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Wasser in Europa: die Wasserrahmenrichtlinie

Europa bringt Schwung in den Schutz der Gewässer: Mit der in ganz Europa verbindlich geltenden Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sollen Grundwasser, Fließgewässer, Seen und angrenzende Feuchtgebiete wieder intakt werden, in der Fachsprache: "einen guten ökologischen und chemischen Zustand" erreichen.

Dies erfordert eine Kurskorrektur im bisher üblichen Umgang mit unseren Gewässern und Feuchtgebieten dar. Die Umsetzung der Richtlinie ist daher eine große Chance, aber auch Herausforderung nicht nur für die Wasserwirtschaft.

Hauptgründe für den schlechten Zustand unserer Gewässer sind

  • der Verlust natürlicher Gewässerstrukturen
  • die hohe Belastung aller Gewässer und des Grundwassers mit Nitrat
  • unzureichende Klärung von Abwässern
  • intensive landwirtschaftliche Nutzung und fallende Grundwasserspiegel
  • die Vernichtung und Entwässerung von Feuchtgebieten und Auen

Die Wassernutzung ist zwar durch technologischen Fortschritt und wachsendes Umweltbewusstsein effizienter geworden, aber die Gewässer können ihre ökologische Funktion als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und als bereicherndes Element der Landschaft mit zahlreichen Funktionen für die Gesellschaft bei Weitem nicht erfüllen.

Die Wasserrahmenrichtlinie ist eine große Chance, dies zu ändern. In der Praxis bleibt es jedoch offenbar schwierig, den starken Lobbygruppen im Bereich der Wassernutzung entgegenzutreten und allen Wassernutzern einen veränderten Umgang mit den Gewässern und dem Grundwasser abzuverlangen - auch wenn die Notwendigkeit für eine Veränderung theoretisch wohl unbestritten ist.

Folgende Bereiche müssten die unseres Erachtens am dringendsten in Angriff genommen werden:

  • Öffentliche Teilhabe und Transparenz in der Wasserbewirtschaftung
  • Sparsame und nachhaltige Wassernutzung
  • Mehr Raum für lebendige Flüsse
  • Intakter Landschaftswasserhaushalt
  • Sauberes Wasser für Mensch und Natur
  • vorausschauende und flexible Wasserpolitik

Zentral für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sind die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme. Sie müssen Ende 2009 vorgelegt werden und bis 2015 umgesetzt werden.

Die ersten Entwürfe hat die bayerische Staatsregierung - wie auch viele andere Länder - Anfang 2009 zur Öffentlichkeitsbeteiligung vorgelegt. Der BN hat diese Entwürfe als völlig unzureichend kritisiert und fordert grundlegende Verbesserungen. Hier finden Sie die umfangreichen Bewertungen des Bund Naturschutz (vom 30.06.2009) zu diesen Entwürfen (für das Einzugsgebiet von Donau und Main):

  • Pressemitteilung mit den wesentlichen Forderungen und den "TOP 10-Defiziten"
  • Anschreiben des BN zur Stellungnahme (Teil I)
  • Stellungnahme zum Bewirtschaftungsplan-Entwurf (Teil II)
  • Stellungnahme zum Maßnahmenprogramm (Teil III)
  • Anhänge zur Wasserkraft (Anhang 1), zum "Grauen Schwellbetrieb" (Anhang 2), zum Klimawandel (Anhang 3) und zum EEG (Anhang 4)
  • Stellungnahme zur Strategischen Umweltprüfung (SUP)
  • Stellungnahme des BN zum Entwurf der internationalen Donauschutzkommission (ICPDR) des Bewirtschaftungsplanes für das gesamte Donaueinzugsgebiet (A-Plan)
  • Stellungnahme des BUND zu den Entwürfen zur Elbe (Elbe)
  • ergänzende Stellungnahme des BN zu den ersten Teilberichten des Strategischen Durchgängigkeitskonzeptes für die großen Flüsse Bayerns, November 2009 (Stellungnahme)

Europas Gewässerschutz kann nur funktionieren, wenn alle mitmachen. Gerade den Gemeinden fällt eine große Aufgabe zu, sie sind für 60.000 der 70.000 km Fließgewässer in Bayern verantwortlich. Der BN möchte daher nun die Diskussion in der Öffentlichkeit, den Gemeinden und der politik fördern - um Europas Wasserschutz auch in Bayern zum Durchbruch zu verhelfen und wir alle wieder von lebendigen Flüssen und gesundem Trinkwasser profitieren können.

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