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Energiewende jetzt. Volle Kraft voraus!

Die Energiewende ist die notwendige Transformation unseres Energiesystems, sie ist der Wechsel von Erdgas, Erdöl, Kohle und Atomkraft zu einer nachhaltigen, umwelt- und naturfreundlichen Energieversorgung auf Basis von Erneuerbaren Energien. Die Energiewende betrifft alle Lebensbereiche – von Strom über Wärme bis zum Verkehr – und unseren Lebensstil: Sie kann nur mit einem sparsamen Verbrauch und verringertem Ressourceneinsatz gelingen.

Die Energiewende ist einer der bedeutendsten Entwicklungsschritte des 21. Jahrhunderts – und sie ist dringend notwendig um zum Beispiel die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Wesentliche Elemente der Energiewende sind:

  • Eine dezentrale Energieversorgung mit 100% regenerativen Energien aufbauen. 
  • Die Sicherheit der Stromversorgung garantieren, mit Hilfe von Speichermöglichkeiten und der Kopplung von Strom-, Wärme- und Gasnetzen sowie dem Mobilitätssektor.
  • Die benötigte Primärenergie durch Effizienz und Suffizienz zu verringern.

Die besondere Herausforderung liegt darin, den Umbau sozial- und umweltverträglich zu gestalten. Dazu gehört insbesondere,

  • die Kosten für die Energiewende gerecht aufzuteilen,
  • Erneuerbare Energien in Abwägung mit Natur- und Artenschutz und ohne Umweltschäden auszubauen (z.B. Windkraft im Wald, Photovoltaik-(PV)-Freiflächenanlagen oder Biogas) und
  • ein stabiles Versorgungsnetz ohne unnötige neue Stromtrassen zu errichten.

Werden die Sektoren Wärme, Strom und Verkehr elektrifiziert und fossile Energieträger wie Erdgas, Erdöl, Kohle und Uran durch Erneuerbare Energien ersetzt, ist dies auch günstiger. Fossile Rohstoffe werden immer knapper und damit teurer, die Energiewende ist auch aus Kostengründen unvermeidbar. Höchst riskante Verfahren wie das Erdgas-Fracking sind als Brückentechnologien aufgrund ihrer Klimaschädlichkeit und ihren direkten Umwelteingriffen ungeeignet und sollten gesetzlich ausgeschlossen werden.

Atomausstieg – was nun?

Ende 2022 soll das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet werden. Doch es gibt weiter viel zu tun: Ob Endlagersuche und Rückbau in Bayern oder das Verhindern von Neubauplänen in Nachbarländern – lesen Sie mehr zum Atomausstieg.

Booster für Erneuerbare

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss beschleunigt werden – unter ökologischen Vorzeichen! Vor allem die Windkraft ist für ein Gelingen der Energiewende von essentieller Bedeutung.

Energie effizienter nutzen

Energiesparen fängt im eigenen Haushalt an, betrifft aber den gesamten Wirtschafts- und Lebensstil. Energie muss sinnvoller eingesetzt und Wohlstand vom Verbrauch entkoppelt werden: das ist Energieeffizienz.

Ökologischen Fußabdruck verkleinern – mit einer nachhaltigen Energiewende

Fest steht, dass wir auch in Zukunft Energie brauchen werden: für Kommunikation, die Digitalisierung, Mobilität und Transport, die Produktion von Lebensmitteln und Gütern oder in Form von Wärme. In einigen Sektoren lässt sich Energie leichter einsparen als in anderen, in manchen Bereichen wird sogar ein steigender Verbrauch prognostiziert. Auch die jeweilige Energieform, der sogenannte Primärenergieträger, spielt eine Rolle: Eine Ölheizung etwa lässt sich nicht von heute auf morgen durch eine Wärmepumpe ersetzen. Und wenn im Mobilitätssektor fossile Treibstoffe durch strombasierte Lösungen ersetzt werden, wird dies zu einem höheren Bedarf an Strom führen.

