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Wie ökologischer Konsum heute funktioniert

Je länger wir Dinge nutzen und je mehr unnötige Neuanschaffungen wir dadurch vermeiden, umso besser ist das für die Umwelt. Zum modernen nachhaltigen Lebensstil und ökologischen Konsum gehören heute deshalb auch Ausleihen bzw. „Sharing“, Secondhand, Upcycling, Heimwerken und Reparieren.

Ökologischer Konsum heute: Lieber reparieren als neu kaufen! Hier repariert ein Mann ein Fahrrad.

Der Gerätepark für Haus, Garten und Freizeit hält uns gut auf Trab: Immer  muss etwas ersetzt, repariert, gewartet oder entsorgt werden. Meist steht der zeitliche und finanzielle Aufwand in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen – und ökologischer Konsum sieht auch anders aus. Warum also Dinge kaufen, die wir nur selten benutzen? Wer nur einmal im Jahr die Terrasse säubern möchte, braucht keinen eigenen Hochdruckreiniger. Wer beim Heimwerken hin und wieder eine Kreissäge nutzt, muss sich dafür nicht gleich eine eigene anschaffen. Besser, langfristig günstiger – und auch sicherer – als Billigware vom Discounter sind Leihgeräte. Bei vielen Baumärkten, Handwerksbetrieben und speziellen Verleihfirmen können Sie sich günstig hochwertige Profi-Geräte ausleihen, die man sich für den privaten Gebrauch sonst wohl kaum leisten würde. So sparen Sie Zeit, Geld und nicht zuletzt Platz in Keller oder Garage. Das Angebot von Verleihfirmen reicht mittlerweile von Gartengeräten und Werkzeugen über Bücher, CDs und DVDs, Kostüme und Kleider, Sportgeräte und Musikinstrumente bis hin zu Partygeschirr und Bildender Kunst… Wollen Sie unnötige Neuanschaffungen vermeiden und ökologischen Konsum betreiben, dann kann Ihnen Ausleihen bzw. „Sharing“ eine große Hilfe dabei sein. 

Vom Heimwerken und Reparieren bis zum Upcycling: Es lohnt sich!

Wenn ein (Alt-) Gerät Zicken macht, hört man oft: Reparieren lohnt sich nicht mehr, fürs gleiche Geld gibt’s ja ein neues. Zeit-, nerven- und vor allem umweltschonender wäre es jedoch allemal, es reparieren zu lassen, oder selbst aktiv zu werden und  heimzuwerken.

Ein neu gekaufter PC beispielsweise belastet die Umwelt bei seiner Herstellung fast so stark wie ein Kleinwagen. Lahmt Ihr Rechner, dann lassen Sie ihn beim PC-Doktor an der Ecke ein wenig aufrüsten und die Software neu aufspielen. So können Sie durchaus eine Gerätegeneration überspringen, dabei die Umweltbelastung halbieren und ökologischen Konsum betreiben. Auch lassen sich einzelne Bestandteile von verschiedenen Haushaltsdingen beim Reparieren wiederverwerten oder in diverse andere Upcycling-Projekte integrieren.

Lassen Sie beim Heimwerken und Reparieren Ihrer Kreativität einfach mal freien Lauf. Tipp: Bei Elektrogeräten wie Waschmaschinen oder Gefrierschränken kann allerdings der Kauf eines energieeffizienten Neugeräts ökologisch günstiger sein, als ein altes Gerät reparieren zu lassen.

Second Hand: Second Chance

Auf Online-Börsen können Sie heute mit Ausnahme des neuesten Handys oder der aktuellsten DVD praktisch alles preiswert ergattern. Leihen bzw. Sharing, Reparieren und Secondhand (nicht nur bei Kleidung!) funktionieren umso besser, je mehr Menschen zusammenfinden und zusammenarbeiten. Ideal dafür sind örtliche und regionale Tauschringe, bei denen die Mitglieder nicht nur Waren, sondern auch Dienstleistungen austauschen. Organisiert sind derartige Initiativen oft über das Internet. Dank zinsfreier Verrechnungseinheiten entsteht hier eine quirlige Alternativ-Wirtschaft ohne Wachstumszwang. Ökologischer Konsum wird so mehr und mehr erlebbar.

Alt oder neu? Zehn Tipps für ökologischen Konsum im Alltag

  1. Bilden Sie Haltergemeinschaften in der Nachbarschaft, etwa für Gartengeräte, so können Sie bei Dingen, die Sie nicht ständig benutzen, im Wege des Leihens bzw. Sharings ohne Aufwand unnötige Neuanschaffungen vermeiden und ökologischen Konsum betreiben.
  2. Entsorgen Sie Elektronikschrott wie PC oder Monitor gezielt bei Wiederverwertern, die diesen dann  reparieren, recyceln oder fürs Upcycling darauf zugreifen können.
  3. Bewahren Sie bei Elektronikgeräten die Schaltkreise auf, falls man später etwas reparieren muss, kann ein Fachmann darauf zugreifen.
  4. Wenn Sie etwas von einem Fachmann reparieren lassen, sind Festpreisangebote meist günstiger als Kostenvoranschläge.
  5. Vor einem Kauf von Second-Hand- Artikeln sollten Sie den üblichen Preis checken, etwa auf Ebay oder anderen Preisvergleichsportalen.
  6. Oft kann man gerade in puncto Verkehr unnötige Neuanschaffungen vermeiden und ökologischen Konsum betreiben. Mobil bleiben Sie auch mit Leihfahrrädern, Mitfahrzentralen und Carsharing.
  7. Studieren Sie bei Leihgeräten das Handbuch, denn für durch Fehlgebrauch entstandene Schäden haften Sie selbst, auch beim Sharing beugt das Problemen vor.
  8. Nutzen Sie, statt jedes Buch extra selbst zu kaufen, öffentliche Bibliotheken – sie zählen zu den bedrohten Arten und sind es auch wert, erhalten zu werden.
  9. Leih-Ski ersparen Schlepperei, Stauraum, Dachgepäckträger und ermöglichen ganz neue Fahrerlebnisse.
  10. Heimwerken und Reparieren vermitteln, wie auch das Upcycling, handwerkliches Geschick, und gewähren einen Einblick, wie die Dinge funktionieren - man lernt sie dadurch auch mehr zu schätzen.