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Warum die Moore in Bayern so wichtig sind
Bayern ist reich an Mooren. Für die bayerische Natur sind sie ebenso charakteristisch wie unverzichtbar. Und auch für uns, denn Moore bieten uns Klima-, Hochwasser- und Artenschutz. Deshalb setzt sich der BUND Naturschutz (BN) besonders für diese Landschaften ein.
Bayern – ein Land der Moore
Einst bedeckten die Moore in Bayern etwa 221.000 Hektar – rund drei Prozent der Landesfläche. Das größte zusammenhängende Moorgebiet ist mit etwa 7.000 Hektar das Murnauer Moos bei Garmisch-Partenkirchen, Heimat von fast 200 Rote-Liste-Arten und über 2.700 Tier- und Pflanzenarten.
Klimaschützer und Wasserspeicher
Intakte Moore wirken wie Schwämme: In einer Studie speicherte ein Hochmoor bei Starkregen rund 90 Prozent des Wassers, eine entwässerte Fläche nur 30 Prozent. Zerstörte Moore setzen darüber hinaus jährlich etwa 6,7 Millionen Tonnen CO2 frei – acht Prozent der bayerischen Treibhausgase.
BN rettet Moore
Rund 95 Prozent der bayerischen Moorflächen wurden durch Entwässerung für Landwirtschaft und Torfabbau geschädigt. Auch heute wird in Deutschland noch Moor abgebaut. Der BUND Naturschutz kauft seit 1933 gezielt Moorflächen und betreut heute etwa 50 dieser wertvollen Lebensräume.
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- document.getElementById('c274461').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">2 Moore in Bayern: Wichtig für den Klima- und Hochwasserschutz
- document.getElementById('c274462').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">3 Moorkultivierung heißt Moorzerstörung
- document.getElementById('c274463').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">4 BN: Wir schützen Moore!
Bayern, ein Moorland
Bayern zählt zu den moorreichsten Bundesländern Deutschlands. Einst gab es im Freistaat über 221.000 Hektar Moorflächen, das entspricht drei Prozent der Landesfläche. Gut zwei Drittel davon waren Niedermoore, ein knappes Drittel Hochmoore.
Moore (bayer. „Moos“ oder „Filzen“) sind vor allem am Rand eiszeitlicher Gletscher entstanden und hatten seit der Eiszeit bis zu 12.000 Jahre lang Zeit, Pflanzenreste anzulagern und Millimeter um Millimeter zu wachsen. Und diese Zeit brauchten sie auch, denn in 1.000 Jahren entsteht gerade mal ein Meter Torf.
Der überwiegende Teil der bayerischen Moore ist heute in Mitleidenschaft gezogen: Mehr als 95 Prozent davon sind stark geschädigt oder gar unwiederbringlich zerstört. Rund 134.000 Hektar trockengelegte Moorflächen werden landwirtschaftlich genutzt, die meisten davon in Südbayern.
Renaturiert wurden in Bayern bisher etwa 2.500 Hektar Moorfläche. Damit sind aktuell magere fünf Prozent des Staatsziels erreicht, bis 2040 in Bayern 55.000 Hektar Moor zu renaturieren.
Das Murnauer Moos
Das größte zusammenhängende Moorgebiet Bayerns und ganz Mitteleuropas ist das Murnauer Moos mit rund 7.000 Hektar. Es liegt im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen am Nordrand der bayerischen Alpen. Seit 1980 sind knapp 2.400 Hektar davon Naturschutzgebiet. Außerdem sind fast 4.300 Hektar gemäß Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie europarechtlich geschützt.
Nahezu 200 Arten der Roten Liste haben im Murnauer Moos ihren Lebensraum. Es ist das artenreichste Brutvogelbiotop Süddeutschlands. 946 Pflanzenarten (darunter 164 auf der Roten Liste) und 1.800 Tierarten kommen im Murnauer Moos vor. Für Wiesenbrüter ist es ein wichtiges Rückzugsgebiet: Es beherbergt beispielsweise die größten Bestände des Wachtelkönigs in Bayern und ist daher besonders relevant für dessen Erhalt.
