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Wasserkrise in Bayern

Überschwemmungen und Dürren wechseln sich in Bayern ab. Unsere Dörfer, Städte und Ernten sind gefährdet, die Grundwasserstände vierlorts bedroht. Natur und Artenvielfalt leiden unter beiden Extremen. Wir leben in einer Wasserkrise.

Zubetonierte und asphaltierte Siedlungsgebiete können Regen nicht aufnehmen. In verdichtete und verarmte landwirtschaftliche Böden kann Wasser schlecht einsickern. Mit begradigten und zu Kanälen eingezwängten Bächen und Flüssen wurden Wasser-Autobahnen geschaffen. Bei Starkregen bauen sich Wassermassen daher rasend schnell zu Überschwemmungen auf. Weil das Wasser nicht in der Fläche gespeichert wird, herrscht schon kurz danach wieder Trockenstress. Wir erleben folglich einen ständigen Wechsel von zu viel und zu wenig Wasser. Neben menschlichen und wirtschaftlichen Verlusten, wird das Artensterben befeuert.

Naturnahe Landschaften können Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen und speichern. Allmählich wird es dann an Luft, Grundwasser, Flüsse und Bäche abgeben. An Donau, Isar, Inn und Co schützen wir frei fließende Flussabschnitte mit ihren typischen Schleifen, natürlichen Überflutungsflächen und Auwäldern. Geschädigte Wasserläufe müssen renaturiert werden. So wird der Wasserabfluss nach starken Regenfällen verlangsamt. Aus Hochwasser wird Breitwasser.
Böden müssen Regenwasser wieder aufnehmen können. Daher setzen wir uns für den Schutz und die Renaturierung von Mooren und eine bodenschonende Land- und Forstwirtschaft ein. Wir kämpfen gegen Flächenfraß und für die Entsiegelung von Flächen.

Die BN-Kreisgruppen Rottal-Inn, Passau und Dingolfing-Landau kauften Ende 2020 6,7 Hektar Auenland am Sulzbach (Mit Förderung des Bayrischen Naturschutzfonds). Weitgehend unverbaut, mit Auwaldsaum auf beiden Seiten wird der Sulzbach nun schrittweise zu einem großen naturnahen Auenbereich mit natürlicher Wasserdynamik zurückentwickelt. Der Bach gestaltet seine Umgebung mit: Auf diese Weise schafft er – zu natürlichem Hochwasserschutz – eine Vielfalt an kleinen, unterschiedlichen Lebensräumen.

Seit den 1960er-Jahren kämpfen wir für die Salzach als Naturfluss an der bayrisch-österreichischen Grenze. Mit Erfolg! Seither wurden Flussrampen aufgelöst, Ufer zurückgenommen, Nebenarme wieder angeschlossen, der Kiesabbau in den Auen eingestellt. Naturschützer*innen, die diese Renaturierungen vorantrieben, verhinderten wiederholt den Bau von Staustufen und Wasserkraftwerken. Doch erneut droht ein Kraftwerk auf der bayerischen Seite. Der BN und seine Mitstreiter*innen stellen sich schützend vor die Salzach > mehr erfahren.

Mäandernde Flüsse, naturnahe Gewässer, gesunde Auenwälder, feuchte Moore. Daneben Wälder, Wiesen und Felder mit humusreichen, wasserdurchlässigen Böden. Eine solche Landschaft kann wie ein riesiger Schwamm große Wassermengen aufsaugen, speichern und allmählich an Grundwasser, Bäche und Flüsse abgeben. Hier finden Tier- und Pflanzenarten mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen Nahrung, Unterschlupf und Platz zum Leben.

Politik der Wasseraustreibung beenden

Die aktive Renaturierung von Auen und Flüssen ist der effektivste Hochwasserschutz. Damit schützen wir uns auch vor Auswirkungen des Klimawandels.

Dr. Christine Margraf, stv. Landesbeauftragte und Wasserexpertin