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Glyphosat-Abstimmung erneut gescheitert

Die EU-Kommission hat die Entscheidung über die Zukunft von Glyphosat erneut vertagt. Denn wieder einmal gab es keine Mehrheit für eine verlängerte Zulassung des Pflanzengifts. Dieser Eiertanz muss ein Ende haben!

09.11.2017

Heike Moldenhauer, Pestizidexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), kommentiert das Geschehen mit den Worten: „Zum sechsten Mal ist die Kommission mit ihrem Vorhaben gescheitert, eine Mehrheit der Mitgliedstaaten für eine Glyphosat-Wiederzulassung hinter sich zu bringen. Die Verteidiger der chemiebasierten Landwirtschaft sollten jetzt Realismus walten lassen und einsehen, dass die Zulassung für Glyphosat Ende des Jahres auslaufen muss. Das Ackergift, das die ohnehin schon geschädigte Artenvielfalt in der Agrarlandschaft weiter beeinträchtigt und im Verdacht steht beim Menschen Krebs zu verursachen, muss gestoppt werden, nicht protegiert.“

Dass Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt jetzt die Zeit der Sondierungsgespräche für eine neue Bundesregierung nutzt, um ohne Absprache mit dem Glyphosat-kritischen Umweltministerium einen windigen Kompromiss für die Zustimmung Deutschlands anzubieten, ist inakzeptabel. Eine Wiederzulassung von Glyphosat für drei Jahre mit der Aussicht auf eine erneute Verlängerung ist keine Option. 

Eine gesellschaftliche Mehrheit in Deutschland will das endgültige Aus für Glyphosat, das muss auch Minister Schmidt endlich einsehen. Wenn Deutschland einen Kompromissvorschlag macht, dann sollte klar sein, dass Glyphosat nach drei Jahren in der EU endgültig Geschichte ist. Die neue Bundesregierung müsste darüber hinaus Glyphosat sofort für den Privatgebrauch und für den Einsatz im öffentlichen Raum verbieten. Außerdem müsste umgehend ein Ausstiegsprogramm für Glyphosat aus der Landwirtschaft starten, damit das Totalherbizid nach drei Jahren tatsächlich vom Acker verschwunden ist. Landwirte brauchen Beratung und Unterstützung für einen Ackerbau, der ohne Glyphosat auskommt.