Das Murnauer Moos ist vielgestaltig. Hier finden sich vielerlei Biotoptypen: Streuwiesen, Nieder- und Übergangsmoore, Quelltrichter, Altwasser und Hochmoore. Die Torfschichten im Murnauer Moos erreichen an manchen Stellen eine Mächtigkeit von bis zu 25 Metern.
Andere wichtige Moorgebiete
Weitere große Moore im Freistaat sind das Donaumoos (zwischen Ingolstadt, Neuburg an der Donau und Pöttmes), die Rosenheimer Stammbeckenmoore sowie das Erdinger, Freisinger und Dachauer Moos am nördlichen Rand der Münchner Schotterebene.
Moore in Bayern: Wichtig für den Klima- und Hochwasserschutz
Moore sind eine gewaltiger Klimasenke: Sie speichern im Durchschnitt 700 Tonnen CO2 pro Hektar und damit sechsmal so viel wie Wälder. Die Trockenlegung von Mooren jedoch dreht die Wirkung um. Der Boden sackt ab und Torf wird abgebaut. Beim diesem Torfverzehr werden klimaschädliche Gase frei und so tragen die entwässerten Moore in Bayern mit geschätzten 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (ca. 8 Prozent) zu den bayerischen Treibhausgasemissionen bei. Damit liegt Bayern über dem Bundesdurchschnitt von fünf Prozent.
Moore wirken wie ein Schwamm und spielen deswegen eine wichtige Rolle für den Hochwasserschutz. Sie saugen Wasser auf und geben es erst nach und nach wieder an ihr Umfeld ab. Bei einer Untersuchung an den Chiemseemooren nahm ein intaktes Hochmoor bei Starkregen rund 90 Prozent des Niederschlagwassers auf. Eine entwässerte Moorwiese hingegen speicherte bei dieser Untersuchung nur 30 Prozent des Niederschlags.
Moorkultivierung heißt Moorzerstörung
Bei der sogenannten Moorkultivierung wird ein Moor entwässert, egal ob für die Flächengewinnung oder für den Torfabbau. Es werden Gräben und Drainagen im großen Stile gegraben. Für das Moor ist dies ein Todesurteil: Denn egal ob Nieder-, Hoch- oder Übergangsmoor (Moortypen): Moore entstehen und entwickeln sich nur, wenn Wasser im Überfluss vorhanden ist und einen dauerhaft gleich hohen Grundwasserstand gewährleistet.
Moore wurden erst extensiv, dann immer intensiver entwässert: So lange der Stand der Technik es noch nicht ermöglichte, Moore zu erschließen, waren die extremen Standorte mehr oder weniger sicher vor Veränderungen. Zunächst nutzten die Menschen den Torf in kleinem Maßstab als Brennstoff. Doch bereits im 18. und 19. Jahrhundert begann die groß angelegte Moorkultivierung – teils mit umfangreichen staatlichen Förderprogrammen – um landwirtschaftliche Nutz- und Siedlungsflächen zu gewinnen. Die Moore wurden entwässert und anschließend intensiv genutzt.
Auch heute noch wird in Deutschland Torf abgebaut, wenn auch zu einem deutlich geringeren Anteil als in anderen Ländern. Obwohl es längst bessere Alternativen gibt, landet der in Jahrtausenden gewachsene Moorboden nach wie vor als Blumenerde in Gärten und Balkonkästen. Torffreies Gärtnern ist also gelebter Moorschutz!
BN: Wir schützen Moore!
Die meisten noch vorhandenen Moore in Deutschland stehen heute unter Schutz. In Bayern hat sich der BUND Naturschutz schon früh der empfindlichen Feuchtlandschaften angenommen: Der erste Grundstückskauf des BN in Südbayern im Jahre 1933 galt einem 6,5 Hektar großen Streifen Niedermoor an der Gfällach im Erdinger Moos.
Heute betreut der BN rund 50 Projekte für den Moorschutz in Bayern, die Hälfte davon im Alpenvorland und oft auf Flächen, die der BN zu Schutzzwecken gekauft hat. Das Überleben der Moore zu sichern, ist wichtig für unser Klima, den Hochwasserschutz (Was Moore für uns leisten) sowie für die hochspezialisierten Tiere und Pflanzen im Moor .









