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Historischer Weinbau am Steinbacher Pfaffenberg

Weinberge gelten gemeinhin nicht als Eldorado von Natur und Vielfalt, dabei hilft eine traditionelle Bewirtschaftung dem Artenschutz und verhindert Erosion. Am Steinbacher Pfaffenberg im Landkreis Haßberge hat sich der BUND Naturschutz für den Erhalt der alten Rebflächen eingesetzt, heute sind die alten Weinberge ein Augenschmaus.

Ein irritierender Kontrast: Zur Linken schnurgerade Rebzeilen, die in Falllinie bis zur unteren Hangkante reichen, zur Rechten Trockenmauern, steile Treppen und fischgrätartig angelegte Rebterrassen. Dazu ein Panoramablick über das Maintal.

Linker Hand, im unteren Teil des Steinbacher Pfaffenbergs, wurden die Weinberge „maschinengerecht“ gemacht. Das ist praktisch und kostengünstig in der Bewirtschaftung, es erfordert viel weniger Handarbeit bei der Pflege und Ernte. An den Anblick hat man sich gewöhnt; die allermeisten Weinberge in Franken und anderswo sehen inzwischen so aus.

Doch beeinträchtigt die konventionelle Weinbergbewirtschaftung die Artenvielfalt? Es sieht so aus, als würde die naturnahe Bewirtschaftung des oberen Hangteils die Verluste durch die Intensivbewirtschaftung auffangen, meint Klaus Mandery, der BN-Kreisvorsitzende.

Die Erosion setzt den Hängen jedoch zu: Bei Starkregen werden die schütter bewachsenen Streifen zwischen den Rebzeilen zu Wildbächen. Umso eindrucksvoller sind im Kontrast dazu die Trockenmauern und Rebflächen oberhalb des Wegs. Da hat die Erosion keine Chance. Das Wasser muss zwar auch hier ablaufen, doch immer wieder wird es von Hindernissen aufgehalten und umgelenkt. Die Folge: Statt großer Humusverluste beschränkt sich der Schaden auf lokale Ab- und Ausspülungen.


Grandioser Ausblick auf den Steigerwald

Daneben ist es auch ein Augenschmaus, die verwinkelten, an den natürlichen Hangverlauf angeschmiegten alten Weinberge zu betrachten. Sie konnten in den 1980er-Jahren nach hartem Kampf vor der Flurbereinigung gerettet werden, für die zahlreiche Grundstücke neu zusammengefügt wurden.

Der Fahrweg, der auf halber Hanghöhe am westlichen Ortsrand von Steinbach beginnt, verläuft genau zwischen neuer und alter Welt und saugt den Wanderer förmlich an. Noch dazu haben wir einen grandiosen Ausblick über das Maintal zum nördlichen Steigerwald auf der gegenüberliegenden Seite. Die Wallfahrtskirche Maria Limbach grüßt herüber und lädt zu einem Besuch ein.

Nach etwa einem Kilometer steht oberhalb unseres Wegs das "Haus mit dem Gesicht", das uns vielleicht schon vom Tal aus aufgefallen ist: Eigentlich nichts weiter als ein originell bemaltes kleines Häuschen, doch ein markanter Punkt. Danach teilt sich der Weg, wir folgen dem rechten, leicht ansteigenden Teil, bis wir nach kaum mehr als hundert Metern eine sogenannte "Bodenstation" erreichen. Das ist eine überdachte Stelle, an der gezeigt wird, wie das Gestein unter der dünnen Bodenschicht aussieht. Eine Tafel gibt Erläuterungen.

Ausnahmsweise sei in diesem Fall etwas Werbung erlaubt: für die Winzer, die diese alten Weinberge oberhalb des Wegs von Hand bewirtschaften und mit kleinen Schildern auf sich aufmerksam machen. Ihnen kaufen wir gern ein paar Flaschen ab, um ihnen für ihren unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung der alten Anlagen zu danken. Denn wenn sie aufgäben, wüchse das alles binnen weniger Jahre zu.

Wer nach diesem kurzen Weg auf den Geschmack gekommen ist, kann auf dem unteren Weg weiterwandern bis Zeil am Main (ca. 5 km einfach) oder bis zum Zeiler Käppele (4 km), mit einem Prachtblick auf die romantische alte Stadt mit dem Hexenturm und der imposanten Stadtkirche. (Karte empfohlen.)

  • Ausgangspunkt: Steinbach, Wanderparkplatz am Pfaffenberg
  • Länge: ca. 2,5 km, geringe Steigungen / beliebig erweiterbar
  • Wegcharakter: Befestigter Fahrweg
  • Einkehr: Zeil am Main, Heckenwirtschaften (saisonal)