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Wartaweiler Filmgespräche

Thema: „Alpenrausch im Klimawandel – Der Ausverkauf der Berge“

Datum
17.12.2020 19:00 - 21:30

Ort
Online (ZOOM)

Online-Filmabend

SWR Dokumentarfilm „Alpenrausch im Klimawandel – Der Ausverkauf der Berge“ (Erstausstrahlung 08.01.2020) mit anschließendem Filmgespräch zur Frage: Was können wir aus der Pandemie für den Tourismus in den bayerischen Alpen lernen?

 

Der Film

„Der Kampf um die Urlauber in den Alpen wird immer härter. Durch den Klimawandel sind viele Skigebiete nicht mehr schneesicher. 70 bis zu 90 Prozent der Pisten müssen dabei ständig künstlich beschneit werden. Um den Skizirkus trotz Klimawandel in Gang zu halten, schrecken viele Betreiber auch vor illegalen Baumaßnahmen am Berg nicht zurück. Doch mittlerweile regt sich Widerstand bei den Einheimischen, die sich gegen solche Maßnahmen und gegen extremen Massentourismus wehren. Sie sehen nicht nur die Natur in Gefahr, sondern auch das soziale Leben in ihren Dörfern Einheimische protestieren gegen Eingriffe in die Natur Ein seltenes Bild – Wanderer beim Demonstrieren: Einheimische aus dem Vorarlberg und Tirol haben sich zusammengetan. Mit dem Ruf „As langat!“ (Es reicht!) wollen sie Touristen und Politiker aufrütteln. Sie kämpfen gegen den Bau von riesigen Speicherseen zur Beschneiung der Pisten und gegen geplante Skischaukeln, die bislang naturbelassene Hänge überbauen würden. Deren Betreiber und Investoren schrecken beim Bau oft auch nicht vor illegalen Machenschaften zurück. Bereits jetzt spüren Einheimische die Folgen der Eingriffe in die Natur. Hänge werden immer instabiler, wie eine Bewohnerin aus Pettneu in der Nähe von St. Anton berichtet. Im Sommer vergeht kaum ein Monat, in dem keine Muren abgehen, die Straßen zuschütten oder gar Häuser zerstören. Am Arlberg gab es im Januar mehrere Lawinentote und in Balderschwang im Allgäu zerstört eine riesige Schneelawine Teile eines Hotels. Ausgestorbene Bergdörfer außerhalb der Tourismussaison Während einige Skigebiete immer größer werden, sterben kleinere Dörfer aus – für viele Einheimische ein ruinöser Wettbewerb. Zu den scheinbaren Gewinnern zählen die Hotspots wie St. Anton oder Ischgl. Hier setzt man auf Masse und Expansion. Viele Hotelliers finden jedoch kein Personal mehr. Es gibt kaum Wohnraum für Saisonkräfte, da jeder Quadratmeter lukrativ an Touristen vermietet wird. Stößt der Tourismus in den Alpen an seine Grenzen? Dabei geht es auch anders: Orte mittlerer Größe wie Balderschwang im Allgäu investieren in neue Konzepte für einen nachhaltigeren Tourismus.“

 

Das Filmgespräch

In den vergangenen Jahren hat sich der bayerische Alpenraum von einer Traumlandschaft zu einer übernützten Trendsportarena gewandelt. Durch die Corona-Pandemie hat sich vieles verändert. Im Sommer wurden die Täler von Autos und die Gipfel von Wandertouristen und Mountainbikern überflutet. Im Winter 2020 soll nun die Skisaison ausfallen. Was können wir aus der Pandemie lernen und wie kann die Zukunft des Wintertourismus in den bayerischen Alpen aussehen? Gibt es überhaupt Strategien um den Skitourismus trotz Klimawandel nachhaltig zu gestalten?

Gäste

Dr. Inga Beck
Umweltreferentin und ehemalige Klimaforscherin, derzeit tätig für die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus GmbH

Thomas Frey
BUND Naturschutz (Regionalreferent für Schwaben, Landesarbeitskreis Alpen)

 

Moderation

Axel Schreiner
BUND Naturschutz, Pädagogischer Leiter des Naturschutz- und Jugendzentrums Wartaweil

 

Anmeldung

Anmeldung über das Online-Formular.