MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Große naturnahe Wälder: Lebensraum unserer Wildkatzen

Seit seinem Bestehen setzt sich der BUND Naturschutz (BN) dafür ein, alte, naturnahe Wälder zu erhalten. Unser Rückkehrer nach Bayern, die scheue Wildkatze, braucht sie zum Überleben.

Alte und strukturreiche Wälder – heute können wir nur ahnen, wie sie ausgesehen haben. Baumriesen, die erst nach Hunderten von Jahren eine besonders dicke Borke, Moosbewuchs, verwitterte Äste und Höhlen ausbilden, die unzähligen hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten. Irgendwann bricht der Baum zusammen, es entsteht eine große Schneise, in der Licht liebende Bäume und Sträucher keimen.

Schmetterlinge, Käfer, Frösche, Eidechsen und natürlich auch Mäuse können das enge Nebeneinander von Licht und Schatten, von trockenen und nassen Nischen nutzen. In einem solchen Wald existieren Alt und Jung eng verzahnt und im ständigen, dynamischen Wechsel. Das war die ursprüngliche Heimat unserer Wildkatzen. Heute finden wir sie in strukturreichen Laub- und Mischwäldern mit kleinen Lichtungen und Windwurfflächen, alten Laubbäumen und Jungholz im engen Verbund.

Wildkatzen sind sehr scheu und sie bewegen sich äußerst vorsichtig. Baum- und Felshöhlen, Wurzeln und abgestorbenes Geäst dienen ihnen als Tagesversteck und sicherer Ort zur Aufzucht ihrer Jungen. Aber auch ruhige, heckenreiche Säume am Waldrand mit angrenzenden Wiesen sind Lieblingsplätze der Samtpfote. Hier kann sie auf den Wiesen Mäuse, ihre Hauptnahrungsquelle, erbeuten. Gebüsche und Hecken bieten Deckung und sichern ihr einen Fluchtweg zurück in den Wald. 

Kann die Wildkatze überall in Bayern leben?

Forscher haben die ursprüngliche Verbreitung der Wildkatze in Bayern und ihre Ansprüche an Lebensräume untersucht, um herauszufinden, wo die schöne Wilde im Freistaat überall leben kann. Das Ergebnis: Die Wildkatze könnte überall in Bayern in den nächsten Jahrzehnten wieder Fuß fassen – mit Ausnahme der wenigen Regionen, in denen der Schnee im Winter sehr lange liegen bleibt. Eine Voraussetzung für die weitere Ausbreitung sind Wanderkorridore zwischen bereits besetzten und noch unbesetzten Wäldern. Nur im Schutz von Bäumen, Sträuchern und Hecken wird die Wildkatze Wanderungen in neue Lebensräume wagen. Die Ausbreitung über ausgeräumte Ackerlandschaften hinweg ist hingegen fast nicht möglich.