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Siebenschläfer

Warum heißen die Siebenschläfer Siebenschläfer? Die geschützten Tiere verdanken ihren Namen ihrem ausgedehnten Winterschlaf von ca. sieben Monaten. Dabei sinkt ihre Körpertemperatur von 35 °C im aktiven Zustand auf 3 °C runter. Auch die Herzfrequenz sinkt deutlich. So sparen sie Energie für die lange Ruhephase.

 

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)

Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)

Familie: Bilche (Gliridae)

Unterfamilie: Eigentliche Bilche (Glirinae)

Gattung: Siebenschläfer (Glis)

Art: Siebenschläfer (Glis glis)

 

Körperbau und Fell

Ausgewachsene Siebenschläfer sind zwischen 13 und 20 cm lang. Ihr grauer buschiger Schwanz erreicht Längen von 10-18 cm. Die Fellfarbe ihrer Oberseite und Flanken variiert von grau, braun- bis silbergrau. Die Bauchseite dagegen ist hellgrau oder cremefarben. Verhältnismäßig große schwarze Augen in einem Gesicht ohne Zeichnungen, lange Tasthaare und kurze gerundete Ohren sind typische Merkmale für die kleinen Tiere die nur 70-180 g auf die Waage bringen.

 

Verbreitung

Man findet die Tiere in unterholzreichen Laub- und Mischwäldern aber auch in Obst-  und Weingärten sowie Parkanlagen von Kontinentaleuropa bis nach Persien.

 

Lebensweise

Aufgrund ihres Körperbaus und ihrer enormen Beweglichkeit sind Siebenschläfer exzellente Kletterer und können auch weit springen. Sie leben in lockeren Gruppen ohne feste Rangordnung und suchen sich gerne in Baumlöchern, Vogelhäuschen und auch unter den Dächern von Häusern ihre Schlafquartiere. Leben sie in menschlicher Umgebung, kann man schon mal kurzeitig glauben, man hätte „Poltergeister“ um sich. Die dämmerungs- bzw. nachtaktiven Tiere  bewegen sich gerne lautstark durch das Haus und geben dabei eindrucksvolle Töne von sich. Ihre Lautäußerungen reichen von Quick- und Pfeiflauten über Zähnerattern bis zu zwitschernden Rufen.

 

Nahrung

Die kleinen Nager ernähren sich von Blättern, Samen und u.a. pflanzlicher Kost. Aber auch Insekten, Vogeleier und –nestlinge gehören gelegentlich zum Speiseplan. Im Herbst beginnen sie sich durch die Aufnahme besonders fettreicher Nahrung einen Winterspeck anzufressen. Nur so können sie die kalte Jahreszeit gut überstehen.

 

Fortpflanzung

Einen Monat nach dem langen Winterschlaf beginnt die Paarungszeit. Die Tragzeit variiert zwischen 30 und 32 Tagen. Ihre Nester aus Gras, Blättern und Moos bauen sie in Baumhöhlen, Felsspalten, Dachböden oder Nistkästen. Im Sommer bringen sie dann 5 bis 7 blinde Junge zur Welt, die mit 8 Wochen selbständig sind.

 

Bedrohung

Zu den Fressfeinden gehören Marder, Hauskatzen und größere Eulen.

Die Bestände der Siebenschläfer sind stark rückläufig. Grund dafür ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Die Tiere sind auf strukturreiche naturnahe Waldgebiete angewiesen. Diese werden heute zusehends und durch eintönige Wirtschaftsforste ersetzt.

Gefährdung in Bayern: Rote Liste Bayern (2005): nicht gefährdet

 

Quellen:

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

www.wikipedia.de