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GROßER ERFOLG BEIM ALPENSCHUTZ – RÜCKSCHRITTE IM NATURSCHUTZ – BUND NATURSCHUTZ ZIEHT POSITIVE BILANZ IN OBERBAYERN

Bayerns größter Natur- und Umweltschutzverband freut sich über Erfolge beim Schutz von einzigartigen Naturlandschaften wie dem Riedberger Horn sowie einem großen Mitgliederzuwachs im Jahr 2018.

(v.l.n.r.): Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz Bayern Beate Rutkowski, Mitglied des BN-Landesvorstand

09.01.2019

Mit zum Jahresende rund 235.000 Mitgliedern und Förderern erreicht der BUND Naturschutz (BN) den größten Mitgliederstand seiner 105 - jährigen Geschichte. Mit knapp 82.000 Mitgliedern in Oberbayern verzeichnet der BN einen Mitgliederzuwachs von knapp 4.000 im Vergleich zum Vorjahr.
Die Mia ham´s satt! Demo in München mit 18.000 Menschen eine Woche vor der Landtagswahl zeigte, dass vor allem Themen wie naturverträgliche Landwirtschaft, Flächenschutz und die Bewahrung der Artenvielfalt die Menschen bewegen.
Als große Herausforderung für Bayerns Natur sieht der BN den Erhalt der Artenvielfalt und insbesondere den Insektenschutz. Die Auswirkungen des rasanten Insektensterbens zeigen sich auch in Oberbayern. Die 21 Oberbayerische Kreisgruppen tragen durch konkrete Naturschutzprojekte, durch Aufklärungsarbeit und durch ihren Einsatz zum Schutz wertvoller Landschaften vor Zerstörungen seit Jahrzehnten zum Erhalt der Natur und Artenvielfalt in Oberbayern bei. Die größten Herausforderungen sind die Korrektur einer verfehlten Agrarpolitik, der nach wie vor ungebremst hohe Flächenverbrauch, Degradierung von Flüssen, Bächen und Feuchtgebieten, ein zu geringer Anteil von Naturwäldern und nicht zuletzt auch die Folgen des Klimawandels.

Artenrückgang und Naturzerstörung findet seit Jahrzehnten statt. Der Verlust der biologischen Vielfalt ist wie auch der Klimawandel eine große Gefahr für unsere Gesellschaft. Ihn zu stoppen ist Ziel zahlreicher Vereinbarungen, wie z.B. der Bayerischen Biodiversitätsstrategie, die 2008 vom Bayerischen Ministerrat beschlossen wurde. 2018 – also 10 Jahre nach diesem Beschluss – ist die Bilanz mager.

„Es existiert dringender Handlungsbedarf, um das dramatische Arten- und Insektensterben zu bekämpfen. Denn der Rückgang der Biomasse an Insekten zeigt schon jetzt die Folgen für Natur und Umwelt auf. Etwa 75 Prozent unserer Nutzpflanzen sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. Auch die Nahrungskette vieler Lebewesen wird durch den Rückgang der Insekten negativ beeinflusst. Beunruhigend ist, dass selbst in Naturschutzgebieten ein Rückgang der Insektenvielfalt festgestellt wurde.“
, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz Bayern.

„Für die Rettung der Insektenvielfalt benötigt es beides: Mehr Naturschutz und weniger Pestizide. Die schädliche Wirkung von Neonicotinoiden auf Bienen wurde in Experimenten eindrücklich bewiesen.“, äußert sich Beate Rutkowski, Mitglied des BN-Landesvorstand und weiter „Arten- und Biotopschutz ist dabei
nur zusammen mit den Landwirten wirksam umsetzbar. Wir brauchen deshalb gerade die Landwirte als Gestalter, um die Artenvielfalt zu erhalten.“


Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN, unterstreicht: „Der BUND Naturschutz arbeitet seit Jahrzehnten für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, der auch stark durch die Zerschneidung der Landschaft und den massiven Pestizideinsatz bedroht ist. Das Volksbegehren zur ‚Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!‘ gleich zu Beginn des Jahres 2019 ist eine Chance für den Naturschutz in Bayern. Die Bürgerinnen und Bürger können mit ihrer Unterschrift etwas für den Natur- und Artenschutz tun.“

„Nicht nur, aber gerade vor dem Hintergrund der 2018 stark gestiegenen öffentlichen und politischen Bedeutung speziell des Insektensterbens hat der BN 2018 eine deutlich stärkere Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und ein umfangreiches Maßnahmenbündel eingefordert. Auch eine Anhörung im Bayerischen Landtag zum Insektensterben hat den großen Handlungsbedarf deutlich gemacht.“, bilanziert Dr. Christine Margraf, BN Artenschutzreferentin und stellvertretende Landesbeauftragte.

Der BUND Naturschutz unterstützt das Volksbegehren zur „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen. „Die Hürden sind hoch, doch wir sind optimistisch, dass die Biene zum Symboltier geworden ist und somit die notwendige Mehrheit der Bevölkerung sich für die Rettung der Artenvielfalt vom 31.01. bis 13.02.2019 einträgt“, so Martin Geilhufe.

Für Rückfragen:

BN-Landesbeauftragter Martin Geilhufe, Tel.: 0172 7954607

Agnes Grasberger: Tel: 089/54829888, agnes.grasberger@bund-naturschutz.de (Regionalreferentin Oberland und Südostoberbayern)

Annemarie Räder: Tel.: 089/54830114, annemarie.raeder@bund-naturschutz.de (Regionalreferentin Region München und Ingolstadt)

Die Handlungsbereiche des BUND Naturschutz zum Thema Artenschutz in Oberbayern befinden sich als Anlage in der pdf-Datei