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Naturerbe Buchenwälder - Nationalparke: gut für die Entwicklung der Regionen

Am 15. und 16. September 2017 in Ebrach

Foto: Naturwaldreservat Waldhaus, Thomas Stephan

Nationalparke in Deutschland sind auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Gewinn für die Nationalparkregionen. Sie kurbeln die Regionalentwicklung an und schaffen neue Arbeitsplätze. Deshalb besitzen sie eine zunehmende Akzeptanz in der Bevölkerung in der Nationalparkumgebung. Von einem Nationalpark Steigerwald würde neben der Artenvielfalt in den Wäldern auch die Bevölkerung in der Steigerwaldregion profitieren.

Im Rahmen der Tagung wurden die sozioökonomischen Auswirkungen von Nationalparken auf die Regionen vorgestellt. Dazu berichteten Praktiker aus den Nationalparkregionen Bayerischer Wald und Hainich über ihre Erfahrungen.

Exkursion

alle Bilder der Tagung: Marion Betzler, BN

Die Tagung startete am Freitag mit einer Exkursion ins Naturwaldreservat Waldhaus unter der Leitung des ehemaligen Forstamtsleiters Dr. Georg Sperber, bei der deutlich wurde, dass der Steigerwald das Potential für ein Weltnaturerbe hat.

Mehr Bilder der Exkursion

 

 

Freitag Abend

Am Abend berichtete der Waldreferent Dr. Ralf Straußberger über das Kartierungsprojekt von BN und WWF, bei dem im inzwischen aufgehobenen Schutzgebiet "Hoher Buchener Wald" über 7600 Starkbäume punktgenau per GPS erfasst wurden.

Den Vortrag finden Sie hier

Vortragsprogramm Samstag

Begrüßung durch den BN-Vorsitzenden Prof. Dr. Hubert Weiger

Zitat: „Das Projekt „3. Nationalpark in Bayern“ ist ein riesiger Schritt für den Naturschutz nach vorne, aber der Ausschluss des Steigerwalds durch die Staatsregierung ist falsch und fachlich nicht zu begründen. Viele Verbände und Bürger haben sich im Steigerwald für einen Nationalpark engagiert. Inzwischen gibt es mit einer Zweidrittel-Mehrheit eine große Akzeptanz in der Bevölkerung dafür. Der BN setzt sich weiter für den Nationalpark Steigerwald ein!“

Grußworte von Max-Dieter Schneider, Bürgermeister von Ebrach ...

... und Benedikt Schmitt, Vorstand im Verein Nationalpark Nordsteigerwald

Erfahrungen aus der Nationalparkregion Bayerischer Wald

Karlheinz Roth, Bürgermeister von Spiegelau: Bedeutung des Nationalparks Bayerischer Wald für die Kommunen

Bürgermeister Roth nutzt die gute Zusammenarbeit mit dem Nationalpark nicht nur zur Verbesserung der Attraktivität seiner Gemeinde. Er diskutiert im Kommunalen Nationalparkausschuss aus Landräten und Bürgermeistern mit: „Wir haben hier gute Erfahrungen und bisher in allen Punkten Lösungen gefunden“.

Von seinem freien Vortrag existiert leider keine Präsentation.

Daniel Eder und Robert Kürzinger, Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald: Bedeutung des Nationalparks Bayerischer Wald für den Tourismus

Die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald ist ein Zusammenschluss aus 13 Gemeinden. Die beiden Manager sehen riesige Vorteile: „Wir profitieren immens vom Nationalpark.“ 58 Prozent der Besucher kommen allein wegen des Nationalparks in die Region. Die Wertschöpfung der Besucher beträgt 21 Millionen Euro im Jahr, ca. 1.100 Arbeitsplätze wurden geschaffen. 28 Prozent der Naturreisenden bevorzugen Ferienwohnungen als Unterkunft, hier gibt es auch im Steigerwald noch viel Potential.

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Christina Wibmer, ehemalige Projektleiterin des Nationalpark-Verkehrskonzepts: Einfluss des Nationalparks Bayerischer Wald auf den ÖPNV

Christina Wibmer lobte die Unterstützung von Nationalparkverwaltung und Umweltministerium beim Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, der meist im Stundentakt fährt. Die Bahnstrecke Zwiesel-Grafenau konnte nur wegen des Nationalparks erhalten werden. „In unserer dünn besiedelten Region könnten wir uns viele Geschäfte und so ein gutes ÖPNV-Netz ohne Nationalpark nicht leisten, das Fahrgastpotential der Einheimischen reicht nicht aus“.

