Neues Bio-Siegel schützt vor Täuschung
Häufig täuschen Bilder auf Lebensmitteln oder in der Werbung, die glückliche Hühner im Stroh oder Kühe in weiten Landschaften zeigen, den Verbrauchern eine intakte Bauernidylle vor. Die Hersteller locken zudem mit Aufdrucken wie „tiergerechte Aufzucht“ oder „vom heimischen Bauernhof“. Eine Studie hat nachgewiesen, dass jeder vierte Konsument sich beim Einkauf von klangvollen Namen aus der Werbung leiten lässt.
Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) täuschen aber viele Lebensmittelhersteller ihre Kunden. Was aussieht wie aus naturnaher Landwirtschaft, muss nicht notwendigerweise „Bio“ sein. Denn die meisten Produkte mit Naturmotiven stammen laut BUND aus der konventionellen Landwirtschaft. Das bedeutet Massentierhaltung und den Zusatz von Antibiotika im Futtermittel. Antibiotika werden zum Mästen der Tiere eingesetzt und sollen vor möglichen Krankheiten schützen.
Um sicher zu gehen, dass es sich beim Einkauf wirklich um Bioprodukte handelt, empfiehlt der BUND den Verbrauchern, sich an dem neuen Bio-Siegel der Bundesregierung zu orientieren. Alle Produkte, die dieses Siegel tragen, müssen die Öko-Verordnung der europäischen Gemeinschaft erfüllen. Vorgeschrieben sind darin u.a. eine artgerechte Tierhaltung sowie Futtermittel, die vorwiegend aus hofeigener Produktion stammen. Antibiotika sind verboten.
Informationen zu dem neuen Bio-Siegel gibt es unter www.bio-siegel.de.
Berlin, den 13.11.2001
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