Für die derzeitige Energieversorgung werden überwiegend fossile Energieträger eingesetzt, dies führt über die gesamte Nutzungskette zu Problemen. Einige Beispiele:

  • bei der Förderung von Erdöl wird die Umwelt zerstört, ob im Regenwald, auf hoher See oder – wie zum Teil geplant – in der Arktis
  • dem Braunkohleabbau fallen ganze Landstriche zum Opfer
  • Abgase von Fahrzeugen verschmutzen die Luft
  • der Betrieb von Atomkraftwerken ist mit dem hohen Risiko unbeherrschbarer Unfälle verbunden
  • die sichere Endlagerung von strahlendem Atommüll ist weiterhin ungelöst
  • die CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Erdöl, Kohle und Erdgas tragen zum Klimawandel bei

Energiewende fordert Systemwechsel zur Dezentralität

Jahrzehntelang lag unsere Energieversorgung in den Händen einiger weniger Großkonzerne, im Strommarkt herrschten Monopole. Mit der nötigen Umstellung auf Erneuerbare Energien muss das System nun auf dezentrale Produzenten umgestellt werden. Am deutlichsten sichtbar ist dies im Bereich Strom: Vergleichsweise kleine Erzeuger speisen z.B. Wind- oder Sonnenstrom ins Stromnetz ein, der Transfer von Großkraftwerken und die Notwendigkeit langer Überlandleitungen entfällt. 

Während Großkraftwerke jedoch den Nachteil aufweisen, dass sie schlecht regelbar sind, also auch in Zeiten geringer Nachfrage (zu viel) Strom produzieren, haben die erneuerbaren Energiequellen ein anderes Problem: Weht zum Beispiel kein Wind und scheint keine Sonne, wird kein Strom produziert, sie werden deshalb auch fluktuierende Quellen genannt. Um die Netzstabilität (pdf) zu gewährleisten, müssen Speichermöglichkeiten und -technologien ausgebaut werden, und muss die Erzeugung auf viele Schultern (PV, Wind, Biogas) verteilt werden.

  • Sofortiger Stopp des aktuell zentralistischen und intransparenten Planungsverfahren zur Netzentwicklung
  • Grundlegende Neuerstellung einer gemeinsamen Strom- und Gas-Energienetzplanung
  • Umsetzung dezentraler und regionaler Energiekonzepte
  • Neues Strommarktdesign zur Minimierung des Netzausbaus (siehe auch Bundesbedarfsplan 2020, pdf)
  • Ausbau und Erdverkabelung der regionalen Verteilnetze
  • Vorrang für dezentrale Energiekonzepte in Bürger*innenhand
  • Konkrete Programme, bei denen Energieeinsparung und regionale Erzeugung von Strom aus Wind- und Sonnenenergie, Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung eine hohe Versorgungssicherheit mit Flexibilität und hoher Effizienz bieten

Ob Energie-Genossenschaft, Bürgerwindpark, der Eigenheimbesitzer mit Solardach oder Stadtwerk: An der Energiewende können – und sollen – sich alle beteiligen und alle können gleichermaßen profitieren. 

BUND Naturschutz und regionale Energieversorger wie die N-ERGIE Aktiengesellschaft aus Nürnberg fordern ein zukunftsfähiges Energiekonzept für Deutschland, das dezentrale und damit regionale und lokale Potenziale wie Energiesparen, Energieeffizienz und die Nutzung von Erneuerbaren Energien berücksichtigt. Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und bringt tiefgreifende Veränderungen für unsere Gesellschaft mit sich. Für diese historische Aufgabe braucht es eine möglichst breite Akzeptanz, Finanzierbarkeit, eine weiterhin hohe Versorgungsqualität sowie die politische und wirtschaftliche Teilhabe – möglichst vor Ort. 

Energiewende in der kommunalen Bauleitplanung 

Für die beteiligten Kommunen ist die dezentrale Bereitstellung von Energie sowohl ökologisch als auch ökonomisch ein Erfolg. Gerade in Bayern können sie deshalb starke Motoren der Energiewende sein. Akteure und Umsetzer sind neben Bürgerinnen und Bürgern vor allem auch Kommunen. Der Aufbau eines neuen, nachhaltigen Energiesystems benötigt neue gesetzliche Rahmenbedingungen. Aber die Energiewende braucht Menschen und Kommunen, die vor Ort anpacken und umsetzen.

