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Wer Straßen fordert, fördert das Waldsterben!

BN-Vorsitzener Hubert Weinzierl zum bayerischen Waldschadensbericht

08.11.2000

Angesichts einer deutlich verschlechterten Schadenssituation in Bayerns Wäldern fordert der Bund Naturschutz eine grundsätzlich veränderte Verkehrspolitik
"Es gibt keine Entwarnung für unsere Wälder, im Gegenteil!" Mit diesen Worten kommentierte heute der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), Hubert Weinzierl, den aktuellen Waldschadensbericht des bayerischen Forstministers Josef Miller, der eine dramatische Zunahme der geschädigten Bäume ausweist. Angesichts von jetzt 70 Prozent kranken Bäumen dürfe die Situation nicht weiter schöngeredet werden. Weinzierl forderte deshalb Staatsregierung und Bundesregierung auf, endlich in der Verkehrspolitik die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. "Denn wer immer neue Straßen fordert, der fördert das Waldsterben", erklärte der BN-Vorsitzende.

Er wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass heute kein Baum mehr sein natürliches Alter erreiche. Vor allem die Leitbaumarten wie Tanne, Eiche und Buche seien die Hauptgeschädigten der unverändert schlechten Luftschadstoffsituation. "Die schlimmsten Auswirkungen erleben wir im sensiblen Alpenbereich, wo die gesamte Vegetation betroffen ist", warnte der Forstexperte Weinzierl. "Wenn hier der Wald geht, dann kommt der Berg!"

Abhilfe schafft nach Ansicht des Bundes Naturschutz in dieser Situation nur eine andere Verkehrspolitik. "Wer Nein sagt zur Ökosteuer, wer Nein sagt zum Tempolimit, der sagt Ja zum Waldsterben", kritisierte Weinzierl die bayerische Staatsregierung. Aber auch die Bundesregierung müsse in der Verkehrspolitik umsteuern. Hauptverantwortlich für den Ausstoß der waldschädigenden Stickoxide sei weiterhin der Schwerlastverkehr, der deshalb dringend auf die Schiene verlagert werden müsse. "Statt ein paar wenige Luxus-ICE- oder Transrapid-Trassen in die Landschaft zu schlagen, gilt es jetzt die Schiene in der Fläche zu erhalten und auszubauen", lautet die Forderung des Bundes Naturschutz.

Christoph Markl
Pressereferent
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