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Dritter Nationalpark in Bayern: Steigerwald nicht ausschließen!

Der BUND Naturschutz (BN) begrüßt, dass die bayerische Staatsregierung bereit ist, in Bayern einen dritten Nationalpark einzurichten. Gleichzeitig kritisiert der BN aber scharf, dass das am besten geeignete Gebiet - der fränkische Steigerwald - von vorneherein ausgeschlossen wird. Offenbar geht es der Regierung nicht um die Sache, sondern darum, von den Debatten um einen Nationalpark Steigerwald abzulenken.

Im Steigerwald (Foto: Thomas Stephan)

01.08.2016

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) begrüßt grundsätzlich den Willen der Staatsregierung im Staatswald einen weiteren Nationalpark einzurichten. Damit gibt Bayern auch die strikte Blockadehaltung gegenüber den Naturwaldzielen aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie auf. Gleichzeitig kritisiert der BN aber massiv, dass offenbar beabsichtigt ist, den Steigerwald von Vornherein einseitig von der zur Auswahl stehender Gebieten auszugrenzen. "Der BN wird sich weiterhin zusammen mit einer wachsenden Zahl von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Steigerwald, aber auch aus Franken, ja ganz Bayern für einen Nationalpark Steigerwald stark machen", so Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN. "Wenn die Staatsregierung einen Nationalpark auf den Weg bringen will, aber gleichzeitig das am besten geeignete Gebiet von diesem Prozess ausschließen will, wird klar, dass es ihr offenbar nicht um die Sache geht, sondern darum von den Debatten um einen Steigerwald-Nationalpark abzulenken".

Bayern muss Buchenwälder im Steigerwald schützen

Der konsequente Schutz von Buchenwäldern ist eine vorrangige Naturschutzaufgabe in ganz Deutschland, weil Deutschland von allen Ländern den größten Anteil am Verbreitungsgebiet der Rotbuche hat und damit die größte Verantwortung für den Schutz von Buchenwäldern. Somit kommt Bayern als größtem Flächenland die größte Verantwortung unten allen Bundesländern zu. Doch der Freistaat Bayern wird seiner Verantwortung bislang nicht gerecht und steht deutschlandweit in der Kritik. "Die größten Defizite im Waldnaturschutz hat Bayern bei Schutz von Naturwaldentwicklungen in Buchenwäldern", fordert Weiger, "Bayern muss mehr Buchenwälder schützen". "Wer den Nordsteigerwald als das am besten geeignete Waldgebiet fachlich völlig unbegründet von vorneweg ausschließt, will das Thema erster fränkischer Nationalpark nur bis zur Landtagswahl abräumen", kritisiert BN-Landesbeauftragter Richard Mergner. Laut etlichen Gutachten und dem Bundesamt für Naturschutz wird der Steigerwald als das in Bayern mit am besten geeignete Waldgebiet eingestuft, wenn natürliche Entwicklungen in Laubwäldern und v.a. Buchenwäldern geschützt werden sollen. Dafür sprechen seine Unzerschnittenheit, der großflächige Staatswaldbesitz, das Vorkommen einiger seit Jahrzehnten nutzungsfreier Naturwaldreservate inmitten von großflächigen Laubwaldgesellschaften, die v.a. von Buchen dominiert werden.

BN fordert weiterhin den ersten Nationalpark Frankens im Nordsteigerwald

Die Idee eines Nationalparks im Nordsteigerwald findet immer mehr Unterstützter und aktuell hat das Umweltministerium einen Dialogprozess angestoßen, bei dem auch über einen Nationalpark diskutiert werden soll. "Die Entscheidung der Staatsregierung den Steigerwald als Nationalparkkulisse bewusst auszugrenzen ist fachlich nicht zu rechtfertigen und politisch ein Schlag ins Gesicht der wachsenden Zahl der Unterstützer und vieler Ehrenamtlicher, die sich seit etlichen Jahren für einen Nationalpark im Nordsteigerwald einsetzen", so Weiger. "Wir fordern weiterhin den ersten Nationalpark Frankens im Nordsteigerwald".

Mehr Info: www.ja-zum-nationalpark-steigerwald.de

Für Rückfragen

Richard Mergner
Landesbeauftragter
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 01 71 / 6 39 43 70
richard.mergner@bund-naturschutz.de

Ralf Straußberger
Waldreferent
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 01 71 / 7 38 17 24
ralf.straussberger@bund-naturschutz.de