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Schwalbenschwanz

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

 

Klasse: Insekten (Insecta)

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

Familie: Ritterfalter (Papilionidae)

Unterfamilie: Papilioninae

Gattung: Papilio

Art: Schwalbenschwanz

 

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon ) zählt zu den schönsten europäischen Tagfaltern. Sein flatternder und segelnder Flug ist besonders eindrucksvoll. Seine Flügel sind in Gestaltung und Farbkomposition ein kleines Wunderwerk.

Die Falter sind mit Flügelspannen von 50 bis 75 mm die größten im deutschen Sprachraum. Sie fallen auf durch ihre charakteristisch gelb-schwarz gefärbten Flügel mit einem schwanzförmigen Fortsatz. Daher auch ihr Name. An den Innenseiten der Hinterflügel zeichnet sich eine blaue Binde und roten Augenflecken ab.

Die ca. 45 mm langen, unbehaarten Raupen sind zunächst schwarz mit hellem Fleck, später grün mit schwarzen, rot punktierten Querstreifen.

Lebensraum

Die Falter brauchen sonniges und offenes Gelände. Magerrasen unterschiedlicher Typen, Brach- und Ruderalflächen sowie extensiv genutzte Mähwiesen zählen zu ihren bevorzugten Lebensräumen. Aber auch andere Biotope mit Doldengewächsen, wie Waldlichtungen, Steinbrüche, Kiesgruben, Böschungen und Gemüsegärten werden bewohnt.

In geeigneten Biotopen trifft man auf die Tiere vom Meeresspiegelniveau bis in Gebirgslagen von 2000m

Gefährdung
Das Vergnügen Schmetterlingen zu begegnen wird leider immer seltener. In den letzten Jahren sind die Bestände vieler Schmetterlingsarten bedrohlich zurückgegangen

Der Schwalbenschwanz ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt und steht auf der Vorwarnliste (V) der Roten Liste. Hauptursache für ihren Rückgang sind die Überdüngung von Äckern, die intensive Beweidung des Grünlandes, unnötig häufige Mahd von Wegrändern, Bahndämmen und Böschungen sowie die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Der Bestand des Schwalbenschwanzes hat sich nach einem Tief in den 70er und 80er Jahren leicht erholt. Hauptursache dafür ist die Verringerung des Einsatzes von Umweltgiften in Gärten und auf öffentlichem Gelände.

Schutz
Wegen seiner Gefährdung, aber auch wegen des Erfolges von Schutzmaßnahmen wurde der Schwalbenschwanz zum "Schmetterling des Jahres 2006 " gewählt. Auch wenn der Schwalbenschwanz heute nicht mehr auf der "Roten Liste" steht: damit dies so bleibt ist der Erhalt von artenreichen giftfreien Wiesen eine zentrale Schutzmaßnahme. Davon profitieren auch viele andere Schmetterlingsarten. Viele Projekte des BN tragen dazu bei.

Dem Schutz der Schmetterlinge widmet sich auch die u.a. von BN und BUND durchgeführte Aktion „Abenteuer Faltertage“.
Sie wollen aktiv werden und sich für den Schutz von Schmetterlingen einsetzen? Beteiligen Sie sich am Abenteuer Faltertage und zählen Sie Schmetterlinge! Auf www.bund.net/faltertage erfahren Sie wie es geht.

Biologie
Damit sich die verstreut lebenden Männchen und Weibchen zur Paarung finden, versammeln sich beide Geschlechter zum Balzflug um Bergkuppen oder auch Türme. Die Weibchen der Frühjahrsgeneration überwinden nach der Begattung im Mai bzw. Juni weite Entfernungen, um geeignete Pflanzen zur Eiablage zu finden. Günstig dafür sind einzeln und an warmen Orten wachsende, aromatische Doldenblütler wie die Wilde Möhre. Etwa 150 Eier werden so verteilt, dass jede Wirtspflanze später nur wenige Raupen zu versorgen hat.
Die Weibchen der Sommergeneration wählen im Juli bzw. August ebenfalls Doldenblütler wie die Kleine Bibernelle, Dill oder Fenchel zur Eiablage aus. Es entwickeln sich Raupen mit grüner Grundfärbung und schwarzen, rot gepunkteten Querstreifen. Eine orange gefärbte Nackengabel verströmt bei Gefahr Abwehrstoffe, die Ameisen, Schlupfwespen und andere Räuber oder Parasiten vertreiben. Den Winter verbringt der Schwalbenschwanz als grau oder grün gefärbte Gürtelpuppe.

Verbreitung

Der Schwalbenschwanz ist weltweit in vielen Unterarten und Formen verbreitet, von Europa und Nordafrika über das gemäßigte Asien und Japan bis nach Nordamerika. Er ist auf eine offene und abwechslungsreiche Landschaft angewiesen. Gartenbesitzer können mit der Aussaat von geeigneten Futterpflanzen zu seiner Verbreitung beitragen.

Mehr Informationen
BUND-Kampagne Faltertage