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Hunderttausende Frühlingsboten sind startbereit!

Mit den ersten warmen Frühlingstagen machen sich derzeit trotz noch frostiger Nächte die ersten Erdkröten und Frösche auf den Weg. Bei warmen Regenfällen werden die Tiere jedoch in großer Zahl ihre Winterquartiere verlassen. Überall in Bayern werden zur Zeit Amphibienzäune aufgebaut, um ca. 700.000 Amphibien vor dem Straßentod zu retten.

Foto: BN-Archiv/Stadelmann

Foto: BN-Archiv/Th. Stephan

13.03.2015

Der BUND Naturschutz (BN) bittet alle Autofahrer, in den nächsten Wochen mit erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren, um Amphibien nicht sinnlos zu töten. Gerade im Umfeld von Teichen, in Talauen und besonders an Straßenabschnitten mit Amphibien-Hinweisschildern können ab der Dämmerung starke nächtliche Wanderungen von Erdkröten, Fröschen und Molchen erfolgen. "Bis Ende April muss man mit den Hochzeitsreisenden auf den Straßen oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind, rechnen", so Kai Frobel, Artenschutzreferent des BN.

An rund 450 Straßenabschnitten werden landesweit die Wanderbewegungen von ehrenamtlichen Helfern betreut. Frobel stellt fest: "Wir wissen heute, dass ohne dieses Engagement viele Amphibienpopulationen ausgestorben wären. Unser Dank gilt daher besonders den Menschen, die sich nicht selten viele Jahre engagieren!"

Mit rund 6000 Helfern handelt es sich um die größte ehrenamtliche Artenschutzaktion in Bayern. Dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden, denn die Amphibien sind zusätzlich massiv gefährdet durch chemische Pestizide aus den Spritzdüsen der konventionellen Landwirtschaft.

Der BN sucht noch dringend Helfer. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, nur Freude am Amphibienschutz und eine gewisse Wetterfestigkeit dank geeigneter Kleidung, denn die Amphibien wandern am liebsten bei Regen und Nachttemperaturen von über fünf Grad. Der BN bietet zudem jedem die Möglichkeit, unter www.amphibien.bund-naturschutz.de Straßenabschnitte mit überfahrenen Amphibien zu melden, die dann besser geschützt werden können.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Ulrike Geise, BN-Amphibienspezialistin, Tel. 09386/90161, ulrike.geise@bund-naturschutz.de

Dr. Kai Frobel, Artenschutzreferent des BN, Tel. 0911/81878-19, kai.frobel@bund-naturschutz.de

Fotos: Erdkröten vor Autoscheinwerfer (BN-Archiv/Stadelmann)

         Helfer bei Amphibienaktion (BN-Archiv/Thomas Stephan)