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Hausputz mit ökologischen Reinigungsmitteln

Putzen, saugen, wischen und scheuern, bis alles glänzt und strahlt: Eine Milliarde Euro geben die Deutschen jährlich für Hausputzmittel aus. Doch oft werden mehr Putzmittel verwendet als nötig. Zudem gibt es gute ökologische Reinigungsmittel, mit denen Sie beim Hausputz auch im Einklang mit ihrer Umwelt stehen. Wer ein paar Regeln beachtet, schont die Umwelt und vermeidet gesundheitliche Gefahren.

verschieden Putzuntensilien (Eimer, Kehrschaufel, Bürste und Schwamm)
Viel hilft nicht unbedingt viel. Putzmittel sparsam einsetzten (Foto: by-studio /fotolia.com)

Die gute Nachricht lautet: Wer an Putzmitteln - und hier besonders an spezialisierten Produkten wie extra Glanzreiniger fürs Bad, Backofenspray oder Fensterreiniger für garantiert schlierenfreies Putzen - spart, tut sich und der Umwelt Gutes. Denn die meisten Putzmittelmittel mit angeblichen Wunderkräften sind überflüssig, es gilt sogar die Faustregel, dass ein Putzmittel, je spezieller, desto schädlicher ist. Für den effektiven Hausputz genügen vier Produkte: Ein milder Allzweckreiniger lässt Böden und Arbeitsflächen strahlen, Haushaltssoda aus der Drogerie rückt hartnäckigen Verschmutzungen zu Leibe, ein Handspülmittel eignet sich für die Fenster und ein Reiniger mit Zitronensäure für Bad und Toilette komplettiert den Putzschrank

Putzen, ganz ohne die Umwelt zu belasten, ist leider unmöglich. Schließlich enthalten alle Putzmittel Chemikalien, die ins Abwasser gelangen. Bei der Dosierung gilt daher: Weniger ist mehr. Oft reichen ein paar Spritzer für mehrere Liter Wasser. Mit viel Putzmittel schäumt und duftet es zwar mehr, aber sauberer wird es nicht. Im Gegenteil, die Wirkung kann sogar nachlassen, wenn das Spül- oder Putzwasser zu stark schäumt, da sich das Putzmittel dann an der Oberfläche sammelt und die Fettlösekraft vermindert wird. Das Reinigungsmittel sollte immer erst am Ende zugegeben und die Dosierungsanleitung der Hersteller beachtet werden. Ein ökologisches Reinigungsmittel enthält keine Farb-, Duft- oder Konservierungsstoffe und ist vollkommen biologisch abbaubar. Darüber hinaus sollten  Putzmittel phosphat- und lösungsmittelfrei sein und ohne desinfizierende oder bleichende Stoffe auskommen. Ökologische Putzmittel erkennt man beispielsweise am europäischen Umweltzeichen, der „Euroblume“.

Garantiert nichts für den Haushalt und alles andere als ökologisch sind antibakterielle Putzmittel, da fast alle Haushaltsbakterien ohnehin harmlos sind. Darin enthaltene Biogifte wie Triclosan können die nützlichen Bakterien der menschlichen Hautflora schädigen, Allergien auslösen und zur Bildung von Antibiotikaresistenzen beitragen. Verzichten Sie auch auf Produkte mit Nanosilber, die mit antibakterieller Wirkung werben. Ihre Risiken für Mensch und Umwelt sind noch nicht ausreichend erforscht.

Gewusst, wie – Hausputz und Geschirrspülen

Mit mechanischen Mitteln lässt sich viel Chemie einsparen: Ein paar Mikrofasertücher, Drahtschwamm, ein Eimer, eine Bürste zum Scheuern und eine Saugglocke ergänzen die Putzausrüstung, und schon kann’s losgehen: Ablagen, Arbeitsflächen und glatte Böden reinigt man mit einem annehmbar ökologischen Putzmittel in Gestalt eines milden Allzweckreinigers, der möglichst unparfümiert und ohne Konservierungsstoffe sein sollte. Kratzfeste Oberflächen, die gescheuert werden können, wie beispielsweise ein Ceranfeld werden mit Haushaltssoda bearbeitet.

Wird Geschirr in der Maschine gespült, fehlt die mechanische Reinigungskraft der Hände. Deswegen sind Spülmaschinenreiniger besonders aggressiv und enthalten das in Waschmitteln schon lange verbannte gewässerschädigende Phosphat. Im Biohandel gibt es sowohl sanftere Geschirrspültabs, als auch besonders schonende, ökologische Reinigungsmittel. Kalkablagerungen im Bad und in der Toilette verschwinden durch den Einsatz von Essig- oder Zitronensäure und der guten alten Klobürste. Spezielle Glasreiniger für die Fenster sind überflüssig. Mit ein paar Tropfen Spülmittel und der richtigen Technik werden die Scheiben auch so blitzblank: Einfach die Fenster mit Wasser und Spülmittel benetzen, mit der Gummilippe abziehen oder dem Mikrofasertuch trocken reiben. Wer die berühmten Schlieren fürchtet, kann übrigens beruhigt sein, diese entstehen nämlich meist durch zu viel Putzmittel.

Zehn Tipps zum Einsatz ökologischer Putzmittel

  • Mikrofasertücher nehmen Schmutz gut auf, Sie brauchen damit viel weniger Putzmittel.
  • Auch bei der Verpackung gilt: Weniger ist mehr. Ökoläden bieten nachfüllbare, ökologische Reinigungsmittel an.
  • Fetthaltigen Verschmutzungen rücken Sie mit Wasser und etwas Spülmittel zu Leibe, Fettverkrustungen verschwinden mit Haushaltssoda aus der Drogerie.
  • Bei verstopften Abflüssen wirken Saugpumpen, -glocken oder -spiralen oft besser als Chemie.
  • Besonders schädliche Putzmittel tragen ein schwarzes X als Gefahrensymbol für ätzende Stoffe.
  • Duftsteine in der Toilette sind überflüssig und belasten das Abwasser.
  • Duftsprays haben keinerlei Nutzen. Das beste Mittel gegen Mief ist immer noch das Lüften.
  • Wenn Sie ihn reinigen wollen, dann erwärmen Sie den Backofen auf 50 Grad putzen ihn dann mit Wasser und Spülmittel.
  • Meiden Sie aggressive, nicht ökologische Putzmittel, schrubben und scheuern Sie lieber mit Muskelkraft.
  • Kalkflecken vermeiden: Trocknen Sie nach dem Duschen oder Baden die Fliesen und Duschtüren mit einem Tuch oder Abzieher.

Rat holen, nachlesen

Informationen zum Einsatz von Nanosilber: www.bund.net/nanotechnologie
Chemie in Wasch- und Putzmitteln: www.umwelt-bundesamt.de/chemikalien/waschmittel
Umweltfreundlich putzen und waschen: www.ökotest.de, "Bauen, Wohnen"
Umweltfreundliche Reinigungsmittel: der blaue Engel