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Wilde Ecken voller Leben: BN Gartentipps für den Spätsommer

Mit der richtigen Pflege kann der heimische Garten zu einem wertvollen Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden.

Foto: Silke Fleischmann

13.08.2020

Geheimnisse eines naturnahen Gartens

Was gibt es zu beachten, wenn der Garten zu einem Naturparadies werden soll? Seien Sie auf jeden Fall toleranter mit „Ungeziefer“. Sie müssen sich nicht wegen ein paar Blattläusen sorgen, denn die nächsten Marienkäfer oder Ohrenkneifer warten schon auf Beute. Außerdem gilt es, den eigenen Ordnungsdrang zu zügeln, Laub auch mal liegen zulassen und Stängel abgeblühter Stauden über den Winter stehen zu lassen.

Seltener und später mähen

Grundsätzlich sollten Hobby- Gärtner*innen besser seltener und später mähen. Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Klee, Margeriten, Löwenzahn, Kriechender Günzel oder Ehrenpreis vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen.

Keine Mähroboter einsetzen

Ein absolutes Tabu ist der Einsatz eines Mähroboters. Denn er hält den Rasen dauerhaft kurz, und damit geht er als naturnaher Lebensraum verloren. Entgegen den Hinweisen in den Bedienungsanleitungen werden diese Mähwerkzeuge oftmals auch nachts eingesetzt. Für Haus- und Wildtiere, insbesondere für Igel, kann das tödlich enden. Igel laufen bei Gefahr nicht weg, sondern rollen sich zusammen. Sie werden von den Mährobotern nicht als Hindernis erkannt, werden überrollt und verletzt. Auch Amphibien und Kleingetier wie Spinnen und Insekten überleben diese Prozedur nicht. Passen Sie aber auch auf, wenn Sie andere motorisierte Mähgeräte verwenden, damit Sie keine versteckten Tiere verletzen.

Regenwasser nutzen - Trinkwasser ist zu schade für den Rasen

Ein naturnah gestalteter Garten hält auch eine Hitzeperiode aus. Nach dem nächsten Regen erholen sich die oft widerstandsfähigeren Pflanzen wieder. Aufwändig aufbereitetes Trinkwasser sollte jedenfalls nicht dafür verschwendet werden, Rasenflächen grün zu halten! Fangen Sie nach Möglichkeit das Regenwasser auf, und nutzen es zum Gießen, das schont auch die Wasserrechnung!

Die Tipps kompakt:

  • Keine Insektenvernichter verwenden: In der intakten Natur sorgen Nützlinge wie Marienkäfer, Ohrwürmer und Wespen für das biologische Gleichgewicht.
  • Lassen Sie wilde Ecken zu: Brennnesseln, hohes Gras oder Kräuterinseln, sowie Laub-, Totholz-und Reisighaufen sind Futter für Schmetterlingsraupen und Verstecke für Igel & Co.
  • Stehen lassen für den Winter: Abgeblühte Staudenstängel vor dem Winter nicht abschneiden. In ihnen können kleine Insekten überwintern, die dann gleichzeitig auch Futter für hungrige Singvögel sind.
  • Nur heimische Pflanzen: Exotische Pflanzen bieten unseren Tieren keine Nahrung. Eine Hecke aus verschiedenen heimischen Sträuchern gibt mehr Tierarten Nahrung und Unterschlupf als eine grüne Wand aus dem Gartenkatalog.
  • Für eine Vogelschutzhecke eignen sich Holunder, Kornelkirsche, Schneeball, Felsenbirne oder Pfaffenhütchen besonders gut. Kirschlorbeer, mit seinen giftigen Beeren, Thuja oder Bambus also ersetzen!
  • Rauf aufs Beet: Der Rasenschnitt kann als Mulch-Material locker auf die Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens.

Weitere Informationen, wie Sie Ihren Garten zu einem Biotop umwandeln, finden Sie auf der Homepage des BUND Naturschutz unter https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten.html

Die Broschüre „Der Wildgarten“ können Sie bei der BN-Service GmbH bestellen unter https://service.bund-naturschutz.de/

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin, 0911 81 87 8 – 20, oder mobil: 0160 76 14 336
marion.ruppaner@bund-naturschutz.de