch gezielten Einkauf ökologisch erzeugter Lebensmittel einen aktiven Beitrag zum Naturschutz und zur Agrarwende zu leisten.Als einen Beweis für die gelungene Partnerschaft zwischen Naturschutz und Landwirtschaft wertet der BN die positive Resonanz bei den Landwirten auf seinen im letzten Jahr landesweit gestarteten Wettbewerb "Mehr Natur in Hof und Flur". Mit ihm sollen Landwirte zur ökologischen Neugestaltung ihrer Hofstellen und zur Verbesserungen der Lebensraumvielfalt in der Feldflur motiviert werden. Allein in der Oberpfalz haben sich in der Startphase aus zwei Landkreisen 14 Landwirte beteiligt und konnten zahlreiche Preise vergeben werden.Energiewende für Jedermann:Ein besonderer Schwerpunkt waren v.a. bei den Ortsgruppen im Landkreis Regensburg Informationsveranstaltungen über Solarenergie, Photovoltaik und Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Holz).Greifbarer Erfolg: Die Nachfrage nach entsprechenden Anlagen ist im vergangenen Jahr wieder spürbar angestiegen; die Initiative des BN hat mit dazu beigetragen, dass auf dem Rathausdach von Nittendorf eine 5-KW-Photovoltaikanlage installiert worden ist.Information schafft Motivation:Phantasievolle Aktionen und attraktiv gestaltete Informationen sind zentrale Bestandteile der erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit des BN.Aus der breiten Palette sind für 2001 beispielhaft zu nennen:* der von der Kreisgruppe Regensburg organisierte Aktionstag " Rettet die Donau"* die von der Kreisgruppe Cham zusammen mit dem Artenschutzreferat konzipierte Ausstellung "Rebhuhn und artenreiche Feldflur"* das zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde von der Kreisgruppe Schwandorf erstellte Faltblatt "Hornissen - zu Unrecht verfolgt"* die in der Kreisgruppe Neustadt a.d.W. erarbeitete und mit großer Publikumsresonanz gezeigte Libellenausstellung "Jäger im Licht"* die Beteiligung der Kreisgruppe Schwandorf an der Umweltmesse in Neunburg v. Wald* das vielfältige Informationsangebot der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach bei der "Tour de Natur" hat nicht nur zahlreiche Besucher aus der Region angelockt, sondern sogar tschechische Ornithologen aus Holysov (bei Pilsen) motiviert, eigens zum Erfahrungsaustausch in die Umweltbildungsstation Ensdorf zu kommenAnwalt der NaturDer unmittelbaren Präsenz des BN vor Ort ist es zu verdanken, dass auch 2001 gravierende Umweltverstöße aufgedeckt und besonders umweltbelastenden Anlagen die Betriebsgenehmigung entzogen worden ist.Zwei Beispiele:* In einem Steinbruch bei Flossenbürg wurde ein für seltenste Fledermausarten (u.a. Mopsfledermaus) unersetzliches Winterquartier verschüttet. Hier hat die Kreisgruppe Neustadt a.d. Waldnaab Anzeige erstattet.* Im Landkreis Schwandorf musste eine Holzverbrennungsanlage stillgelegt werden, nachdem vom BN zusammen mit einer Bürgerinitiative die starke Belastung der dort angelieferten B III-Hölzer nachgewiesen worden warRückschläge für Natur und UmweltNeben vielen Erfolgen gab es im vergangenen Jahr auch Rückschläge, wie den ungebremsten Flächenfraß, die Inbetriebnahme des tschechischen Atomkraftwerkes Temelin, die Einigung beim Forschungsreaktor in Garching, weiteren Straßen- und Almwegebau oder milliardenschwere Anmeldungen für den Bundesverkehrwegeplan, von der ICE-Neubaustrecke durch den Gottesgarten am Obermain bis