Die Energiewende muss regional verankert werden, mit aktiver Bürgerenergie und mit Beteiligungen der Kommunen. Um eine ausreichende finanzielle Basis zu schaffen, sind viele verschiedene Bausteine im Gespräch: Sie reichen von Energiegenossenschaften über Mieterstrommodelle (pdf) bis hin zu Gesetzen wie dem Gebäudeenergiegesetz (pdf), die im Immobilienbereich zu Effizienzmaßnahmen führen sollen.

Sozialökologische Finanzreform 

Um Investitionen zur Umstellung des Energiesystems zu erleichtern, schlägt der BUND zudem eine sozial-ökologische Finanzreform vor. Dabei geht es nicht um die Erhöhung der Staatseinnahmen als solcher, sondern die Förderung und Finanzierung einer nachhaltigkeitsorientierten, sozial- und umweltgerechten Politik. Statt Steuersenkungen fordert der BUND deshalb in der nächsten Legislaturperiode: 

  • einen CO2-Preis ab 2020 von mindestens 50 Euro die Tonne, der bis 2030 auf 180 Euro steigt
  • ein „Zukunftsinvestitionsprogramm“, das nicht nur Investitionen in eine nachhaltige Infrastruktur mit verringerten Umweltbelastungen und minimalem Ressourcenverbrauch sowie Förderprogramme für Energieeffizienz umfasst, sondern auch Investitionen in Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule und zur Meisterprüfung und in die sozialen Sicherungssysteme
  • die Einführung eines „Ökobonus“ ähnlich dem Schweizer Modell, der insbesondere für untere Einkommensschichten eine spürbare Entlastung bringt und ein zusätzlicher Beitrag zur Grundsicherung ist 

Das Stromnetz muss an die fluktuierenden Erneuerbaren Energien angepasst werden. Die Stromproduktion aus zentralen Großkraftwerken wird auslaufen, stattdessen nimmt die dezentrale Einspeisung von kleineren Erzeugern zu. Der BUND hat 2021 eine Stellungnahme zum jüngsten Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan 2035 (pdf) abgegeben. 

Der BN fordert, die Stromautobahnen (Leitungen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)) in der aktuellen Netzplanung und dem deutschen Energiekonzept auf Fragen der Dezentralität anstelle von Netzausbau (pdf) zu überprüfen. Dazu gehört auch die Thematik rund um den Erdkabelvorrang (pdf). Daran anknüpfend muss das deutsche Energiekonzept von 2010/2011 überarbeitet und einer öffentlichen strategischen Umweltprüfung (SUP) nach EU-Richtlinien unterzogen werden. Diese muss eine Strategische Alternativenprüfung (pdf) beinhalten, die im Detail und transparent analysiert, welchen Beitrag Energiesparen, Energieeffizienz, dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und ein dynamischer Ausbau der Erneuerbaren Energien auch in Süddeutschland zur Versorgungssicherheit mit Strom und Wärme beitragen kann. 

Derzeit bremsen die aktuellen gesetzlichen Vorgaben die Energiewende aus! (siehe auch „Netzdienlicher Netzanschluss", pdf)

Die Energiewende braucht Öffentlichkeit!

Für eine zukunftsweisende Energiepolitik müssen die Konsumenten über die Möglichkeiten und Hürden einer nachhaltigen Versorgung informiert sein. Der BN klärt mit verschiedenen Aktionen und Projekten über die großen wie die kleinen Schritte auf.

  • Beispiel Energiespardorf Bayern: Bei diesem interaktiven Modell steht eine durchschnittliche bayrische Gemeinde mit Wohnhäusern, Kleingewerbe und Landwirtschaft im Fokus. Es wird im Rahmen von Workshops vorgestellt.
  • Beispiel Ausstellung Energiewende: Die Leihausstellung informiert über wichtige Grundlagen zur Energiewende, Mitmachstationen und Modelle stehen zum Ausprobieren und Testen zur Verfügung. Die Ausstellung wird ab 12 Jahren empfohlen.

