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Runter mit der Menge statt neue Milchseen und Butterberge finanzieren

Der BN-Vorsitzende Richard Mergner solidarisiert sich in einer Videobotschaft mit den Protesten der Milchbauern, die anlässlich der Agrarministerkonferenz Entschädigungen für einen Lieferverzicht von Milch statt dem Aufbau einer Lagerhaltung und Gewinnen für die Milchindustrie fordern.

Im Bild: der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner und Manfred Gilch, Landesvorsitzender Bayern im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (Foto: Gilch).

07.05.2020

Durch die veränderten Absatzströme in Folge der Covid-19-Pandemie zeigt sich gerade im Bereich der Milchwirtschaft, dass die auf Exportmärkte ausgerichtete landwirtschaftliche Produktion sehr krisenanfällig ist. Der BUND Naturschutz setzt sich für eine Milcherzeugung ein, die an den europäischen Bedarf angepasst und künftig umweltverträglicher mit Futter von Wiesen und Äckern im eigenen Land erzeugt werden muss. Lesen Sie hier den vollständigen Text der Videobotschaft des BN-Landesvorsitzenden Richard Mergner:

"Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern,

Der BUND Naturschutz solidarisiert sich mit Eurer Forderung an die Politik in Berlin und Brüssel, in der Milchabsatzkrise endlich einen freiwilligen, wenn nötig auch verpflichtenden Lieferverzicht, einzuführen. Runter mit der Menge statt neue Milchseen und Butterberge finanzieren!

Durch die veränderten Absatzströme in Folge der Covid-19-Pandemie zeigt sich gerade im Bereich der Milchwirtschaft, dass die auf Exportmärkte ausgerichtete landwirtschaftliche Produktion sehr krisenanfällig ist. 

Viele von Euch befürchten jetzt einen weiteren Preisverfall, der existenzbedrohende Folgen haben könnte. Wenn Milch nicht gebraucht wird, sollte sie auch nicht  produziert und mit Millionen Steuergeldern als Trockenmilchpulver aufgetürmt werden. Aber genau das planen auf Druck des deutschen und bayerischen Bauernverbandes die EU Kommission und die Landwirtschaftsministerinnen Kaniber und Klöckner. 

Wir im BUND Naturschutz setzen uns für eine Milcherzeugung ein, die an den europäischen Bedarf angepasst und deshalb dauerhaft weiter reduziert werden muss. Die Milch muss künftig umweltverträglicher mit Futter von Wiesen und Äckern im eigenen Land erzeugt werden. Verfütterung von Soja aus Übersee für die Milchproduktion und die Verwendung von billigem Palmfett im Kälberfutter sind kein nachhaltiges Wirtschaften.

Die Krise ist also ein Weckruf für grundsätzliche Veränderungen. Denn nach der Krise heißt vor der nächsten Krise. Es braucht eine Strategie für eine nachhaltige, mengenangepasste Milcherzeugung.

Der BUND Naturschutz hält es für notwendig, den Milcherzeugern zu helfen, um die produzierte Milchmenge verpflichtend zu reduzieren, damit auch künftig Milch in bäuerlicher Hand bleibt und nicht in industriellen Großbetrieben erzeugt wird. Die momentanen Maßnahmen in der Marktkrise helfen allenfalls den Interessen von Spekulanten und den Betreibern von Lagerhallen, nicht aber den Bäuerinnen und Bauern. 

Deshalb stehen wir bei den Protestaktionen an Eurer Seite."