MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Grüne Mode - Ökologische Kleidung kaufen

Mehr »Grün« in den Kleiderschrank! »Grüne« Mode ist frei von giftigen  Chemikalien und gehört zu einem nachhaltigen Lebensstil.

Secondhand-Kleidung im Geschäft
Secondhand-Kleidung kaufen schont die Umwelt (Foto: Axel Bueckert / fotolia.com)

Ob im Winterschlussverkauf oder in der neuen Frühjahrskollektion – die Klamottenauswahl lockt. Doch unser neues Kleidungsstück hüllt uns manchmal in einen wahren Chemikaliencocktail: krebserregende Azofarbstoffe, Nonylphenolethoxylate (NPEs), Schwermetalle, fortpflanzungsschädigende Weichmacher oder chlorierte Kohlenwasserstoffe (gegen Schimmelbildung beim Transport). Stoffe, die in Deutschland aus gutem Grund längst verboten sind, werden in Billiglohnländern immer noch zum Reinigen und Färben der Baumwollfasern eingesetzt. Sie vergiften dort über ungefiltertes Abwasser ganze Flüsse und machen Menschen, die vor Ort leben, krank. Aber auch für uns Endverbraucher können sie gefährlich sein. NPEs zum Beispiel gelangen nach dem Waschen übers Abwasser in unsere Flüsse und Seen, bauen sich dort zum hormonell wirksamen Nonylphenol ab und reichern sich in unserer Nahrungskette an. Höchste Zeit, der giftfreien grünen Mode durch gezielte Nachfrage zum Durchbruch zu verhelfen!

Warum grüne Mode?

Während immer mehr Menschen in Biomärkten einkaufen und ihren Strom auf Grün umschalten, bleibt der Inhalt ihres Kleiderschranks oft noch außerhalb ihres Bewusstseins für Nachhaltigkeit. Zu weit weg sind die von Säuren, Laugen und Schwermetallen vergifteten Flüsse in Asien und die pestizidverseuchten Baumwollfelder in Afrika. Die Modeindustrie zählt zu den größten Umweltsündern überhaupt. Doch wer denkt schon daran, darauf zu achten, nur ökologische Kleidung zu kaufen, wenn er gerade ein schickes T-Shirt für zehn Euro in den Händen hält? Die durchschnittliche Haltbarkeit eines T-Shirts hat sich in den vergangenen 50 Jahren dramatisch verkürzt, ein schonender Umgang mit Rohstoffen und ökologische Mode sehen anders aus.
Wir Deutschen werfen jedes Jahr eine Million Tonnen Kleidung auf den Müll. Und kaufen neu, um bald wieder wegzuschmeißen. Ein irrsinniger, extrem teurer Kreislauf, der ganze Ökosysteme zerstört. Wer umweltbewusst leben will, für den ist ökologische, grüne Mode eine selbstverständliche Konsequenz.

Was macht grüne Mode aus?

Das Kriterium, dass die Kleidung aus ökologisch produzierten Stoffen besteht und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde. Doch gibt es auf gesetzlicher Ebene leider immer noch keine einheitlichen Kriterien und Siegel, die ökologische Mode kennzeichnen. Und das macht die Sache knifflig. Denn mittlerweile hängen auch an (umweltschädigender) Massenware eigens kreierte Anhänger mit der Aufschrift »Green Line« oder »made in green«, die mehr versprechen, als sie halten können, und die ganz gewiss keinen Hinweis auf grüne Mode liefern können. Statt diesen irreführenden Kennzeichnungen kann derweil nur das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) garantieren, dass es auch nur wirklich fair produzierte, ökologische Kleidung und Mode als solche bezeichnet. Nachhaltig ist es aber in jedem Fall auch, im Secondhandshop zu kaufen oder kreativ zu sein und Kleidung aus Ausrangiertem neu zusammenzunähen (Up-Cycling).

Zehn Tipps für grüne Mode

  • Fragen Sie gezielt nach: Nur der Druck der Kunden bewegt Textilhändler dazu, grüne Mode in ihre Läden zu bringen.
  • Achten Sie auf Siegel. Unser Merkblatt erklärt, was sie bedeuten: www.bund.net/waesche_wechseln
  • Klasse statt Masse kaufen: Ökologische Mode, die hochwertig und gut gearbeitet ist, hält viele Jahre und spart so trotz höherer Anschaffungskosten sehr viel Geld.
  • Zeitlose Schnitte & Farben wählen: Daran sieht man sich nicht so schnell satt, sie bleiben länger in Ihrem Schrank!
  • Vorsicht: Der Hinweis »Separat waschen« deutet auf mangelnde Farbechtheit hin, dies kann die Haut reizen.
  • Lust auf …? Kleiderkauf läuft auf emotionaler Ebene ab. Hinterfragen Sie: Brauche ich dieses Kleidungsstück wirklich?
  • »Tauschparties«: Holen Sie aus dem Schrank, was nicht mehr gefällt, laden Sie Freunde ein, die auch ihr Ausrangiertes mitbringen und tauschen Sie los!
  • Keine Jeans in "Ausgewaschen-Optik" kaufen! Dieser Effekt entsteht durch gefährliches Sandstrahlen und führt zu tödlichen  Lungenerkrankungen  bei den Arbeitern.
  • Möglichkeiten zum Kauf von ökologischer Kleidung gibt es in vielen deutschen Städten, zu finden sind sie über den Blog www.gruenemode.de
  • Das grünste Modestück ist immer noch das NICHT gekaufte!