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Ratschläge unabhängiger Wissenschaftler -  Aussagen von Politikern - und was wirklich getan wird

Einige Beispiele


Mai 2002
Der bayerische Landtag fordert von der Staatsregierung auf Antrag der beiden CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Jakob Kreidl und Hermann Steinmaßl:

"im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes darauf hinzuwirken, dass an den bayerischen Schulen Kinder und Jugendliche in geeigneter Weise über einen verantwortungsvollen Gebrauch von Mobiltelefonen (Handys) informiert werden." (Landtagsbeschluss)

Die beiden Landtagsabgeordneten sind inzwischen Landräte in Miesbach und Traunstein, doch sie haben keine Maßnahmen getroffen, den eigenen Antrag  in ihrem Bereichumzusetzen.


Oktober 2002
Erwin Huber, damals Staatsminister, erklärt bei der IT-Messe Systems:

"Wir werden alles tun, was uns Gott erlaubt, und auch manches, was er verbietet, um diese Innovation (UMTS) voranzubringen."

 

Ende 2002
Das Bayerische Kultusministerium druckt in Heft 4 der Elternzeitschrift das Titelthema: Handy - Spiel mit den Strahlen. Im Heft werden viele Ratschläge gegeben, wie Kinder strahlungsarm telefonieren sollen.

 

Diese im Prinzip gute Information hätte man den Eltern jeden neuen Jahrgangs an die Hand geben müssen.

 

Dezember 2005
Die Ärztekammer Wien veröffentlicht ein Plakat für Wartezimmer mit zehn Regeln zum verantwortungsvollen Umgang mit Handys.

Gleichzeitig fordert die Ärzteorganisation, dass Kinder unter 16 Jahren Handys nur im äußersten Notfall benutzen sollten.
Das Plakat ist 2008 bereits in der 4. Auflage erschienen und wurde in viele Sprachen übersetzt.

 

Juli 2007
Der bayerische Rundfunk berichtet von einer Empfehlung des Landtags, nach der die bayerischen Schulen auf drahtlose Internet-Netzwerke (WLAN) verzichten sollen. Der Bildungsausschuss des Landtags appelliert an Schulen, stattdessen auf kabelgebundene Netzwerke zurückzugreifen. Dadurch sollen mögliche, durch
Strahlung bedingte Gesundheitsgefahren ausgeschlossen werden, so die Begründung. (Landtagsempfehlung zu WLAN)

Dass der Landtag nur eine Empfehlung an Stelle einer Anordnung ausspricht, zeigt, wie (un)wichtig den Abgeordneten die Gesundheit der Kinder tatsächlich ist. Bei einer Anordnung wären die Kosten für die Verkablung der Schulcomputer vom Staat übernommen worden. Im Fall einer Empfehlung ist der Sachaufwandsträger, also die jeweilige Kommune dafür zuständig. Doch die Kommunen sind in der Regel finanziell schlecht gestellt, mit der Folge, dass sie doch auf das billigere WLAN zurückgreifen.

 

April 2008
Das Russische Nationale Komitee zum Schutz vor Nicht-Ionisierender Strahlung (RCNIRP) warnt: 
Die Gesundheit der nachfolgenden Generationen ist in Gefahr!

In dieser Stellungnahme wird die Forderung des russischen Gesundheitsministeriums bekräftigt, dass Personen unter 18 Jahren kein Handy benützen sollten.

Aus der gesamten westeuropäischen Presse erfährt man nichts von dieser Warnung.

 

Juni 2008
Die Bundesregierung veröffentlicht die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms (DMF).
Umweltminister Gabriel:
"Geltende Grenzwerte schützen ausreichend vor Gefahren der Mobilfunkstrahlen."
In den Medien wird daraufhin allgemein Entwarnung vor Mobilfunkstrahlung gegeben.

Liest man die Studie jedoch genauer, so findet sich hinter jedem Kapitel ein Absatz mit der Überschrift: Verbleibende offene Fragen

Auf Seite 21 heißt es dort u.a.:
"Auch die Frage, ob Kinder stärker exponiert oder empfindlicher gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern sein könnten als Erwachsene, konnte im Rahmen des DMF nicht abschließend geklärt werden."

 

September 2008
Das Europaparlament teilt in einer Presseerklärung mit, dass "die Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern nicht mehr aktuell" seien. "Auch würden sie dem Problem besonders schutzbedürftiger Gruppen, wie Schwangerer, Neugeborener und Kinder, nicht gerecht."

 

Mai 2009
Die Bundesregierung legt den Entwurf für eine Novellierung der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BImSchV) vor, in dem die alten, viel zu hohen Grenzwerte beibehalten werden.

 

 

zuletzt aktualisiert Juni 2009