Wichtige Begriffe rund um die Energiewende

Um Aussagen zum Energieverbrauch zu treffen, ist es wichtig, die Unterscheidung von Primär- und Endenergie zu verstehen. Denn oft wird mit dem geringen Anteil der Erneuerbaren Energien an der Primärenergie argumentiert. Diese besteht aber vor allem aus ungenutzter Abwärme, bedeutsam ist hingegen der Anteil an der Endenergie:

  • Primärenergie umfasst die Summe aller Energieträger, die für die Energieversorgung genutzt werden – und die derzeit noch größtenteils importiert werden, wenn sie aus fossilen Quellen stammen. Bedeutende Primärenergieträger sind für Bayern somit Erdöl, Kohle, Uran, Gas, aber auch Sonne, Wind oder Wasserkraft. Diese Größe eignet sich also zur Darstellung des gesamten Energieverbrauchs: In Bayern stammen derzeit 20 Prozent aus erneuerbaren Quellen, der Rest aus Energieimporten.
  • Endenergie bezeichnet die Gesamtheit des Energie, die nach der Umwandlung und Übertragung beim Verbraucher ankommt. Mit ihr lässt sich beispielsweise der Bedarf nach Sektoren wie Haushalt, Gewerbe oder Verkehr unterscheiden. Da der Umgang mit Energie stets mit Verlusten verbunden ist, bleibt die verfügbare Endenergie stets unter der Ausgangsmenge an Primärenergie: In einem Braunkohlekraftwerk gelingt es nur rund ein Drittel der eingesetzten Primärenergie als Strom verfügbar zu machen (siehe auch Energieeffizienz und Wirkungsgrad).

Der Endenergieverbrauch lässt sich senken, indem Energieeinsparung – geringerer Energieeinsatz pro Einheit Nutzenergie – und effiziente Energieanwendungen – mehr Nutzenergie pro gegebenem Energieeinsatz – kombiniert werden. Zusätzlich muss der durch Energieverluste (derzeit vor allem durch Abwärme von Großkraftwerken) über die Endenergie hinausgehende Primärenergieverbrauch gesenkt werden. Dezentrale Erzeugung und Nutzung von Energie senken darüber hinaus die Transportverluste (siehe auch Energieeffizienz).

Eine emissionsfreie Energieversorgung, wie sie für den Klimaschutz unerlässlich ist, wird nur möglich, wenn sich unser Energiebedarf stark verringert. Denn nur so stehen ausreichend Flächen und Optionen zur Verfügung, um den restlichen Bedarf vollständig und umweltverträglich aus Erneuerbaren Energien zu decken.

Eine große Herausforderung für die Energiewende besteht darin, Energie nach Bedarf speichern und abrufen zu können. Denn die für den Ausbau wichtigsten Quellen Sonne und Wind sind nicht steuerbar und unterliegen den aktuellen Wetterbedingungen. Es bedarf also geeigneter Flexibilitätsoptionen sowie Speicher- und Umwandlungskapazitäten um in Zeiten von Flaute oder bei Nacht den Strom aus Sonne und Wind zu ersetzen und das Netz kurzfristig stabilisieren zu können. Diese müssen den zusätzlich benötigten Strom erzeugen, Systemdienstleistungen bereitstellen und den Überschussstrom sinnvoll verwenden bzw. speichern. 

Die Technologien müssen außerdem in das dezentrale System passen und auf Dauer die Kriterien der Effizienz und Umweltfreundlichkeit erfüllen. Ein Beispiel sind Power-to-X-Technologien, bei denen zeitweise überschüssiger, regenerativ erzeugter Strom in Form von anderen Energieträgern als Flüssigkeit oder Gas (z.B. Wasserstoff) zwischengespeichert wird (Power-to-Liquid, Power-to-Gas).

Eine weitere wichtige Option ist das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). KWK ist kein Brennstoff, sondern ein effizientes und rationelles Energietransformationsprinzip, bei dessen Stromerzeugung auch die Abwärme genutzt wird (siehe auch Energieeffizienz).