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Umweltaschermittwoch 2019: „Die Menschen in Bayern wollen mehr Natur!“

Die bayerischen Umweltverbände BUND Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) luden traditionell zum Umweltpolitischen Aschermittwoch nach Deggendorf ein. Zentrales Thema bei der Veranstaltung in diesem Jahr: Wie geht es weiter nach dem sehr erfolgreichen Volksbegehren für mehr Artenvielfalt?

06.03.2019

Einst war es der Kampf um den Erhalt des Donauabschnittes zwischen Straubing und Vilshofen, der die Idee des Umweltpolitischen Aschermittwochs entstehen ließ. Um den Schutz der Natur ging es auch in diesem Jahr, im Mittelpunkt stand aus aktuellem Anlass das Volksbegehren für mehr Artenvielfalt, das mehr als 1,5 Millionen Menschen unterstützt hatten. 

Eine Neuausrichtung der Agrarpolitik forderte aus diesem Anlass Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Nur eine Agrarförderpolitik, die den Artenschutz ernst nimmt, kann verhindern, dass es europaweit zu einem Wettbewerb um die niedrigsten Umweltstandards kommt“, so Weiger. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner müsse sich deshalb auf EU-Ebene für eine Agrarpolitik einsetzen, die endlich auch die Leistungen der bäuerlichen Landwirtschaft für die Erhaltung der Artenvielfalt honoriert. 

Für die weiteren Gespräche am runden Tisch, den Ministerpräsident Markus Söder nach dem erfolgreichen Abschluss des Volksbegehrens einberufen hat, kündigte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer an: „Mit dem gesellschaftlichen Rückenwind aus dem Volksbegehren hat Bayern die Chance, im Arten- und Naturschutz spitze zu werden – und mit weniger werden wir uns niemals zufriedengeben!“ Der spektakuläre Erfolg des Volksbegehrens habe gezeigt, dass die Menschen in Bayern mehr Natur und mehr Artenvielfalt wollten, so Schäffer. „Die Menschen wollen Gewässerrandstreifen, einen Biotopverbund und mehr Biolandwirtschaft. Wir fordern Ministerpräsident Markus Söder und den Landtag auf: Unterstützen Sie unseren Gesetzesentwurf!“ 

Als zweites großes Zukunftsthema betonte Hubert Weiger den Schutz vor einer weiteren Erdüberhitzung. Weiger hatte den BUND in der Kohlekommission vertreten. „Der Beschluss der Kommission ist trotz aller Mängel ein historischer Erfolg für den Klimaschutz“, so sein Fazit. „Der jahrelange Stillstand in der deutschen Klimapolitik wurde aufgebrochen und endlich der Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet.“ Doch damit sei es nicht getan, so Weiger. Auch die vier noch laufenden Kohlekraftwerke in Bayern müssten nun schnellstens abgeschaltet werden. Vor diesem Hintergrund stufte Weiger die Initiative der Bayerischen Staatsregierung, den Klimaschutz in die Verfassung aufzunehmen, als „Ablenkungsmanöver“ ein, solange das ohne konkrete Maßnahmen folgenlos bleiben werde. 

In diesem Jahr war die Veranstaltung wieder im Stadthotel Deggendorf zu Gast. Für die musikalische Umrahmung sorgte traditionell der Niederbayerische Musikantenstammtisch.