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Der Lech braucht ein Zukunftskonzept

BN-Landesvorstand an der Litzauer Schleife

Foto: Georg Smolka

30.07.2019

Der Lech ist auf bayerischer Seite ein geschundener Fluss. 32 Wasser-kraftwerke an Staustufen machen den einst atemberaubenden Wildfluss zu einer Kette von Stauseen. Nicht nur die Flussökologie leidet darunter massiv, durch die Flusseintiefung sind auch Bauwerke und Grundwasser in Gefahr. Das Hauptproblem ist, dass die Durchgängigkeit des Flusses unterbrochen ist. Nicht nur die Fische, sondern v. a. auch das Geschiebe aus dem Gebirge kommt nicht durch die Staustufen hindurch. Dazu kommt, dass die meisten Flussauenbereiche vom Lech abgeschnitten sind.

Der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner fordert daher: "Wir brauchen ein Zukunftskonzept für den Lech. Das Ende der Kraftwerkskonzessionen ab den 2030er-Jahren ist die einmalige Chance den Lech aus ökologischer und wasserwirtschaftlicher Sicht fit für die Zukunft zu machen. Zentraler Bestandteil muss ein Geschiebekonzept sein. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber muss ein solches Konzept jetzt in Auftrag geben, damit die Ergebnisse rechtzeitig vorliegen."

Ab 2034 beginnen die Konzessionen für die Lechkraftwerke nach und nach auszulaufen. Ausnahme ist das Gersthofener Kraftwerk mit einer Befristung bis 2023 (Ende der Kraftwerkskonzessionen siehe Anhang).

An der Litzauer Schleife kann man zumindest noch eine Ahnung davon bekommen, wie der Lech früher einmal ausgesehen hat. Allerdings machen sich auch hier die Staustufen im Oberlauf massiv bemerkbar. Dem ersten bayerischen Naturschützer Prof. Otto Kraus und dem BUND Naturschutz ist es zu verdanken, dass die Litzauer Schleife als einziger bayerischer Lech-Abschnitt noch naturnah erhalten geblieben ist. "Auch wenn man den Ursprungszustand nicht wieder zurückbekommt, ist doch folgendes Leitbild für die Zukunft des Lech klar: Aus einer Kette von Seen soll wieder ein weitgehend freifließender Fluss werden!", erklärt Markus Keller, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Schongau.

Hintergrundinformationen zur Rettung der Litzauer Schleife finden sie unter: https://www.bund-naturschutz.de/bund-naturschutz/erfolge-niederlagen/litzauer-schleife/ringen-um-den-lech.html

Für Rückfragen:

Thomas Frey
Regionalreferent Schwaben
Tel.: 089 548298-64, Mobil: 0160 95501313,
E-Mail: thomas.frey@bund-naturschutz.de