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Schutz der Ozonschicht

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die lebensnotwendige Ozonschicht immer dünner geworden. Über der Antarktis öffnete sich sogar ein Ozonloch. Wirksame Abhilfe schaffte im Jahr 1987 das Internationale Abkommen von Montreal.

Da Fälle von Hautkrebs dramatisch zunahmen, musste dringend gehandelt werden. Bürgerinitiativen, in denen auch kritische Ärztinnen mitarbeiteten, brachten das Ozonloch immer mehr in die Öffentlichkeit. Die noch junge Partei der Grünen thematisierte es in den Parlamenten. Nachdem ähnliche Entwicklungen in anderen Ländern in Gang gekommen waren, gab es im "Wiener Übereinkommen" von 1985 erste Vereinbarungen.

Ozonschicht regeneriert sich

Der Chef des neuen deutschen Umweltministeriums, Klaus Töpfer, CDU, trug maßgeblich dazu bei, dass im Herbst 1987 eine Weltpremiere gefeiert werden konnte: Die Regierungen von 24 Ländern sowie die EU-Kommission unterzeichneten das Montreal-Protokoll. Bis 2009 sind ihm insgesamt 197 Staaten beigetreten. Es ist somit das erste Umweltschutzabkommen, das in allen UN-Staaten gilt. Festgelegt wurde ein zeitlich gestaffelter Ausstieg aus dem Verbrauch und der Produktion von Substanzen, die die Ozonschicht schädigen. 

Die Produktionsmenge ozonabbauender Stoffe beträgt 2017, also 30 Jahre nach Inkrafttreten des Montreal-Protokolls, nur noch fünf Prozent der Menge von 1987. Seit 2010 gibt es Anzeichen, dass sich das Ozonloch nicht mehr vergrößert, und 2016 berichten mehrere Studien, dass sich die Ozonschicht sogar wieder regeneriert. Bis zur völligen Schließung des Ozonlochs wird es aber noch Jahrzehnte dauern. 

Klimaschädliche Ersatzstoffe reduzieren

Es wurden sehr schnell Ersatzstoffe entwickelt. Diese schützten tatsächlich die Ozonschicht, haben jedoch - wie die nun verbotenen FCKW -  meist ebenfalls eine hohe Treibhauswirkung. Da das Montreal-Protokoll ein laufender Prozess ist, arbeiten die Vertragsstaaten daran, auch hier besonders gefährliche Stoffe zu verbieten, beziehungsweise die Entwicklung von Alternativen voranzutreiben. 2016 verpflichteten sich die Vertragsstaaten, die Verwendung von H-FKW (Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe) schrittweise auf 15 - 20 Prozent zu reduzieren. 

Kein Verzicht für Industrieländer, Hilfe für ärmere Staaten

Erleichtert wurden die Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht sicher dadurch, dass kein Verzicht geleistet werden muss. Denn es können für die Anwendungen (Kühlmittel, Lösungsmittel, Treibgas in Spraydosen) Ersatzmittel entwickelt werden. Positiv für die weltweite Akzeptanz ist zweifelsohne, dass die Industrieländer bereits in den ersten Jahren fast eine Milliarde US-Dollar zur Unterstützung der Umstellung in ärmeren Ländern gezahlt haben. Auch jetzt werden beim Verbot klimaschädlicher Ersatzstoffe ärmeren Ländern längere Fristen eingeräumt.

Fazit

Es zeigt sich, dass auch weltweite Abkommen zum Schutz der Umwelt möglich sind. Offensichtlich ist dies so gut gelungen, weil das Problem überall den Menschen buchstäblich auf der Haut brennt. Deshalb erscheint es ratsam, auch bei anderen Umweltproblemen - wo immer möglich - den gesundheitlichen Aspekt besonders herauszustellen. 

Nachtrag Februar 2018: Ozonschicht wird wieder dünner

Forscher der ETH Zürich haben im Februar 2018 herausgefunden: Zwar regeneriert sich die Ozonschickt im oberen Teil der Stratosphäre weiterhin, im unteren Teil (in einer Höhe von 15 bis 24 Kilometern) wird sie jedoch wieder dünner. Ein Grund dafür könnten veränderte globale Strömungsmuster aufgrund des Klimawandels sein. Eine zweite Ursache ist vermutlich in den sehr kurzlebigen chlor- und bromhaltigen Chemikalien zu sehen, die vermehrt freigesetzt werden. 

Diese neuen Erkenntnisse sind zwar ein partieller Rückschlag im Kampf für die Wiederherstellung der Ozonschicht, stellen jedoch in keiner Weise das Montreal-Abkommen in Frage. Die "Weltorganisation für Metreologie" stellt deshalb fest: Ohne das Montreal-Abkommen stünde es um die Ozonschicht wesentlich schlechter. Allerdings bestehe aufgrund der neuen Erkenntnisse ein noch größerer Forschungs- und Handlungsbedarf zum weiteren Schutz der Ozonschicht.