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Kreisverkehr statt Kleeblatt

Geplanter dreispuriger Ausbau der B388; BUND Naturschutz fordert vertretbare Alternativen statt überdimensioniertem Ausbau

27.07.2020

Im laufenden Planfeststellungsverfahren für den dreispurigen Ausbau der B388 zwischen Eggenfelden und Hebertsfelden hat der BUND Naturschutz in Bayern (BN) mit seiner Kreisgruppe Rottal-Inn eine klare Stellungnahme gegen das Projekt abgegeben und bringt Alternativen ins Spiel – mit weniger Eingriff und mehr Entlastung für die Anwohner.

„Wir gehen davon aus, dass wir keinen dreispurigen Ausbau brauchen, um den Verkehr auf diesen drei Kilometern flüssiger und sicherer zu bekommen“, erläutert Dr. Jürgen Riedler, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Rottal-Inn.

Tempo 80 für den gesamten Abschnitt

Ein wesentlicher Punkt in den Forderungen des BN ist es, zwischen Eggenfelden und Edhof/Linden eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 80 festzulegen, um den Überholdruck zu Lastwägen zu senken und so den Verkehrsfluss zu verbessern.

„An diesem Abschnitt haben wir viele betroffene Anwohner. Wir fordern Tempo 80 allein schon in deren Namen – um sie nicht übermäßigem Straßenlärm auszusetzen und um langfristig ihre Lebensqualität zu sichern“, so Dr. Riedler.

„Anhaltende Diskussionen – wie etwa an der A94/Isentalautobahn – zeigen, dass Anwohner vom Verkehrslärm betroffen sind und daher so gut es geht davon entlastet werden müssen. Das muss ein wesentlicher Bestandteil von Verkehrsplanungen werden“, ergänzt Rita Rott, Regionalreferentin des BN für Niederbayern.

Die Statistiken sprechen auch im Punkt Verkehrssicherheit für sich: Seit Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung bei Edhof haben die Unfälle auf freier Strecke deutlich abgenommen.

Kreisverkehr statt Kleeblatt

Für völlig überdimensioniert hält der BN den geplanten Ausbau der Kreuzung B388 / PAN 20 bei Edhof zu einem halben Kleeblatt und schlägt statt dessen einen Kreisverkehr vor – eine Alternative, die Kosten und Fläche sparen würde. Auch hier im Bereich des Kreisverkehrs würde eine Geschwindigkeitsbegrenzung den Verkehr spürbar entschleunigen und entzerren. Auch dort wären die Anwohner deutlich vom Straßenlärm entlastet.

„Der dreispurige Ausbau der B388 ist nicht einmal im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen. Die öffentliche Hand sieht hier keinen besonderen Bedarf. Wir auch nicht. In diesem Fall ist ein bestandsnaher Ausbau geboten. Eine dritte Spur ist darunter nicht zu verstehen“, so Rita Rott.

In Zeiten anhaltender Diskussionen um Klimaschutz und Flächenverbrauch müssen alle geplanten Straßenbauprojekte auf den Prüfstand. In diesem konkreten Fall gibt es klimafreundlichere und günstigere Alternativen, die stattdessen realisiert werden sollten.

Der BN fordert ein Umdenken in der Verkehrsplanung im Landkreis. Auch über leistungsfähige Radwege und den Ausbau des ÖPNV müsse man sprechen – in diesem Fall vor allem über eine Verbesserung des Angebots der Rottal-Bahn und des Busverkehrs.

Sollte das Planungsverfahren weitergeführt werden, wird der BN sich weiter dagegen stellen.

Für Rückfragen:
Dr. Jürgen Riedler
Kreisvorsitzender BUND Naturschutz Rottal-Inn
Tel. 08721/913464
e.j.riedler@gmx.de


Rita Rott
BUND Naturschutz Bayern
Regionalreferat Niederbayern
089 54830-112
rita.rott@bund-naturschutz.de