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Juryrundfahrt zur Wiesenmeisterschaft 2018

Alle Wiesen sind ab Anfang Mai von der Landschaftsplanerin Inge Steidl im Auftrag der Veranstalter begangen und mittels eines Punktesystems bewertet worden. Nicht nur die Artenvielfalt auf der Wiese, sondern auch der Futterertrag und der kulturlandschaftliche Wert wurden dazu vor Ort erfasst. Zusätzlich wurden die Landwirte von Frau Steidl zur Nutzung der Fläche und zu ihrem Betrieb befragt. Aus der erreichten Punktezahl wurden jetzt die besten sechs Betriebe ermittelt. Bei der Juryrundfahrt besuchte eine Fachjury diese Flächen und legte die Preisverteilung der ersten sechs Plätze fest. Die übrigen Plätze werden nach der in der Vorkartierung ermittelten Punktezahl vergeben.

Die Platzierung der Betriebe wurde bei einer Festveranstaltung am 12.7. von 10.00 bis 13.30 Uhr im Salzstadel in Landshut bekanntgegeben.

Zur Seite der Preisverleihung

Bewertungskriterien:

Naturschutzfachliche Kriterien :

Artenvielfalt: Es wurde die Gesamtzahl an Wiesenblumen - keine Gräser- erhoben. Das Vorkommen seltener Pflanzen, die einen hohen Gefährdungsgrad aufweisen, wurde zusätzlich honoriert. Außerdem erbrachte die gleichmäßige Verteilung der Arten auf der Wiese einen Zusatzpunkt.

Im "Kulturlandschaftswert" spiegeln sich landschaftstypische Ausprägungen und Ensembles wieder, die für Identität und Unverwechselbarkeit stehen. Kennzeichnend für die Hangleiten und asymmetrischen Seitentälchen des Hügellandes sind alte Ackerterrassen, Böschungen und Steilranken, auf die sich heute fast sämtliche Reste magerer Grasfluren konzentrieren. Wiesen und Weiden in Hofnähe ("Anger") sind oft von wertvollen Baum- und Strauchhecken eingefasst. Alte Hofkapellen werden manchmal noch von prächtigen Solitärbäumen begleitet.

Landwirtschaftliche Kriterien:

Hier wurden der Ertrag und eine gute wirtschaftliche Verwertung des Aufwuchses, z.B. durch Verfütterung an den eigenen Viehbestand oder Verkauf positiv bewertet.

Das Vorkommen von für Weidetiere gefährlichen Giftpflanzen und lästigen Weideunkräutern (z.B. Ampfer oder Jakobs-Greiskraut) führte zu Punktabzügen.

Außerdem wurde mit dem Kriterium "Zukunftsfähigkeit" eingeschätzt, welche Chancen die Wiese oder Weide hat, auch in den nächsten Jahren in der vorliegenden artenreichen Ausprägung weitergenutzt zu werden

Genaueres zu den Bewertungskriterien lesen Sie hier

Betrieb Maria Berger, Landkreis Kelheim

Kleiner NE-Betrieb (ca. 3 ha, ausschließlich Grünland) mit Streuobst und Bienenhaltung. Pferdeheuverkauf.

Wiese: Einschürig genutzte "Bergschneider-Wiese" (0,84 ha). Neuaufnahme ins VNP-Programm. Extensivwiese, Halbtrockenrasen mit kennzeichnenden Arten der bodensauren Magerrasen und Sandrasen (darunter Pechnelke). Sehr strukturreiche Hanglage (Terrassen, Waldrand, Säume) mit hohem Naturschutzwert.

Betrieb Edeltraud Butz, Landkreis Landshut

Milchviehbetrieb im VE (64 ha, davon 30 ha Grünland). Bio-Pionier (seit 1990 bei Naturland/ Tagwerk). Sehr vielfältiger Betrieb (Familien- und Fremdarbeitskräfte) mit eigenem Hofladen und angegliederten Verarbeitungseinheiten (u.a. Käserei, Metzgerei, Bäckerei). Umweltbildung, Schulprojekte u.v.m.

Wiese: Zweischürig genutzte Kohldistel-Feuchtwiese "Ratzentümpel" (1,55 ha) im Laabertal. Langjährige VNP-Fläche mit Schnittzeitpunkt 15.6., die mit hohem Arbeitsaufwand instand gesetzt wurde (bei der Übernahme stark verschilft). Aufwuchs wird ans Jungvieh verfüttert, sehr nasse Teilbereiche als Einstreu

Betrieb Maria Eichstetter, Landkreis Kelheim

Mutterkuhhaltung im NE (Schottische Hochlandrinder, ca. 100 Tiere mit Nachwuchs) auf 60 ha LN, ausschließlich Grünland. Naturland-Betrieb seit 2006. Kooperation mit Metzgerei-Betrieb in Rottenburg. Eingebunden in Beweidungsprojekt "Forstmoos" des VÖF.

Wiese: Zweischürig genutzte Kohldistel-Feuchtwiese "Rehmoosgraben" (ca. 3 ha) mit kennzeichnenden Arten. Grabenstrukturen, Kontakt zu Schilfflächen. VNP-Fläche mit Schnittzeitpunkt 1.7. Kleines, aber stabiles Vorkommen der im Naturraum äußerst selten gewordenen Trollblume

Betrieb Robert Maier, Landkreis Landshut

Viehloser Ackerbaubetrieb im NE (16 ha, davon 3,4 ha Grünland) in Kombination mit Handwerksbetrieb (Spenglerei). Seit 2017 biologisch bewirtschaftet (Naturland). Grünlandaufwuchs wird als Pferdeheu bzw. Grassilage verkauft. Seit Aufgabe der Milchviehhaltung vor ca. 10 Jahren wird das Grünland güllefrei bewirtschaftet.

Wiese: Zweischürig genutzte Extensivwiese "Anger" (2,7 ha) in leichter Hanglage. Am Rand Gräben, Erlengebüsch. VNP-Fläche "Artenreiches Grünland" (ohne Schnittzeitauflage). Erfolgreiche Teilnahme an "Transfer-Projekt" der LfL (2016 Streifeneinsaat artenreiches Grünland).

Betrieb Hans Georg Oswald, Landkreis Landshut

Berufsimkerei mit bis zu 70 Völkern (erster ökolog. Berufsimker Niederbayerns seit 1997) und Streuobstanbau/-vermarktung im Biokreis Ostbayern. VE-Betrieb mit 3,7 ha (ausschließlich Grünland). 7-8 Mutterschafe zur Grünlandverwertung (Heu und 1-3 Weidegänge).

Wiese: Mähweide und Streuobstfläche "Schlachtfeld" (3,7 ha) als Salbei-Glatthaferwiese mit vielen kennzeichnenden Arten. Großes Obst-Sortiment, teilweise auch alte Sorten, Heckenpflanzungen. Historischer Bienenpavillon als Zuchtstation der "Hallertauer Biene". Wiederaufbau eines historischen Bauernhauses als Wohnhaus.

Betrieb Andreas Strasser, Landkreis Landshut

Milchviehbetrieb im Vollerwerb, 65 ha, einer der letzten Milchviehbauern im Tal der Kleinen Vils (Lkr. Landshut).

Wiese: Zweischürig genutzte Extensivwiese „Buckel“ (0,93 ha) in leichter Hanglange / Waldrand. VNP-Fläche mit Schnittzeitpunkt 15.6. Artenreicher Bestand mit zahlreichen Kennarten und randlich schön ausgebildetem Saum. Aufwuchs vollständig an eigenen Viehbestand verfüttert.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung zur Juryrundfahrt