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Staatsregierung fasst völlig unzureichende Beschlüsse zum Natur- und Klimaschutz

Ende Juli hat die Staatsregierung ihre Kabinettssitzung zu Natur- und Klimaschutzthemen auf der Zugspitze abgehalten. An einem der exponiertesten Orte Deutschlands, an dem die Klimakrise sichtbar ist, in Tagen, in denen Europas Wälder brennen und größte Ernteausfälle zu verzeichnen sind, fasst das bayerische Kabinett nach Meinung des BUND Naturschutz völlig unzureichende Beschlüsse für den Natur- und Klimaschutz.

Der Schneeferner auf dem Zugspitzplatt schmilzt aufgrund der globalen Erwärmung zusehends ab. Bis Mitte des Jahrhunderts ist er wahrscheinlich verschwunden. (Foto: Gerdt/Wikimedia Commons [http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)])

31.07.2018

"So wirkungslos wie der Versuch mit einer Plastikfolie das Abschmelzen des Schneefernergletschers an der Zugspitze zu verhindern, sind die Beschlüsse des heutigen Ministerrates unter Leitung von Markus Söder angesichts der gewaltigen Herausforderung der menschengemachten Klimakrise und des dramatisches Schwundes von Heimatlandschaften, Lebensräumen und Artenvielfalt auch in Bayern", kommentiert Richard Mergner, Landesvorsitzende des BUND Naturschutz. "Statt weiter auf inszenierte Bilder vor einem abschmelzenden Gletscher zu setzen, sollte sich der Ministerpräsident darauf besinnen, echten Klimaschutz durch eine dezentrale Bürgerenergiewende und eine Verkehrswende voranzubringen. Dem Klimaschutz und dem beschlossenen Masterplan Moore zu wider steht die von Staatsregierung weiter verfolgte 3. Startbahn am Münchner Flughafen im Erdinger Moos."

"Millionenschwere Infozentren vom Allgäu bis zum Spessart sind kein Ersatz für einen dritten Nationalpark in Bayern. Bayern ist von einem ehemaligen Spitzenreiter im Bereich Naturschutzgroßgebiete in den letzten Jahren zu einem Schlusslicht geworden" , kommentiert Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND und Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz.

Grundsätzlich positiv und als Chance für dringend notwendige ökologische Verbesserungen bewertet der BUND Naturschutz die Beschlüsse für ein Artenschutzzentrum am Landesamt für Umwelt in Augsburg sowie für ein "Nationales Naturmonument" um die Weltenburger Enge, die der BUND Naturschutz in den 70er Jahren vor der Kanalisierung und einer geplanten Staustufe gerettet hat.

Für Rückfragen

Martin Geilhufe
Landesbeauftragter
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
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