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Fünf weitere Jahre für Glyphosat: Abstimmungsverhalten Deutschlands ist Skandal

Die EU-Staaten haben sich mehrheitlich für eine weitere Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat ausgesprochen. Die Mitgliedsstaaten haben sich damit über alle Einwände hinweg gesetzt - auch Deutschland. Lesen Sie den Kommentar des BN-Vorsitzenden Hubert Weiger.

Hubert Weiger

Protest gegen Glyphosat am 23. November 2011

28.11.2017

"Das Abstimmungsverhalten Deutschlands ist skandalös. Die Union hat in Gestalt von Agrarminister Christian Schmidt, anscheinend mit Rückendeckung aus dem Kanzleramt, Umweltministerin Hendricks und die SPD bei der Glyphosat-Abstimmung in Brüssel brüskiert. Mit diesem Alleingang hat die Union alle bisher gültigen Regeln und Absprachen gebrochen. Das Ja zu Glyphosat ist in der Sache und im Vorgehen ein beispielloses Foulspiel und ein Armutszeugnis für die politische Kultur in unserem Land. 

Erst die deutsche Zustimmung hat ermöglicht, dass Glyphosat für fünf weitere Jahre in der EU eingesetzt werden kann. Fünf Jahre sind fünf Jahre zu viel. Damit stellen sich Deutschland und die Mehrheit der EU-Länder gegen den Schutz von Mensch und Natur. Sie votierten für ein Ackergift, das alle Pflanzen abtötet und damit ein Hauptverursacher des massiven Artensterbens in der Agrarlandschaft ist. Gleichzeitig steht es im Verdacht, beim Menschen Krebs zu verursachen."