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Verbandsübergreifend schützen: das Artenhilfsprogramm Feuersalamander

Der Hautpilz Bsal wirkt für Feuersalamander tödlich. Er wurde 2020 erstmals in Bayern nachgewiesen. Um das Aussterben der seltenen Tierart zu verhindern, arbeiten BUND Naturschutz, LBV und LARS gemeinsam an Erforschung und Schutzmaßnahmen.

Der Hautpilz Bsal (Kurzform für Batrachochytrium salamandrivorans) führt bei Feuersalamandern zum Tod, auch andere Schwanzlurche werden von ihm stark beeinträchtigt (siehe auch Amphibiengefährdung). In den Niederlanden ist der Bestand der Feuersalamander durch Bsal in den vergangenen Jahren fast vollständig zusammengebrochen. Somit war schnelles Handeln gefragt, als 2020 der erste Fall im Steigerwald nachgewiesen wurde: Seit März 2021 arbeitet eine Kooperationsgemeinschaft der Verbände BUND Naturschutz e.V. (BN), Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) und Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V. (LARS) im Artenhilfsprogramm Feuersalamander in Bayern zusammen.

Gemeinsam wollen wir einiges erreichen:

  • Lebensraum „Laichhabitate“ von Feuersalamandern verbessern: Feuersalamander benötigen Quellbäche in denen sich ihre Larven entwickeln. Solche in Bayern ohnehin seltenen und gefährdeten Lebensräume sollen durch verschiedene Maßnahmen geschützt werden. Dazu zählt etwa die Renaturierung von naturfernen Bachläufen oder der Umbau von Nadelholzbeständen zu Laubmischwaldstrukturen im Quellgebiet.
  • Anlage von „Salamander-Gumpen“: Künstliche Gumpen könnten den Feuersalamandern als dringend nötige neue Lebensräume dienen. Zuvor muss jedoch sichergestellt werden, dass der empfindliche Fließcharakter der Quellbäche nicht beeinträchtigt wird.
  • Untersuchung von Winterquartieren, die durch menschlichen Einfluss entstanden sind: Aufgegebene Wasserbehälter oder Brunnen können eine große Bedeutung für das Überwintern der Feuersalamander haben. Neben natürlichen Quartieren sollen solche Anlagen gezielt erforscht und gegebenenfalls verbessert werden.
  • Aufbau Bsal-Monitoring: Um die Entwicklung der Feuersalamanderpopulationen zu erfassen, werden die gewässerbewohnenden Larven der Art stichprobenartig in geeigneten Bächen dokumentiert.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Citizen Science: Aufklärung über Bsal kann Übertragungswege etwa durch Wanderer oder Mountainbiker stoppen. Die Fotodokumentation von Totfunden von Feuersalamandern liefert wichtige Erkenntnisse über die bereits erfolgte Ausbreitung des Pilzes.
  • Koordination und Bündelung von Wissen und Maßnahmen: BN und LBV treten gemeinsam bei der Umsetzung des Projektes auf und sind Ansprechpartner für Fachbehörden und Wissenschaft.

Das Artenhilfsprogramm Feuersalamander hat eine Laufzeit bis zum 31. August 2024 und wird zu 90 Prozent über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert.

Machbarkeitsstudie Ex-situ-Haltung für Feuersalamander in Bayern

Aktuell gibt es keine Möglichkeit, Bsal in der Natur zu bekämpfen. Um den Fortbestand des Feuersalamanders in Bayern zu sichern, ist deshalb ein  Erhaltungszuchtprogramm "ex situ" notwendig. "Ex situ" bedeutet, dass die Tiere außerhalb ihres eigentlichen Lebensraumes gezüchtet werden. 

Eine Studie des BUND Naturschutz in Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz, dem Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern (LARS) und dem Bayerischen Umweltministerium hat die Machbarkeit eines solchen Zuchtprogramms untersucht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Ex-situ-
Programm mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit realisierbar ist. 

Die vorliegende Studie fasst den bisherigen Erkenntnisstand eines möglichen Ex-situ-Programms für den Feuersalamander zusammen, konkretisiert diesen und stellt noch offene Fragen dar.


Machbarkeitsstudie Ex-situ-Haltung

Hier Studie herunterladen