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Alternativen: der Frankenboulevard – Stadt statt Autobahn

Den überregionalen Verkehr mitten durch die Stadt zu führen, war schon immer ein Fehler. Der Ausbau würde für teures Geld diesen Fehler noch verschärfen. Aber es geht auch anders! Unser Vorschlag: Ein städtischer Boulevard zwischen Rothenburger Straße und An den Rampen.

Der BUND Naturschutz fordert gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland und dem„Bündnis gegen den Frankenschnellweg“ eine ernsthafte Debatte übermögliche Alternativen zum kreuzungsfreien Ausbau. Klimaschutz, Energiewende, eine lebenswerte und gesunde Stadt für alle – das sind für uns lohnendere Ziele als noch mehr Autoverkehr. 

Den überregionalen Verkehr mitten durch die Stadt zu führen, war schon immer ein Fehler. Der Ausbau würde für teures Geld diesen Fehler noch verschärfen. Bisher hat die Planung stets versucht, die Nachfrage des Kfz-Verkehrs zu befriedigen. Damit stößt sie zusehends an Grenzen. Aber es geht auch anders! Wer weiter denkt, plant für die Mobilität der Zukunft: Die gemischt genutzte, kompakte Stadt der kurzen Wege mit einem stadtverträglichen Verkehr. Straßen und Plätze können (wieder) so gestaltet werden, dass alle Verkehrsarten dort ihre Berechtigung haben. Unser Vorschlag: Ein städtischer Boulevard zwischen Rothenburger Straße und An den Rampen.

Die Nürnberger Südstadt, St. Leonhard und Gostenhof – drei dicht bewohnte und bunte Quartiere. Bahndamm und Frankenschnellweg liegen als Barrieren dazwischen: Wege, die man meidet oder gar nicht überwinden kann. Der eigentlich zentrale städtische Bereich wirkt nur als unattraktive, verwahrloste Restfläche. Die städtische Planung konzentriert sich auf den Kfz-Verkehr. Mit hohem Aufwand wird eine Art Autobahnkreuz in die Fläche gezwängt. Zusätzlich zum teuren Transit-Tunnel sollen an der Oberfläche bis zu acht Fahrspuren entstehen: Im Ergebnis mehr Asphalt als bisher! 

Wer Straßen sät, erntet Verkehr

Zu glauben, dass der Verkehr damit künftig besser fließt, ist ein teurer Irrglaube: Sobald eine Straßenverbindung attraktiver wird, steigt auch die Verkehrsmenge an. Der Ausbau holt mehr Durchgangsverkehr auf den Frankenschnellweg und mehr Autos in die Stadtteile. Der Stau zu Stoßzeiten verschwindet nicht. Selbst 16-spurige Autobahnen in den USA sind in der „Rushhour“ überfüllt. In der Fachwelt ist inzwischen anerkannt: Der immer weitere Ausbau von Straßen ist keine Lösung. Städte wie Ulm, Ludwigshafen oder Berlin bauen inzwischen sogar ihre Straßenbauwerke aus den 60er Jahren zurück. Sie gewinnen damit Urbanität und Lebensqualität.

Die Planung der Stadt Nürnberg wird den sich ändernden Mobilitätsbedürfnissen nicht gerecht. Neue Konzepte sind gefragt, damit die Menschen angenehm und sicher zu Fuß, mit dem Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein können. Auch Hauptstraßen können wieder zu urbanen Räumen werden. Der Autoverkehr hat weiter seine Berechtigung, soll aber nicht mehr alles andere dominieren. In diesem Paradigmenwechsel liegt ein enormes Potenzial für die städtebauliche Entwicklung: Der Öffentliche Raum dient nicht nur dem Verkehr, sondern wird vielfältig genutzt. Wie könnte das aussehen? 

Der Frankenboulevard für alle

Die Fahrspuren werden reduziert und entlang der Bahn zusammengelegt. Die gewonnenen Flächen werden mit Gebäuden für Büros und Dienstleistungen bebaut. Neue Wohnungen, Läden und Cafés entstehen in zentraler Lage. Ein Stadtboulevard entlang des wieder belebten historischen Kanalbetts wird zum Treffpunkt der Bewohner. Wasserbecken und Alleebäume verbessern das Stadtklima und sorgen für einen angenehmen Aufenthalt. Mit der Verlängerung der Straßenbahn zum U-/S-Bahnhof Rothenburger Straße wird eine neue Verbindung in die Südstadt geschaffen.