MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Zeitzeugen im Naturschutz

Bayern sähe heute anders aus ohne den BUND Naturschutz.  Im BN engagierte Menschen haben im Laufe der Zeit Hunderte Landschaften im Freistaat gerettet. In der neuen Filmreihe „Zeitzeugen im Naturschutz“ sprechen wir mit erfahrenen Naturschutz-Füchsen und fragen sie, was sie bewegt hat, für die Natur ihrer Heimat einzustehen, und was sie an jüngere Naturschützer weitergeben können. 

Das Murnauer Moos, den Weltenburger Donaudurchbruch, die Schönheit des Königsees oder den Nürnberger Reichswald gäbe es ohne den BUND Naturschutz so nicht mehr – und das sind nur drei besonders berühmte Beispiele. Vielen Menschen ist die Geschichte ihrer Heimatnatur jedoch nicht bewusst: Sie nehmen ihre Umgebung eher als Kulisse denn als gestalteten und gestaltbaren Raum wahr.

Wir haben deshalb mit erfahrenen „Naturschutz-Füchsen“ gesprochen und sie danach gefragt, was ganz normale Bürger von nebenan bewegt hat, für die Natur ihrer Heimat einzustehen, wie sie Bäume, Flüsse und Landschaften bewahrt haben und was sie an jüngere Naturschützer weitergeben können. Daraus entstand die Video-Reihe „Ich sehe was, was Du nicht siehst – Zeitzeugen im Naturschutz“.

Die ersten Filme in der Zeitzeugenreihe entstanden 2015 dank einer Förderung durch den Umweltfonds des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz. Zum Umweltfonds

Babs Günther - mein Engagement gegen das AKW Grafenrheinfeld

In über 25 Jahren ehrenamtlicher Arbeit hat Babs Günther unzählige Mahnwachen organisiert, Reden gehalten, Demonstrationen auf die Beine gestellt, an vielen Podiumsdiskussionen teilgenommen und Pressegespräche geführt, sich an Menschenketten beteiligt und phantasievolle Aktionen wie das Abschaltpicknick oder das Brückenfest geplant.
Am 27. Juni 2015 um 23.59 Uhr wurde im AKW Grafenrheinfeld der Leistungsbetreib eingestellt – das Atomkraftwerk ging unter großem Jubel der Bevölkerung vom Netz.
Ohne Frauen wie Babs Günther wäre es kaum gelungen, das Bewußtsein für die Gefahren der Atomenergie wach zu halten.

Marianne Laepple: Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf

Acht Jahre war der Name Wackersdorf Synonym für die erbitterte Auseinandersetzung um die atomare Wiederaufarbeitung. Mit ihrem klaren Nein zur Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) stellten sich der BUND Naturschutz, die Schwandorfer Bürgerinitiative und viele andere in den 80er-Jahren gegen den Staat und die Energiekonzerne. Marianne Laepple erzählt vom Widerstand gegen das Wahnsinnsprojekt.

BRUNO TÄUFER: ZWISCHEN GIPSABBAU UND ARTENSCHUTZ

„Die Ornithologie war immer mein Steckenpferd. Und dabei habe ich erkannt, dass man nicht eine Art schützen kann, sondern Lebensräume schützen muss. So bin ich zum BUND Naturschutz gekommen.“ In dieser Folge erzählt Bruno Täufer aus Bad Windsheim, wie er die Zerstörung seiner Heimat durch den Gipsabbau gestoppt, gefährdeten Fledermäusen einen Rückzugsort verschafft und uralte Bäume bewahrt hat.

TONI WOLF: DER WEG ZUR BIODIVERSITÄTSGEMEINDE TÄNNESBERG

Weltweit nimmt der Artenverlust immer dramatischere Ausmaße an. Gegen diesen Trend stemmt sich seit Jahren die kleine Gemeinde Tännesberg im nördlichen Oberpfälzer Wald: Der BN-Aktive Toni Wolf hatte das Entwicklungspotential der dort noch vorhandenen natürlichen Vielfalt erkannt und mit einem breiten Netzwerk von Unterstützern erhalten und ausgebaut. Viele einheimische Tier- und Pflanzenarten finden im Gemeindegebiet von Tännesberg durch entsprechende Pflege ihrer Lebensräume schon seit Jahren einzigartige Rückzugsgebiete. Für viele Arten kam die Rettung buchstäblich in letzter Minute. Heute ist Tännesberg ein Leuchtturmprojekt für den Schutz der Artenvielfalt und die einzige "Biodiversitätsgemeinde" Deutschlands.

Peter Streck: Der Donauausbau bei Regensburg und das Donaustaufer Altwasser

Der Donauausbau zwischen Regensburg und Straubing, einer der größten Landschaftseingriffe in Bayern, forderte einen hohen Tribut. Altwässer, Nebenarme, Wiesen und viele bedrohte Tiere verschwanden. Peter Streck und die BN-Kreisgruppe Regensburg versuchten, wenigstens Teile zu retten. Das heute als Rückzugsort für seltene Vögel bekannte Donaustaufer Altwasser zeugt vom Erfolg dieses Engagements.

Klaus Arbter: Der nie gebaute Gumpenspeicher

Einem Gewitter gleich zog vor etwa 30 Jahren über der Waldnaab-Aue ein „Unwetter“ auf, das eine der wertvollsten Naturlandschaften Bayerns für immer zerstört hätte: Gumpen, ein kleines Dorf im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz, sollte dem Erdboden gleich gemacht werden, um einem fast 500 Hektar großen Wasserspeicher zu weichen. Die Planer hatten jedoch nicht mit dem Widerstand von Dr. Klaus Arbter gerechnet. Der Tirschenreuther Biologielehrer und passionierte Natur- und Landschaftsschützer nahm den Kampf gegen dieses Wahnsinnsprojekt auf und holte sich zur Unterstützung den BUND Naturschutz in Bayern – mit Erfolg.

Paul Riederer: Vom Truppenübungsplatz Landshut zum Naturschutzgebiet Isarleite

„Ja sapperlot, da war doch vor einer Woche eine Wiese! Da war die Sumpfohreule drin. Und jetzt ist das ein Acker. Da hab ich gesagt: Da muss man etwas tun und bin gleich zum BUND Naturschutz.“ Zusammen mit dem BN hat Paul Riederer dafür gesorgt, dass der ehemalige Truppenübungsplatz Landshut zu einem herrlichen und ökologisch überaus wertvollen Naturschutzgebiet wurde.