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Flächenverbrauch durch Wohnen – ein vermeidbares Problem
Beim Thema Wohnen geht es ans Eingemachte, kaum jemand möchte hören, dass die von ihm gewählte Wohnform besonders stark zum hohen Flächenverbrauch beiträgt. Denn gerade dieser Bereich stellt ein Problem dar, obwohl die Alternativen eine ganze Reihe von Vorteilen bieten, angefangen bei kurzen Wegen bis hin zu lebendigen Ortskernen.
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- document.getElementById('c277230').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">2 Flächensparend wohnen: Zwei Wohnwelten im Vergleich
- document.getElementById('c277262').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">3 Trends gegen Flächenfraß: Von Demografie bis Sharing-Economy
- document.getElementById('c277260').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">4 Wenn Neubau unvermeidbar ist: Flächen sparsam nutzen
“Irgendwo müssen wir doch wohnen” – dieses Argument ist oft zu hören, wenn es um den Flächenverbrauch für das eigene Domizil geht. Tatsächlich entfielen in Bayern im Zeitraum 2016 bis 2025 knapp 40 Prozent der neu verbrauchten Fläche auf den Bereich Wohnen, der Sektor hat damit den größten Anteil im Vergleich zu Verkehr und Gewerbe (vgl. Flächensparoffensive Bayern 2026). In Ballungsräumen wie München ("deutsche Pendlerhauptstadt") oder Nürnberg, die ein hoher Zuzug vor große Herausforderungen stellt, sind neue Wohngebäude am Stadtrand auf den ersten Blick am ehesten nachvollziehbar. Doch gerade im ländlichen Raum wird in die Breite gebaut, hier scheint die Wertschätzung von Boden weniger hoch als im Stadtgebiet.
Dabei sind die Alternativen zum Flächenverbrauch durch Wohnen bekannt.
Leben im Ortskern hat viele Vorteile
Wer im Ortskern lebt, profitiert dagegen von vielen Vorteilen:
- Geld und Zeit für Mobilität werden gespart, wenn die Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu Freizeitaktivitäten kurz sind.
- Ein lebendiges Leben innerorts bleibt erhalten, ebenso wie intakte Natur und Landschaft vor den Toren.
- Berufstätige mit langen Pendelzeiten sind unzufriedener, das zeigt die Statistik, ganz gleich ob sie mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, weil Zeit für die Familie oder die Freizeit fehlt. Daneben steigt die Zahl körperlicher Beschwerden, von Müdigkeit und Nervosität bis hin zu Nacken- und Schulterbeschwerden.
Das Einfamilienhaus im Neubaugebiet hat zahlreiche negative Konsequenzen, die sich viele bei ihrer Entscheidung zu wenig bewusst machen.
Durchschnittsaufwand für Mobilität verschiedener Wohnlagen
10.000 €
Kleinstadtkern
70.000 €
Großstadtkern
180.000 €
ländliche Siedlung
Hochgerechnet auf ein ganzes Leben zeigt sich, dass Familien, die in Ortskernen wohnen, knapp vier Jahre auf alltäglichen Wegen unterwegs sind, Familien im Großstadtumland hingegen fast sechs, Familien in ländlicher Siedlung sogar über sieben Jahre. Parallel dazu explodieren die Kosten: Hier gewinnen Familien im Kleinstadtkern mit gut 10.000 €, gefolgt von im Großstadtkern lebenden mit rund 70.000 €. Familien, die im Großstadtumland leben wenden circa 180.000 € für ihre Mobilität auf, absoluter Spitzenreiter sind Bewohner ländlicher Siedlungen mit 700.000 € (Grundlage jeweils: Autokilometer 30 Ct, ÖPNV 15 Ct., Fahrrad 5 Ct, zu Fuß 0 Ct).
Flächensparend wohnen: Zwei Wohnwelten im Vergleich
In der BN-Publikation natur+umwelt wurden zwei Beispielfamilien porträtiert, die stellvertretend für flächensparendes und flächenintensives Wohnen stehen. Lesen Sie, wie sich die Wohnsituation auf die Lebensqualität auswirkt in der Natur+Umwelt.
