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CSU und Freie Wähler lehnen Petition des BN zu einem vier-gleisigen Ausbau der S4 bis Fürstenfeldbruck ab

Petition zum vier-gleisigen Ausbau der Bahnstrecke München/Pasing- Fürstenfeldbruck im Landtag behandelt

13.05.2020

„Damit verweigern sich CSU und Freie Wähler einmal mehr einer zukunftsfähigen Verkehrswende mit Verlagerung auf die Schiene und einer Vorwärts gewandten Mobilitätsstrategie“, ärgert sich Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz. „Jetzt zeigt sich, dass der zweite Stammstrecken Tieftunnel in München einen sinnvollen Ausbau der Schiene in Bayern verhindert, weil schlicht und einfach das Geld fehlt!“, so Mergner weiter. Um dem 2030 prognostizierten Verkehrsaufkommen gerecht zu werden und eine weiter Verlagerung von Personen und Gütern aus Klimaschutzgründen auf die Schiene zu ermöglichen, ist ein vier-gleisiger Ausbau bis Fürstenfeldbruck notwendig. Zusätzliche Verkehrsaufkommen aus der rasant wachsenden Boom-Region München, aus dem Allgäu und der Schweiz (bereits heute geplanter Stundentakt Zürich-München) können bei einem drei-gleisigen Ausbau nicht mehr aufgenommen werden.

Die S 4 gehört zu den S-Bahn-Linien, die vor ihrer Einbindung in die Münchner Stammstrecke die meisten Fahrgäste haben. Aber ausgerechnet diese Linie verfügt über keine eigenen Gleise. Sie muss im Mischverkehr mit Güterverkehr und vorfahrtsberechtigten Regionalzügen aus dem Allgäu und Fernzügen aus der Schweiz fahren. Zudem gibt es den Engpass „Westkopf Pasing“, wo die Regionalzüge Richtung Allgäu und die Züge in Gegenrichtung München sich auf einem Gleis begegnen. So ist der Betrieb der Strecke von gegenseitigen Behinderungen und fast täglichen Störungen und Verspätungen gekennzeichnet. Auch ein drittes Gleis nur bis Eichenau ändert an dieser Situation wenig und greift viel zu kurz.

„Ist die Strecke erst mal drei-gleisig gebaut, wird in den nächsten 30 Jahren nichts mehr passieren“, befürchtet Thomas Brückner, Verkehrsbeauftragter der BN-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck. Ein jetziger drei-gleisiger Ausbau und ein späterer Bau eines vierten Gleises bedeuten zudem, dass die Anwohner und Fahrgäste unter einer doppelten Baustellen-Belastung mit Lärm, Staub, Verspätungen und Zugausfällen leiden müssen. Zudem sind die in Bau befindlichen Stationen z.T. über Jahre der erneuten Bauzeit nicht anfahrbar.

„Zwar wurde jetzt erstmals von Seiten des Staatsministeriums für Wohnen, Bauen und Verkehr zugesichert, dass die Brückenbauwerke so geplant werden, dass sie eine Aufwärtskompatibilität für einen zukünftigen viergleisigen Ausbau haben. Doch unklar bleibt, ob das auch für die Bahnsteige, Treppen und Rampen, Überdachungen und Lärmschutzwände gilt“, so Annemarie Räder, BN-Regionalreferentin abschließend.

Für Rückfragen:

Annemarie Räder

Regionalreferentin Oberbayern

Tel. 089/54 83 01 14 (mobil: 01704042797)

E-Mail: annemarie.raeder@bund-naturschutz.de