zur Autobahn A94 durch das Isental. Auch der im Entwurf des Landesentwicklungsprogramms vorgesehene Ausbau von Flughäfen und die Planung des Prestigeprojektes Transrapid zum Münchner Flughafen wird den BN weiter beschäftigen. Trotzdem konnten auch mit Hilfe von Gerichtsentscheidungen schlimmste Fehlentwicklungen verhindert oder aufgeschoben werden, sei es bei der geplanten B15 neu in Niederbayern oder der B173 in Oberfranken.Als größte umweltpolitische Fehlentwicklung für die Oberpfalz ist v.a. das sture Festhalten am Bau der Autobahn A6 zwischen Amberg/Ost und Pfreimd und das Blockieren längst möglicher Entlastungsmaßnahmen für die Anwohner der B14 zu nennen.Für die seit über ein Jahr laufende Gemeinschaftsklage von BN und betroffenen Landwirten hat 2001 ein Ortstermin mit den Richtern des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes stattgefunden. Die von der Landesanwaltschaft zur Vorbereitung der Gerichtsverhandlung vorgelegten Unterlagen zeigen überdeutlich, dass dort kaum Bereitschaft besteht, sich intensiv mit zentralen Klagepunkten (z.B. Kosten-Nutzen-Analyse) auseinander zu setzen und statt dessen die Rechtfertigung eines politischen Prestigeprojektes ("Via carolina") im Vordergrund steht.Als beschämenden Offenbarungseid der CSU-Mehrheit im Umweltausschuss wertet der BN in diesem Zusammenhang die dort mit fadenscheinigen Argumenten begründete Ablehnung seiner Landtagseingabe zur Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner von B14 und St2238 im Bereich Amberg/Hirschau/Schnaittenbach. Für den BN ebenso schmerzlich ist der fortschreitende Flächenverbrauch für Wohn- und Industriegebiete, für überzogene Tourismusprojekte und für unnötige Ortsumfahrungen. Als herausragende Negativbeispiele sind in den Augen des BN v.a. die am Hohen-Bogen (Lkr. Cham) für den Bau einer sog. "Speedbahn" erfolgte Versiegelung einer besonders geschützten Feuchtwiese ("13d-Fläche") sowie die für Pfreimd (Lkr. Schwandorf) und Schierling (West-Südtrasse in der Laaberaue), wie auch für Waldershof und Waldsassen (Lkr. Tirschenreuth) geplanten Trassenvarianten bei Ortsumfahrungen einzustufen.Ausblick auf 2002Das größte Kapital des BN war auch 2001 der Idealismus seiner engagierten Mitglieder, die sich selbstlos vor ihre Landschaft und Heimat stellen, ohne sich von Geld oder politischem Druck korrumpieren zu lassen. Allein in der Oberpfalz wurden wieder über 34.000 Stunden für den Natur- und Umweltschutz geleistet. Dass das Engagement des BN in der Bevölkerung auf zunehmend positive Resonanz stößt, zeigt sich z.B. darin, dass im Landkreis Neumarkt die Anzahl der Mitglieder und Förderer nahezu verdoppelt werden konnte. Der BN hat jetzt in der Oberpfalz 14.526 Mitglieder und Förderer.Angesichts seiner Erfolge kann der Bund Naturschutz trotz mancher staatlicher und gesellschaftlicher Fehlentwicklungen optimistisch in die Zukunft blicken. Gerade im Wahljahr 2002 wird der BN verstärkt die Alternativen zu naturzerstörenden und steuergeldverschwendenden Prestigeprojekten zur Diskussion stellen und seine Rolle als "grünes Gewissen Bayerns" ausbauen. Die Kommunalwahlen bieten eine gute Gelegenheit, für einen Bewusstseinswandel vor Ort und für die Verantwortung der Gemeinden zur Erhaltung einer lebenswerten Heimat zu werben.gez.Prof. Dr. Hubert WeigerLandesbeauftragterHelmut SchultheißRegionalreferent