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Bundesverkehrswegeplan 2030

Bayern droht zum Straßeneldorado zu werden auf Kosten von Natur, Landschaft, Klimaschutz und einer zukunftsfähigen Mobilität mit weniger Auto- und LKW-Verkehr


"Während bei der Straße zahlreiche überdimensionierte Großprojekte sowie Wunschprojekte lokaler Abgeordneter im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans enthalten sind, fehlen bei wichtigen Schienenprojekten die Mittel" kommentiert Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz (BN), im März 2016 vorgestellten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans.

"Mit dieser geplanten Straßenbauorgie können die Ziele zum Flächensparen und Klimaschutz und einer zukunftsfähigen Mobilität mit weniger Auto- und LKW-Verkehr nicht erreicht werden", so der BN Landesbeauftragte Richard Mergner.

Der Bund Naturschutz fordert von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und den Bundestagsabgeordneten, sich endlich von den Wunsch- und Wolke-Planungen zu verabschieden und den BVWP-Entwurf nicht in Bedarfsgesetzen zu zementieren.

Lichtblicke im Entwurf seien nur die Akzeptanz des Ausbaus der Donau ohne Staustufen (Variante A) und die Ausbau- und Elektrifizierungspläne bei wichtigen Bahnlinien in Bayern.

"Die gewollten und schön gerechneten Großprojekte in Bayern wurden bis auf wenige Ausnahmen im "Vordringlichen Bedarf" einsortiert oder dürfen weitergeplant werden. Damit hängen selbst völlig unsinnige Verkehrsprojekte wie die Anbindung des Nürnberger Flughafens an die Autobahn A 3 oder eine Main-Spessart-Autobahn bei Würzburg wie Damoklesschwerter über der Region und verhindern die Planung vernünftiger Alternativen", so Gernot Hartwig, Sprecher des BUND Naturschutz Arbeitskreises Verkehr.

Die Stimulierung des Wachstums des Straßenverkehrs verhindere das Erreichen der Klimaschutzziele im Verkehr, der Flächenverbrauch würde weiter angekurbelt und ein stadtverträglicher Verkehr nicht befördert.

Dobrindts Planungen verfehlten das Ziel, Güter auf Schiene und Schiff zu verlagern. Würde der BVWP so umgesetzt, würde die Deutsche Bahn, die im vergangenen Jahr erst einen Milliardenverlust zu verzeichnen hatte, noch mehr aufs Abstellgleis fahren. Umweltverträgliche Alternativen wurden in keinem Fall ernsthaft geprüft.

Daher fordert der BUND Naturschutz:

  •     Nicht bedarfsgerechter Straßenneubau muss der Vergangenheit angehören
  •     Erhalt muss vor Neubau gehen
  •     überflüssige Ortsumgehungen sind zu streichen
  •     Bahn und Schiff müssen gestärkt werden

BN-Bewertungen ausgewählter Projekte zum Bundesverkehrswegeplan

Ausführliche Stellungnahme des BUND Naturschutz zum Bundesverkehrswegeplan (als PDF zum downlod)