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ERFAHRUNGEN AUS NATIONALPARK- UND WELTERBEREGION HAINICH

Bernhard Bischof, Bürgermeister Hörselberg-Hainich: Bedeutung des Nationalpark- und Welterbetitels für die Hainichregion

Bürgermeister Bernhard Bischof aus Hörselberg-Hainich (Thüringen) ist Vorsitzender des Vereins „Welterberegion Wartburg-Hainich“, die seit 2013 für das Weltnaturerbe Hainich und das Weltkulturerbe Wartburg wirbt. „Der Nationalpark hat eine hohe Akzeptanz im Hainich, er bietet einen Standortvorteil im Wettbewerb der Regionen“, so Bischof. „Wir haben mehr Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze, das hält junge Familien in der Region. Wir bieten auch attraktive Freizeitangebote, gute Erholungsmöglichkeiten und Naturerleben an. Es gibt keinen Bürgermeister oder Landrat in der Region, der den Nationalpark ablehnt.“

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Erika Mielke, Landferienhaus Pension Erika, Görmar: Profitiert die Gastronomie vom Nationalpark?

Erika Mielke, zertifizierte Nationalpark-Partnerin, bestätigt den Zugewinn: „Durch den Nationalpark kamen mehr Gäste, wir konnten unsere Pension ausbauen. Wir haben im Sommer eine Auslastung von 80 Prozent, die Gäste bleiben im Durchschnitt 7 Tage und viele kommen wieder. Wir sind eine große Familie und werden vom Nationalpark durch gute Zusammenarbeit unterstützt.“

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Podiumsdiskussion: Faire Chance für den Steigerwald

Auf dem Podium von links nach rechts: Max-Dieter Schneider, Bürgermeister von Ebrach und Sprecher der Allianz; Heidrun Schindler-Schaller, silenta Bio Kinder-möbel-Manufaktur, Ebrach; Prof. Dr. Hubert Weiger, BN; Dr. Liebhard Löffler, Kreistag Bamberg FDP; Wolfgang Heyder, Kreistag Bamberg SPD; Thomas Vizl, Stadtrat Gerolzhofen, geo-net und Kreisrat Schweinfurt, B‘90/Die Grünen

Moderation: Heiner Gremer, BR Bamberg

Unter den über 200 Unterstützern der Allianz „Faire Chance für den Steigerwald“ engagiert sich auch Wolfgang Heyder, langjähriger Basketball-Manager von Brose Baskets Bamberg, für einen Nationalpark Steigerwald. Der Bamberger Kreisrat Wolfgang Heyder kritisierte bei der Podiumsdiskussion der Tagung, dass ein Staatssekretär gegen den klaren Mehrheitswillen der Bevölkerung hier einen Nationalpark bislang verhindert. Parteiübergreifend fordern die Kommunalpolitiker Max-Dieter Schneider (Kreisrat Bamberg und Ebrachs Bürgermeister, SPD), Dr. Liebhard Löffler (Kreisrat Bamberg, FDP) und Thomas Vizl (Stadtrat Gerolzhofen und Kreisrat Schweinfurt, Grüne, geo-net) einen fairen Umgang und eine faire Prüfung der Nationalparkoption für den Steigerwald. Diesen Wunsch nach einer fairen Chance unterstützen auch Geschäftsinhaber, Handwerker, Gastwirte und lokale Unternehmen aus der holzverarbeitenden Branche, wie „silenta“, Bio Kindermöbel–Manufaktur aus Ebrach. Inhaberin Heidrun Schindler-Schaller ist überzeugt, dass die lokale Holzversorgung gesichert bleibt, wie es auch die Staatsregierung beim Suchprozess zum dritten Nationalpark zusagte. Schindler-Schaller beklagt die irreführenden Aussagen des Forstbetriebs zur Holzwirtschaft. Der Forstbetriebsleiter will den Nationalpark verhindern, indem er künstlich Ängste über die Holzversorgung schürt und die Zahl der Sägewerke stark übertreibt. „Wir erwarten uns hier mehr Transparenz und Wahrheit von der Bayerischen Staatsforsten“, so Schindler-Schaller. In der Diskussion wurden die Landräte im Steigerwald massiv kritisiert, weil sie durchsetzen, dass im Regionalen Dialogprozess die Nationalpark-Option entgegen bestehender Vereinbarungen nicht mehr diskutiert werden darf.