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Corona-Virus: Betreuung der Amphibienzäune

Trotz Corona-Krise und Ausgangsbeschränkungen kann die Betreuung von Amphibienschutzzäunen, das Einsammeln von Amphibien und der anschließende Zaunabbau an (fast) allen Wanderwegen weiter betrieben und abgeschlossen werden.

Stand: 21. März 2020

Amphibienaktionen weiter zulässig

Die tägliche Kontrolle der Amphibienzäune sehen wir unter der ab 21. März 2020 geltenden Ausgangsbeschränkung laut Punkt 5h der Allgemeinverfügung zur Ausgangssperre in Bayern als zulässig an. Dies gilt auch, wenn die Tiere ohne Zäune gesammelt und über die Straße gebracht werden.

In Punkt 5h ist aufgeführt, dass Versorgen von Tieren erlaubt ist. Außerdem ist der dortige Erlaubniskatalog nicht vollständig. Die Amphibienschutzzäune müssen zur Vermeidung von Verkehrssicherungsproblemen (z.B. Umfallen des Zauns auf die Straße) überprüft werden.

Ebenso müssen die Tiere eingesammelt werden, da sie ansonsten bei Nichtleerung in den Eimern sterben würden und somit ein Verstoß gegen das Tötungsverbot des Naturschutzgesetzes gegeben wäre. Auch der Punkt 5g der Allgemeinverfügung (Erlaubnis des Verlassens der eigenen Wohnung zum Zwecke der Bewegung an der frischen Luft) könnte als Erlaubnis zur Betreuung der Amphibienzäune interpretiert werden.

Die am 20. März 2020 aus einem Landkreis bekannt gewordene Untersagung der weiteren Zaunbetreuung durch das Landratsamt hat sich als Missverständnis herausgestellt.

Gesundheitliche Aspekte

Das gesundheitliche Risiko der Ansteckung bei der Zaunbetreuung ist als sehr gering einzuschätzen. Dem gegenüber sollte der auch von Virulogen benannte Vorteil des Aufenthalts an der frischen Luft und der damit verbundenen Stärkung des Immunsystems deutlich überwiegen.

Auch unter Anwendung der vorgenannten Ausnahmepunkte ist das gemeinsame Leeren der Eimer und Zählen und Notieren der vorgefundenen Amphibienarten  nur noch alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes zulässig. Halten Sie beim Einsammeln der Tiere dafür unbedingt den von den Virulogen angeratenen Abstand von zwei Metern ein. Dies sollte auch beim gemeinsamen Leeren der Eimer und Zählen und Notieren der vorgefundenen Amphibienarten möglich sein.

Wir bitten Sie um Gelassenheit angesichts der noch nicht ganz klaren Lage. Die Durchsetzung der Bestimmungen der Ausgangsbeschränkung hat absolute Priorität und dass deren Umsetzung noch von Unsicherheiten begleitet ist, liegt in der Natur der Sache. Bei Fragen können Sie uns – auch am Wochenende – erreichen.Ihr Ansprechpartner ist Uwe Friedel, Tel. 01 73 / 8 05 85 63, uwe.friedel@bund-naturschutz.de

Wenn Sie die Zaunbetreuung einstellen möchten

Falls Sie sich entscheiden, die Betreuung an Ihrem Zaun aus Sicherheitsgründen doch einstellen zu wollen, beachten Sie bitte folgende Schritte:

  • Bauen Sie den Zaun – wenn möglich – unverzüglich ab (oder lassen ihn abbauen)
  • Wenn das nicht zeitnah möglich ist: Zudecken oder Entfernen/Beseitigen der Eimer/Löcher UND den Zaun für die erwachsenen Tiere der Hinwanderung und die Jungtiere der Rückwanderung durchgängig machen! Je nach System kann dies durch Niederlegen des Zauns oder durch Hochheben des Zauns (Steine oder Stöcke unterlegen, Entfernen der Befestigung am Boden) erfolgen.
  • Dabei ist unbedingt zu beachten, dass der Zaun trotz des Durchgängigmachens stabil steht/liegt und nicht z.B. von Windböen auf die Straße geweht werden kann. Das Niederlegen oder Hochstellen muss nicht auf der gesamten Zaunlänge erfolgen, es ist ausreichend, wenn in angemessenen Abstand Durchschlüpfmöglichkeiten für die Tiere gegeben sind.

Es ist möglich, dass einzelne Straßenmeistereien bald nur noch Notdienst fahren. In diesem Fall könnte es zu einem verfrühten oder verspäteten Abbau von Zäunen kommen. Achten Sie im Fall eines verspäteten Abbaus bitte darauf, dass der Zaun rechtzeitig zur Rückwanderung der Hüpferlinge (junge Amphibien) durchgängig gemacht wird. Legen Sie dabei notfalls selber Hand an (sh. oben).