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Mobilitätswende statt Umgehungsstraße

BN-Landesvorstand zu Gast in Weilheim

Foto: Georg Smolka

31.07.2019

"Klimaschutz, Flächenschutz, Artenschutz: Diese Themen sind derzeit in aller Munde, doch wenn es um die konkrete Umsetzung vor Ort geht, dann werden diese Ziele oft wieder hinten angestellt", kommentiert der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner die Planungen für eine Umfahrung von Weilheim. "Wenn man diese Themen ernst nimmt, brauchen wir eine Mobilitätswende und keinen neuen Straßenbau".

Für die geplante Umgehungsstraße von Weilheim würden je nach Variante zwischen 5 und 25 Hektar Land neu versiegelt werden. Die für die Planung verbrauchte Fläche ist noch deutlich höher. Zusätzlich würde bei allen Varianten in wertvolle Naturräume und Biotopstrukturen eingegriffen, sowie Naherholungsräume zerstört. Aufgrund des starken Binnen- sowie Ziel- und Quellverkehrs in der heutigen B2-Ortsdurchfahrt, würde auch nach dem Straßenbauprojekt noch ein erheblicher Anteil des Verkehrs in der Stadt verbleiben. Die Entlastungsraten liegen lediglich im unteren zweistelligen Bereich.

"Aus Naturschutzgründen wäre für uns nur eine Tunnelvariante akzeptabel. Angesichts der hohen Kosten halten wir es allerdings für deutlich sinnvoller, das Geld stattdessen in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, des Rad- und Fußverkehrs zu stecken", bewertet Dr. Helmut Herrmann, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Weilheim-Schongau die Weilheimer Straßenplanungen. "Bei diesem Projekt kann die Staatsregierung beweisen, ob sie es mit der angekündigten Verkehrswende ernst meint." Im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern wird zum Klimaschutz ausgeführt: "Für uns ist klar: Energiewende heißt Stromwende, Wärmewende und Verkehrswende".

Einzig im Verkehrsbereich sind die Kohlendioxid-Emissionen in den vergangenen Jahren noch gestiegen. Millionen Investitions- und Unterhaltskosten für neue Straßen sind nicht im Sinne einer Verkehrswende.

Für Rückfragen: 

Thomas Frey
Regionalreferent Schwaben
Tel.: 089 548298-64, Mobil: 0160 95501313,
E-Mail: thomas.frey@bund-naturschutz.de