Trends gegen Flächenfraß: Von Demografie bis Sharing-Economy
Die Bevölkerung wird in Bayern zwischen 2024 und 2044 um 2,1 Prozent zunehmen, so sagen es die Demografen des Bayerischen Landesamts für Statistik (Stand 2026) voraus. Doch dieser moderate Anstieg sollte vom hohen Flächenverbrauch abgekoppelt werden. Dafür spricht auch der demografische Wandel: Kurze Wege im täglichen Leben, die ohne Auto zurückgelegt werden können, sind nicht zuletzt für ältere Menschen wichtig, um den Zugang zu sozialem Leben sicherzustellen.
Zwischen 1991 und 2025 stieg die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche je Einwohner in Bayern von 37,5 auf 51,5 Quadratmeter an (Die Wohnungswirtschaft Bayern 2026). Hier sind innovative Wohnformen gefragt, die sich an die Lebenssituation anpassen:
- größere Wohnungen für Familien, solange die Kinder noch zuhause sind, aber
- die Möglichkeit zur Verkleinerung oder der Aufteilung von Wohnungen, sobald die Kinder ausgezogen sind.
Ziel muss es sein, familien- und generationengerechte Wohnungen mit attraktivem Wohnumfeld und der passenden Infrastruktur für Alt und Jung in urbanem Kontext zu schaffen.
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Ortskern stirbt aus
Gewerbeflächen wachsen
Verkehrsbelastung steigt
Wenn Neubau unvermeidbar ist: Flächen sparsam nutzen
Für Städte und Gemeinden ist die Ausweisung von Neubaugebieten derzeit vielfach ein Standardvorgehen, und oft wird dabei mit den Kosten argumentiert. Dabei ist vielen Entscheidungsträgern nicht oder zu wenig bekannt, dass die Erschließungskosten inklusive der neuen Verkehrswege, die später unterhalten werden müssen, die Aufwendungen für neuen Wohnraum im Bestand in der Regel übertreffen.
Der Stadt Pfronten im Allgäu ist es gelungen, durch einen sogenannten Punktekatalog die negativen Folgen des Neubaugebietes Röfleuten abzumildern. Dabei wurde der Wert Fläche sozusagen eingepreist, indem flächensparende Gebäude mit niedrigeren Grundstückskosten belohnt wurden. Im Ergebnis unterscheidet sich Röfleuten von vielen anderen neuen Wohngebieten:
- statt einheitlicher Reihenhäuser wechseln sich Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Doppelhaushälften ab
- anstelle heute üblicher 1,5-geschossiger Bauweise wurde zweistöckig plus Dachgeschoss gebaut, wie in traditionellen Allgäuer Ortskernen
- Autostellplätze sind teilweise unterirdisch angelegt
- viele Häuser sind energetisch optimiert, auch sie profitierten von günstigeren Grundkosten
Aus der Satzung des Neubaugebiets Röfleuten
Ihre Ansprechpartner für das Thema Flächenschutz
Jonas Kaufmann
Tel. 09 11 / 8 18 78 14
mittelfranken@bund-naturschutz.de
BUND Naturschutz in Bayern
Landesfachgeschäftsstelle Nürnberg
Bauernfeindstraße 23
90471 Nürnberg
Lena Maly-Wischhof
Tel. 01 70 / 3 56 96 47, erreichbar vormittags außer Mittwoch
lena.maly-wischhof@bund-naturschutz.de
BUND Naturschutz in Bayern
Landesfachgeschäftsstelle München
Pettenkoferstraße 10a
80336 München
Altötting, Bad Tölz - Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Eichstätt, Garmisch-Partenkirchen, Ingolstadt, Miesbach, Mühldorf am Inn, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a.d. Ilm, Rosenheim, Traunstein, Weilheim-Schongau
Annemarie Räder
Tel. 01 70 / 3 56 96 47
oberbayern@bund-naturschutz.de
BUND Naturschutz in Bayern
Landesfachgeschäftsstelle München
Pettenkoferstraße 10a
80336 München
Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München - Stadt und Landkreis, Starnberg
Julika Schreiber
Tel. 01 70 / 3 56 96 47
oberbayern@bund-naturschutz.de
BUND Naturschutz in Bayern
Landesfachgeschäftsstelle München
Pettenkoferstraße 10a
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Jörg Hacker
Tel. 01 60 / 7 92 02 67
joerg.hacker@bund-naturschutz.de
BUND Naturschutz in Bayern
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Reinhard Scheuerlein
Tel. 09 11 / 8 18 78 14
oberpfalz@bund-naturschutz.de
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Thomas Frey
Tel. 01 70 / 4 31 12 73
schwaben@bund-naturschutz.de
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Steffen Jodl
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BUND Naturschutz in Bayern
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