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Münchner Mensa führt ökologische Lebensmittel ein

Auf Anregung des Bundes Naturschutz werden in der Uni-Mensa in München erstmals Lebensmittel aus ökologischem Landbau angeboten

21.03.2003

Vier Tage lang bietet die Uni Mensa in der Leopoldstraße an einem Aktionsschalter zwei Gerichte aus ökologischen Lebensmitteln an. Falls dieses Angebot gut angenommen wird, werden die Studenten auch künftig Öko auf dem Speiseplan haben. Die Projektstelle ökologischer Landbau des Bund Naturschutz gab den Verpflegungsbetrieben bei der Planung und Umsetzung Hilfestellung in Form von Beratung, Hofexkursionen und Vorträgen.

Öko in der Außer-Haus-Verpflegung

Während Öko-Lebensmittel im Einzelhandel mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind und zweistellige Wachstumszahlen aufweisen, halten Ökolebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung erst langsam Einzug. Dies liegt vor allem auch an einem Informationsdefizit und großen Vorbehalten seitens der Verantwortlichen. Dabei hat die Außer-Haus-Verpflegung in den vergangenen Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen. Etwa 30 Prozent der Lebensmittel nehmen die Deutschen mittlerweile außer Haus, d.h. am Arbeitsplatz, im Restaurant, in Kliniken oder Heimen zu sich.

Bund Naturschutz bietet Beratung für Großküchen

Um den Ökoanteil bei den Großküchen zu erhöhen, bietet der Bund Naturschutz Münchner Großküchen seit 1998 Hilfestellung beim Einstieg in die Ökoküche. Bereits 45 Betriebe (Wirtschaftsunternehmen, Krankenhäuser, Verwaltungsbetriebe) im Großraum München nahmen bisher die Unterstützung der Projektstelle ökologischer Landbau in Anspruch und setzten probeweise im Rahmen einer Aktionswoche Ökolebensmittel ein. Die Resonanz der Tischgäste war in der Regel überaus positiv. Allein 15 der beteiligten Betriebe bieten dauerhaft ökologische Lebensmittel an. Einige weitere setzen sporadisch Ökolebensmittel ein. Die Beratung des Bundes Naturschutz erleichtert den Küchenleitern den Einstieg und hilft Fehler bei der Einführung zu vermeiden.

Ökolebensmittel sind auch in der Gemeinschaftsverpflegung bezahlbar
Schwerpunkt der BN-Beratung ist die Hilfestellung bei der Beschaffung der Lebensmittel und bei der Speiseplangestaltung. Die Akzeptanz für den Biopreisaufschlag liegt etwa bei 20 bis 30 %. Alles was preislich noch höher liegt, wird vom Tischgast nur bedingt angenommen. "Deshalb ist es wichtig, Faktoren auszuschließen, die den Preis unnötig in die Höhe treiben würden. Gemüse und Obst sollte z.B. nur zur Saison eingesetzt werden. Tomaten sind beispielsweise außerhalb der Saison erheblich teurer," so Elisabeth Peters von der Projektstelle ökologische Landwirtschaft. Wichtig ist es vor allem schrittweise vorzugehen und den Einstieg mit dem Austausch einzelner Komponenten zu beginnen oder einfache Gerichte zu wählen.

Tischgäste über die Vorteile von Ökolebensmitteln informieren

Durch den konsequenten Verzicht auf Pestizide und mineralische Düngemittel und die entsprechenden Kontrollen bieten ökologische Lebensmittel dem Verbraucher eine höchstmögliche Sicherheit und Qualität. Und so möchte der Bund Naturschutz auch die Tischgäste, in diesem Fall die Münchner Studenten, für Ökolebensmittel begeistern. Mit einem Infotisch und einer Probeverkostung stehen die Bund Naturschutz Mitarbeiter am ersten Aktionstag den Tischgästen für Fragen zur Verfügung. Unterstützt wird die Aktion auch von der Verbraucherzentrale in Bayern e.V.

Einsatz für den Ökolandbau ist Schutz für die Umwelt

Mit seinem Service für Großküchen möchte der Bund Naturschutz den Absatz ökologischer Lebensmittel erhöhen und damit die Perspektive für den ökologischen Landbau stärken. Vergleichsuntersuchungen belegen immer wieder den großen ökologischen Nutzen biologischer Landbausysteme:
 So weisen ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen eine hohe Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt (ein Drittel höher als auf Vergleichsflächen) auf.
 Durch Verzicht auf Pestizide und leichtlösliche Mineraldünger, sowie eine artgerechte, flächenangepasste Tierhaltung trägt der Ökolandbau zum Grundwasserschutz bei.
 Durch flächendeckende ökologische Landwirtschaft könnten die klimarelevanten Emissionen der Landwirtschaft um die Hälfte verringert werden.